Auftaktsieg: TVB schnauft durch im Dampfkessel

Zum Schneiden dick war die Luft am Samstag in der kleinen Bittenfelder Gemeindehalle. Es dampfte und triefte an allen Ecken und Enden. „Ich hab’ gefühlte sieben, acht Liter Flüssigkeit verloren“, sagte Tobias Schimmelbauer, der ein prima Spiel machte und sich, als einer der ersten Bittenfelder Spieler, kurz nach Spielschluss wieder auf den Weg aufs Spielfeld machte. Die kurze Abkühlung in der Kabine hat nicht viel genützt: Nachschwitzen war angesagt.

Den Auftaktsieg in der neuen Liga mussten sich Schimmelbauer und seine Mannschaftskollegen schwer erkämpfen. Deutlich spürbar war die Nervosität zunächst. Der TVB tat sich immens schwer gegen die offensive Abwehr des VfL Bad Schwartau. Ex-Nationalspieler Adrian Wagner störte auf der vorgezogenen Position das Aufbauspiel der Bittenfelder. Ungenaues Passspiel und Konzentrationsschwächen prägten das Spiel des TVB. Tore kamen überwiegend aus Einzelaktionen zustande.

Dies alleine wäre nicht so schlimm gewesen, doch auch die Defensive machte alles andere als einen stabilen Eindruck. Bad Schwartau spielte immer wieder klug seinen starken Kreisläufer Martin Zeschke frei, der fast nach Belieben traf. Nach 13 Minuten führte der Gast verdientermaßen mit 9:5.

Auf der Bittenfelder Bank machte sich Ratlosigkeit breit. Trainer Günter Schweikardt schickte den lange verletzten Florian Schöbinger aufs Feld – an den Kreis und in die Abwehr. Das war keine schlechte Idee, wie sich bald herausstellen sollte. Schöbinger holte den ersten Siebenmeter heraus. Arnor Gunnarsson, der sämtliche fünf Strafwürfe sicher verwandelte, nährte mit dem 9:11 die Hoffnung auf die Wende (17.).

An der war der Isländer ebenso beteiligt wie Gregor Lorger. Der Slowene kam nach 20 Minuten für Daniel Sdunek zwischen die Pfosten und erwischte einen tollen Einstand. Zunächst hielt er einen Siebenmeter von Peter Kasza, dann einen Wurf von Dennis Tretow. Äußerst kurios war der erste Ausgleich des TVB beim 12:12 (23.). Nach einer unübersichtlichen Situation trudelte der Ball aus dem Bad Schwartauer Kreis. VfL-Torhüter Ariel Panzer schaute zu, wie sich Gunnarsson den Ball im Liegen schnappte, aufstand und ihn seelenruhig ins Tor beförderte. Die Gäste protestierten vergebens beim nicht immer ganz souveränen Schiedsrichtergespann Christopher Biaesch/Frank Sattler.

Alex Heib weckt das Bittenfelder Publikum

Nun erwachte endlich auch das Bittenfelder Publikum. Alexander Heib, der wie schon im Pokal gegen Erlangen ein starkes Spiel machte, setzte sich zweimal energisch durch und sorgte für die 14:12-Führung. Bad Schwartau wirkte nun etwas durcheinander, fing sich aber wieder. Zur Pause waren die Bittenfelder beim 17:15 leicht im Vorteil. Thorsten Salzer läutete mit dem 19:17 (34.) die beste Phase des TVB im Spiel ein. Die Abwehr vor dem weiter guten Lorger stand sicher, Bad Schwartau fand keine Lösungen und vertändelte die Bälle gleich reihenweise. Der TVB konterte den Gegner aus und zog binnen knapp vier Minuten auf 23:17 davon (38.). Bad Schwartau schien zu diesem frühen Zeitpunkt bereits die Luft auszugehen.

TVB-Trainer Günter Schweikardt wechselte munter durch. Locker nach Hause fahren indes konnten die Bittenfelder den Sieg nicht. Bad Schwartau kämpfte sich mehrfach auf vier Tore heran (24:20/26:22/29:25). Sechs Minuten vor Schluss war sogar wieder Zittern angesagt, als Kasza das 30:27 gelang.

Ganz wichtig in der Schlussphase war der mittlerweile wieder eingewechselte Sdunek, der gegen den in den zweiten 30 Minuten starken Jan Schult das 30:28 und 32:30 verhinderte. Sigtryggsson per Konter zum 33:29 und Heib mit einem Zaubertor von Rechtsaußen zum 34:30 beseitigten die letzten Zweifel am verdienten, aber schwer erkämpften Bittenfelder Sieg.

TV Bittenfeld: Lorger, Sdunek; Schimmelbauer (5), Schöbinger, Forstbauer, Weiß (5), Pabst, Schweikardt (1), Gunnarsson (10/5), Heib (4), Sigtryggsson (2), Wehner (4), Salzer (3).

VfL Bad Schwartau: Mahncke, Panzer; Hansen, Podpolinski (2), Reiter, Wagner (2), Märtner, Zeschke (6), Hinrichsen (3), Kasza (6/5), Schult (6), Tretow (3), Dombrowski (2).