TVB will gute Auswärtsserie fortsetzen

Die Leipziger haben als Saisonziel zwar nur den Klassenerhalt angegeben, insgesamt aber haben sie doch viel mehr vor. Ziel ist die erste Bundesliga. Daran arbeitet unter anderem auch der frühere Nationalspieler Stefan Kretzschmar mit. Der ist beim ostdeutschen Traditionsverein, der zu DDR-Zeiten an die Deutsche Hochschule für Körperkultur angeschlossen war und zu den weltweit erfolgreichsten Clubs gehörte, ehrenamtlicher Vorsitzender des Aufsichtsrates. Kretzschmar soll durch seinen Namen und seine Kontakte Sponsoren an den Club binden.

Sportlich an sich gebunden haben die Leipziger vor der Saison gleich die halbe Mannschaft vom Nachbarn Concordia Delitzsch, der pleite gegangen war. Steve Baumgärtel, Thomas Oehlrich, René Boese, Eric Jacob und Philipp Seitle kamen zum SC, später noch Till Riehn und Martin Müller. Jacob allerdings ist einer der beiden Langzeitverletzten im Team, Streitenberger fehlte zu Saisonbeginn wegen eines Mittelfußbruchs mit Kreuzbandanriss. Mittlerweile aber ist er wieder dabei. Trainer Andreas Jungandreas coachte früher ebenfalls die Delitzscher, schaffte mit ihnen den Aufstieg. Im Tor steht Michael Galia, Bruder des tschechischen Nationaltorhüters Martin Galia.

Mit Star-Unterstützung in die 2. Liga

Die Leipziger sind neu in der zweiten Liga, der einzige Aufsteiger in die eingleisige Liga. Der Meister der dritten Liga Ost machte sich dabei allerdings wenig Freunde, denn er verpflichtete für die Aufstiegsspiele kurzerhand den ehemaligen serbischen Nationaltorhüter Goran Stojanovic und den französischen Olympiasieger Joel Abati.

Die gehören zwar mittlerweile nicht mehr zum Kader, dennoch weist TVB-Trainer Günter Schweikardt auf „einige sehr gute Einzelspieler“ hin, Seitle und Baumgärtel zum Beispiel. „Die müssen wir in den Griff bekommen.“

Außerdem gelte es darauf zu achten, „dass wir keine Tempogenstöße bekommen“. Das bedeute, die Angriffe gut abzuschließen und wenn’s dann doch nicht klappt mit dem Treffer, schnell zurückzuweichen. „Ein gutes Rückzugsverhalten ist wichtig“, sagt Schweikardt. Er sieht seine Mannschaft als Außenseiter im letzten Auswärtsspiel des Jahres. „Wir fahren dort ohne Belastung in.“ Dennoch hofft er auf Zählbares.

Die Leipziger schwimmen gerade auf der Erfolgswelle. Die zurückliegenden vier Spiele wurden allesamt gewonnen, zuletzt beim DHC Rheinland. Allerdings ging’s dabei ähnlich knapp zu wie beim Bittenfelder Erfolg gegen Korschenbroich. Die Gäste lagen zur Pause mit 16:19 zurück. Erst in der 52. Minute gelang der Ausgleich zum 28:28. Danach zog der SC vorentscheidend auf 34:31 davon. Erfolgreichste Torschützen waren Philipp Seitle mit elf und Ulrich Streitenberger mit sieben Toren.

Auf die beiden wird der TVB heute auch achten müssen. Er nimmt die lange Busfahrt allerdings durchaus optimistisch in Angriff, schließlich hat er die letzten drei Auswärtsspiele gewonnen. Er tritt zudem fast in Bestbesetzung an. Lediglich der Einsatz von Jan Forstbauer, der schon gegen Korschenbroich wegen eines Magen-Darm-Infekts gefehlt hat, ist fraglich. Er wird aber mit nach Leipzig fahren.