„Wir unterschätzen keinen mehr“

Drei schwere Spiele hat der TV Bittenfeld in den nächsten zehn Tagen: Eine besinnliche Vorweihnachtszeit sieht anders aus. Morgen kommt der TV Korschenbroich in die Gemeindehalle, am Mittwoch fährt der TVB nach Leipzig und am zweiten Weihnachtsfeiertag steigt in der Porsche-Arena das Derby gegen die SG BBM Bietigheim. Das Ziel vor der sechswöchigen Spielpause ist klar: Die Bittenfelder möchten die zwei Punkte Abstand auf den ersten Abstiegsplatz halten. Gerne aber darf’s auch ein bisschen mehr sein.

Auf dem Weg dorthin sollte der TVB morgen möglichst nicht stolpern. Der TV Korschenbroich hatte – wie von vielen prognostiziert – große Mühe, in die Saison zu finden. Der Wechsel von Torjäger David Breuer, der sich dem DHC Rheinland anschloss, schien die befürchteten Auswirkungen zu haben. Mit 2:12 Punkten stand der TVK bereits mächtig unter Druck. Nach dem elften Spieltag zogen die Verantwortlichen die Konsequenzen und entließen den Trainer Jörn Ilper. Christian Voß übernahm und feierte mit dem 32:28-Sieg gegen die TSG Ludwigshafen-Friesenheim einen prima Einstand. Anschließend holten die Korschenbroicher beim 31:31 in Bad Schwartau ihren ersten Auswärtspunkt. Zuletzt mussten sie sich nach einer starken Leistung dem Aufstiegskandidaten DHC Rheinland mit 33:36 geschlagen geben.

„Sicherlich tritt Korschenbroich seit dem Trainerwechsel anders auf, Christian Voß hat taktisch ein bisschen etwas verändert“, sagt der Bittenfelder Co-Trainer Klaus Hüppchen. „Wir werden uns vom Tabellenplatz eines Gegners nicht mehr täuschen lassen.“

Korschenbroich scheint den Verlust von David Breuer mittlerweile kompensiert zu haben. Dessen Bruder Simon hat die Torjägerrolle übernommen. Das indes sei nicht die einzige Qualität des Spielgestalters, sagt Hüppchen. Er sei sehr stark im Spiel Eins-gegen-eins und setze gefährliche Schlagwürfe an. Viele Gegner versuchen, Breuer an die kurze Leine zu nehmen. Das, so Hüppchen, könnte auch für den TVB eine Option sein.

Auch wenn Simon Breuer das Herz des Korschenbroicher Spiels sei: Der Kader verfügt über einige individuell sehr gute Spieler. Vom Nord-Zweitligisten Tusem Essen kam der Rückraumschütze Pasqual Tovornik (21), aus Limburg Björn Marquardt.

Aus dem linken Rückraum sorgt Florian Korte für Tore, gegen den DHC Rheinland war er elfmal erfolgreich.

Wie viele Mannschaften in der Liga, so ist auch Korschenbroich sehr konterstark. Hüppchen ist trotzdem optimistisch. „Wir wollen die Punkte – egal wie.“

Mit welchem Kader dies der TVB versuchen wird, ist noch nicht ganz sicher. Bei Arnor Gunnarsson (Bänderverletzung) stehen die Chancen gut auf einen Einsatz. Den zuletzt so starken Torhüter Daniel Sdunek plagt eine Reizung im Kniegelenk. Am schlechtesten sind die Aussichten bei Thorsten Salzer. Ein letzter Test soll Klarheit darüber bringen, ob die Adduktorenzerrung wirklich ausgeheilt ist und einen Einsatz zulässt.