„Abwägen, ob es sinnvoll ist“

Herr Schöbinger, das Spiel beim Kempa-Cup gegen den Deutschen Meister HSV Hamburg vor zweieinhalb Wochen werden Sie in keiner guten Erinnerung behalten. Wie kam’s denn genau zu der Schulterverletzung?

Kurz nach Halbzeit wollte ich ungefähr auf Höhe der Mittellinie im Sprung einen Pass zu meinem Mitspieler spielen. Dabei wurde ich in der Luft angegangen und verlor die Kontrolle, so dass ich mit voller Wucht auf meiner rechten Schulter landete.

Wie lautet die genaue Diagnose?

Bei der MRT-Untersuchung konnte ein Bänderabriss ausgeschlossen werden. Jedoch lässt die erkennbare Einblutung im Schultergelenk auf eine Kapselverletzung schließen. Wie schlimm diese Verletzung ist, lässt sich eben durch diese Einblutung nicht genau erkennen.

Hatten Sie Schlimmeres befürchtet, als Sie am Boden lagen?

Zunächst dachte ich, dass es bestimmt nicht so schlimm sein wird. Aber schon nach kurzer Zeit hatte ich doch recht starke Schmerzen, die mir dann etwas Angst gemacht haben.

„Ausgerechnet Schöbinger“, hieß es bei den Fans. Diese Aussage gründete sich nicht nur darauf, dass Sie sich davor in sehr guter Verfassung präsentiert hatten. Als Vertreter des immer noch nicht genesenen Simon Baumgarten nehmen Sie am Kreis eine zentrale Rolle beim TVB ein. Was war Ihr erster Gedanke so kurz vor dem Saisonstart?

Eine Verletzung kommt immer ungelegen, aber kurz vor dem Saisonstart ist es trotzdem extra bitter. Zum einen quält man sich mehrere Wochen, um punktgenau zum ersten Spiel fit zu sein. Und zum anderen ist es immer wichtig für eine Mannschaft, gut in die Runde zu starten. Aber die Mannschaft hat gerade gegen Erlangen, wie auch schon in der Vergangenheit, gezeigt, dass sie Ausfälle kompensieren kann.

Im Pokalspiel gegen Erlangen saßen Sie in Zivil im Publikum. Wie groß sind die Chancen auf ein Comeback morgen gegen Bad Schwartau?

Das wird sich erst ganz kurzfristig zeigen, ob ein Einsatz aus medizinischer Sicht möglich ist. Sollte das der Fall sein, müssen wir gemeinsam abwägen, ob es Sinn macht und in welcher Art und Weise ich der Mannschaft helfen kann.