Niederlage in Essen – Aufholjagd wird nicht belohnt

Der Rems-Murr-Kreis-Vertreter aus dem Schwabenland startete beim Revierclub gut in die Partie, führte mit 0:2 nach vier Minuten. Das 2:4 und 3:6 durch die beiden Isländer Arni Sigtryggsson und Arnor Gunnarsson brachte den TVB weiter in Front und hielt den engagierten Gastgeber auf Distanz. Erst beim 6:6-Ausgleich, resultierend aus mehreren Fehlwürfen der Bittenfelder und den Paraden von Essens Jan Kulhanek, musste der TVB seine Führung abgeben. Und: Es sollte der letzte Ausgleich während des gesamten Spieles bleiben.

Während TUSEM immer besser ins Spiel fand, leisteten sich die Wild Boys technische Fehler und vergebene Torchancen. Besonders eklatant: Zwischen der 9. und 17. Spielminute verzeichnete der TVB neun Würfe auf das gegnerische Tor – keiner davon fand den Weg ins Essener Netz. Anders die Gastgeber. Sie leiteten schnelle Tempogegenstöße ein und konnten sich somit zwischenzeitlich auf 7:10 absetzen (18.). Doch trotz der mangelnden Chancenverwertung kämpfte sich das Bittenfeld-Team wieder heran und hatte durch den Treffer von Tobias Schimmelbauer den 10:11-Anschluss hergestellt.

TUSEM-Trainer Maik Handschke reagierte auf die gute Phase des TVB mit einer Auszeit. Und die zeigte zunächst Wirkung. Essens bester Schütze Hannes Lindt erhöhte auf 11:14, bevor Tobias Schimmelbauer einen geblockten Rückraumwurf aufnehmen und Sekunden vor der Sirene sicher zum 14:16-Halbzeitstand verwandeln konnte.

Der zweite Durchgang brachte keine Besserung für Bittenfeld. Gut herausgespielte Torchancen wurden zumeist leichte Beute vom gut aufgelegten Jan Kulhanek. Nach 44 Minuten hatte Essen auf 18:25 erhöht, der Vorsprung schien mittlerweile uneinholbar zu sein. Aber der TVB kämpfte sich noch einmal zurück, stellte die gewohnte 6:0-Deckung um und resultierte aus Fehlern im Spielaufbau der Hausherren. Das 24:26 (50.) durch Dominik Weiß weckte Hoffnungen auf der Bittenfelder Bank, die allerdings nicht erfüllt wurden.

“Unsere kämpferische Leistung wurde heute nicht honoriert, das Team hat bis zuletzt alles gegeben. In den entscheidenden Phasen haben wir allerdings zu viele Würfe vergeben und scheiterten am starken Jan Kulhanek im Essener Tor“ resümierte Günter Schweikardt nach Spielende. Der Blick richtet sich nun auf die Partie am kommenden Freitag gegen GWD Minden, wenn der TVB in der Stuttgarter Porsche Arena vor über 5.000 Zuschauern spielen wird. Eine positive Meldung gab es an diesem punktlosen Sonntag trotzdem für Bittenfeld. Im Achtelfinale um den DHB-Pokal trifft der TVB zuhause auf Drittligist EHV Aue. Sicherlich keine einfache Aufgabe, doch eine lösbare.

TUSEM Essen:
Kulhanek, Bliß – Krüger, Keller, Pöter (3), Schröder, Trodler, Pieczkowski (3), Seidel (4), Lindt (8/1), Rahmel (6/1), Ciupinski (2), Kropp (4).

TV Bittenfeld:
Sdunek, Lorger – Heib (1), Schimmelbauer (7), Weiß (5), Forstbauer (2), Salzer (2), Schweikardt, Gunnarsson (3/2), Wehner (1), Sigtryggsson (1), Baumgarten (3), Pabst (1), Schöbinger (1).