TVB ohne Top-Torschütze Gunnarsson?

Kaum haben sich beim TVB wieder alle Spieler gesund gemeldet, droht schon wieder Ungemach: Arnor Gunnarsson hat sich im Training am Dienstag eine Verletzung am Hüftbeuger zugezogen. Sein Einsatz morgen ist stark gefährdet.

Die Ausfälle von Adrian Wehner, Simon Baumgarten, Florian Schöbinger und zuletzt Alexander Heib hat der TVB in dieser Saison kompensiert. Mal gut, mal weniger gut. Es gibt allerdings einen Spieler im Kader, der im Grunde unersetzlich ist: Arnor Gunnarsson ist der einzige gelernte Rechtsaußen. Abgesehen vom jungen Michael Seiz. Der 18-Jährige rückte jedoch erst von der B- in die A-Jugend auf und kommt vornehmlich im Württembergliga-Team zum Einsatz. „Er entwickelt sich sehr gut“, sagt TVB-Trainer Günter Schweikardt. Der Sprung in die 2. Liga sei allerdings enorm, und Schweikardt will Seiz nicht eine zu große Verantwortung aufbürden.

Der Schwachstelle im Kader sei sich der TVB vor der Saison bewusst gewesen und habe deshalb rechtzeitig einen Plan B ausgetüftelt, sagt Schweikardt. Zupass kam dem TVB dabei die Zusammenarbeit mit dem Erstligisten FA Göppingen. Der hatte die zweite Stelle hinter Nationalrechtsaußen Christian Schöne mit dem Serben Mitar Markez besetzt und dem 21-Jährigen das Zweifachspielrecht beim TV Bittenfeld ausgestellt. Davon kann der TVB morgen Gebrauch machen, Göppingen stimmte am Donnerstag zu.

Markez kam vom französischen Erstligisten Montpellier HB zu Frischauf, spielte 30 Mal für die Junioren- und sechsmal für die A-Nationalmannschaft Serbiens. Schweikardt hofft zwar immer noch, dass Gunnarsson spielen kann. „Wir werden aber nichts riskieren und Arnor lieber aussetzen lassen, wenn der Einsatz kritisch ist.“

Ob mit oder ohne Gunnarsson: Die Aufgabe gegen den ThSV Eisenach wird wieder einmal eine knifflige. Man kennt sich aus zehn Pflichtspielen, in denen die Thüringer oft das bessere Ende für sich hatten. Als Siebter, mit fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz und vier Zählern weniger als der TVB, schloss der ThSV in der vergangenen Saison ab. Besonders stark präsentierte sich Eisenach zu Hause mit 31:3 Punkten. Von den fünf Auswärtsspielen in dieser Saison dieser Saison gewann Eisenach – wie der TVB – eines: 30:26 in Nordhorn.

Das Team von Trainer Adalsteinn Eyjolfsson ist durch die Bank stark besetzt – auf der einen oder anderen Position sogar überdurchschnittlich. Beispielsweise im Tor mit dem tschechischen Ex-Nationaltorhüter Ex-Nationaltorhüter Radek Musil (38). Dessen Landsmann Tomas Sklenak (29) ist aktueller Nationalspieler und zählt zu den besten Spielgestaltern der Liga. Sklenak ist für seinen Schlagwurf und sein gutes Auge gefürchtet. In seiner tschechischen Heimat wurde Sklenak Dritter bei der Wahl „Handballer des Jahres 2010/2011“, hinter dem Welthandballer des Jahres 2010, Filip Jicha (THW Kiel), und Torhüter Peter Stochl von den Füchsen Berlin. Ergänzend zum lettischen Nationalspieler Girts Lilienfelds (29) hat Eisenach zur neuen Saison mit Duje Miljak (28) einen Spieler verpflichtet, der mehr als eine Alternative ist. Überragend spielte der 2,02 Meter große Kroate zuletzt beim 27:24-Sieg gegen den DHC Rheinland. Im linken Rückraum ist Eryk Kaluzinski (33) eine feste Größe, der Pole war bereits Torschützenkönig in der 2. Liga. Eine Bank am Kreis ist Benjamin Trautvetter, der sich mit Sklenak blind versteht. „Wir brauchen mindestens so eine Leistung wie in Potsdam“, sagt Schweikardt. Bis auf Gunnarsson sind alle Spieler fit. Alexander Heib hat seine Oberschenkelprellung auskuriert.