Das Runde muss öfter ins Eckige

Nicht nur die Vorbereitung aufs dritte Auswärtsspiel in Hamm heute Abend hat die Bittenfelder diese Woche beschäftigt. Für Gesprächsstoff sorgte am Dienstag die Auslosung der dritten DHB-Pokalrunde, die den TVB in den hohen Norden nach Beckdorf führen wird. „Logistisch und finanziell ist das natürlich ein ordentlicher Aufwand und ein Draufzahlgeschäft“, sagt Günter Schweikardt. Mit diesem Spiel beschäftigt sich der Bittenfelder Trainer jetzt allerdings noch nicht. Der Fokus liegt auf dem Ligaspiel in Hamm.

Heute Abend bereits, nach der Trainingseinheit, werden sich die Bittenfelder auf den Weg nach Westfalen machen und einen Teil der 450 Kilometer im Bus abspulen. Den Rest der Strecke nimmt der TVB nach der Hotelübernachtung in Angriff. „Ich hoffe, wir sind dann optimal vorbereitet“, sagt Schweikardt.

Es gibt durchaus Parallelen vor dem fünften Spieltag zwischen dem TVB und seinem Kontrahenten. Bei jeweils 3:5 Punkten fehlt beiden zwar nur ein Punkt zu Rang sechs. Die dritte Saisonniederlage indes heute Abend brächte sowohl die Bittenfelder als auch den ASV Hamm-Westfalen gehörig unter Zugzwang.

Einstellen müssen sich die Bittenfelder, wie schon in Erlangen, auf eine stimmungsvolle Kulisse. Immerhin 2500 Zuschauer fasst die Maxipark-Arena in Hamm, die beiden Heimspiele gegen den DHC Rheinland und die SG BBM Bietigheim sahen im Schnitt 1600 Zuschauer.

Ein bisschen durcheinander ging’s in den vergangenen Jahren bei Hamm. 2009 schlossen sich die beiden Nord-Zweitligisten ASV Hamm und Ahlener SG zusammen. Nach dem Aufstieg in die 1. Liga in der Saison 2009/2010 wollte sich die HSG Ahlen-Hamm mit vereinten Kräften in Liga eins etablieren. Das indes funktionierte nicht: Die HSG stieg als Vorletzter ab, der Zusammenschluss war Geschichte. In dieser Spielzeit tritt der Absteiger unter der Bezeichnung ASV Hamm-Westfalen an und muss eine neue Mannschaft aufbauen. Die Rückkehr in die 1. Liga ist spätestens für 2014 geplant.

Prominentester Mann beim ASV ist Spielertrainer Maik Machulla. Der 34-Jährige war einst für den SC Magdeburg und die HSG Nordhorn und zwölfmal für die deutsche Nationalmannschaft am Ball. Der ASV muss die Abgänge von Einar Holmgeirsson, Kapitän Mario Clößner (TSV Hannover-Burgdorf), Marcus Hock (HC Erlangen), Malte Schröder (TuS Nettelstedt-Lübbecke) und Chen Pomeranz verkraften. Neu hinzu kommen das 23-jährige tschechische Talent und Junioren-Nationalspieler Zdenek Polasek für die Positionen Rückraum-Mitte und Rückraum-Links sowie der deutsche A-Jugend-Nationalspieler Sebastian Paul (17) von den Rhein-Neckar Löwen.

Den ersten und bislang einzigen Sieg in dieser Saison holte der ASV am dritten Spieltag. Beim 31:27 gegen die SG BBM Bietigheim profitierte Hamm ebenso von seinem starken Schlussspurt wie beim 21:21 in Bad Schwartau. Dort hatte der ASV fünf Minuten vor dem Ende noch mit drei Toren im Hintertreffen gelegen. Keine Chance hatte Hamm zum Saisonauftakt beim 24:31 gegen den DHC Rheinland, zuletzt musste es sich beim starken Aufsteiger Leipzig mit 26:30 geschlagen geben.

Tragende Säulen im Spiel des ASV sind Torhüter Torsten Friedrich, der Ex-Nordhorner Frank Schumann sowie der holländische Nationalspieler Mark Schmetz, der aus Lemgo kam. Und natürlich Spielertrainer Machulla. Hamm agiert, wie der TVB, mit einer 6:0-Deckung. Angeführt von Machulla, spiele Hamm druckvoll und schnell im Angriff, sagt Schweikardt. „Wir dürfen aber nicht so sehr nach dem Gegner schauen.“ Möglichst befreit aufzuspielen, lautet die Devise. Wichtig sei eine ordentliche Chancenausbeute, dann komme auch wieder die Leichtigkeit ins Spiel zurück. Schweikardt sieht sein Team als Außenseiter – aber nicht ohne Chance. „Ein Auswärtssieg zu diesem Zeitpunkt: Das wär’s.“ Martin Kienzle wird für den verletzten Adrian Wehner in den Kader kommen.