Mit Moral und Geduld aus dem Keller

In Neuhausen ordentlich gespielt – und verloren. Gegen Emsdetten erst überzeugend aufgetreten, dann eingebrochen – und verloren. TUSEM Essen alles abverlangt – und verloren. 0:6 Punkte, Absturz auf einen Abstiegsplatz. Muss man sich Sorgen machen um den TV Bittenfeld?

„Jeder hat mittlerweile erkannt, dass wir vor einer sehr schweren Saison stehen“, sagt TVB-Trainer Günter Schweikardt. Es sei allerdings noch nicht die Zeit gekommen, von „Endspielen“ zu sprechen. Zumal die Gefahr bestehe, auch in den nächsten beiden Partien leer auszugehen. Am Freitag kommt der Aufstiegsfavorit GWD Minden in die Porsche-Arena, dann geht’s nach Potsdam. Der VfL besiegte zuletzt den Tabellendritten HC Erlangen deutlich.

In Essen brachten sich die Bittenfelder durch ihre – wieder einmal – schwache Chancenverwertung um die Siegchance. TUSEM-Torhüter Jan Kulhanek war deutlich besser im Spiel als seine beiden Kollegen auf Bittenfelder Seite, Daniel Sdunek und Gregor Lorger. Letzterer war gehandicapt in die Partie gegangen: Ein Hexenschuss machte ihm zu schaffen. „Das ist aber keine Ausrede“, sagt Schweikardt.

Geärgert hat den Trainer vielmehr, dass sich seine Mannschaft zwei längere Auszeiten nahm, die der Gegner konsequent ausnutzte. Das passierte dem TVB nicht zum ersten Mal in dieser Saison. „Uns fehlt derzeit die ordnende Hand, die im entscheidenden Moment die entscheidenden Akzente setzt.“ Die Bittenfelder waren in vielen Phasen auf Augenhöhe mit Essen, kämpften sich mehrmals heran. So atmete TUSEM-Trainer Maik Handschke nach dem Schlusspfiff durch. „Ich bin froh, dass wir nicht in zwei oder drei Wochen gegen Bittenfeld spielen müssen“, sagte er. Er sei überzeugt davon, dass der TVB demnächst aus dem Tabellenkeller herausklettere.

Handschkes Wort in Schweikardts Ohr. Der Bittenfelder Trainer mahnt zur Geduld. Eine Tugend allerdings, die nicht besonders populär ist im Abstiegskampf. Trotz der kniffligen Situation ist Schweikardt überzeugt davon, „dass wir die Punkte noch holen werden, die wir brauchen“. Der Glaube an die eigene Stärke sei nach wie vor da – auch wenn die Zahl der Kritiker mit jeder weiteren Niederlage wachse. „Es ist doch klar, dass man in solchen Situationen nach Schuldigen sucht. Das kann der Trainer sein, das können einzelne Spieler sein.“