Bittenfeld zeigt auswärts keine Nerven mehr

Spiele, in denen es um nichts mehr geht, zählen zur undankbaren Sorte. Das Unentschieden in der Porsche-Arena gegen Neuhausen in der Vorwoche hatte den Bittenfeldern zur vorzeitigen Qualifikation gereicht. Da bestand die Gefahr, ein gewisses Maß an Spannung zu verlieren. Vor allem vor einem Auswärtsspiel.

Groß war deshalb die Erleichterung bei den Spielern und Verantwortlichen nach dem knappen 29:27-Sieg. „Da macht die lange Heimfahrt im Bus natürlich viel mehr Spaß“, sagt Kreisläufer Florian Schöbinger. Sechs Stunden waren die Bittenfelder von Duisburg bis nach Bittenfeld unterwegs.

„Super glücklich“ war auch Klaus Hüppchen. Zum dritten Mal war der Co-Trainer für den erkrankten Günter Schweikardt in der Verantwortung, nun feierte er seinen ersten doppelten Punktgewinn. Die Art und Weise, wie der zustande gekommen ist, war zunächst zweitrangig. Allzu kritisch wollte Hüppchen mit seinen Spielern auch nicht ins Gericht gehen.

Arnor Gunnarsson wieder nervenstark

Wie schon beim 24:24 gegen Neuhausen krankte es vor allem im Angriff. In den ersten 30 Minuten zeigte die Statistik gleich 17 Fehlwürfe und Abspielfehler. Zum Glück für den TVB stellte sich der Gegner auch nicht geschickter an: Der Rheinhausener Trainer Achim Schürmann zählte 20 Fehlversuche seiner Mannschaft.

Im zweiten Spielabschnitt machten es die Bittenfelder besser, hatten in der einen oder anderen Phase das nötige Quäntchen Glück, mit Bastian Rutschmann einen starken Rückhalt im Tor und in Arnor Gunnarsson einen nervenstarken Siebenmeterschützen. Der Isländer, der gegen Neuhausen noch zweimal vom Strich gescheitert war, hatte eine hundertprozentige Quote und war mit insgesamt acht Toren wieder einmal der treffsicherste Bittenfelder. Wenn alles normal läuft, wird er in den restlichen beiden Partien die 200-Tore-Marke übertreffen. Sieben Treffer fehlen ihm noch.

Zwei Punkte braucht der TV Bittenfeld noch, dann hat er sein Vorjahresergebnis eingestellt. Für den dritten Platz wird’s allerdings kaum mehr reichen. Dazu müsste der TVB seine restlichen beiden Spiele gegen den TV Groß-Umstadt und in Bietigheim gewinnen und die HSG Düsseldorf noch drei Punkte abgeben. Es ist jedoch kaum davon ausgehen, dass sich der Ex-Erstligist im letzten Heimspiel gegen den Letzten Obernburg überraschen lässt.

Realistischer ist’s für die Bittenfelder, den vierten Platz zu verteidigen. Bereits am kommenden Samstag (18 Uhr) könnten sie mit einem Sieg gegen Groß-Umstadt alles klar machen – vorausgesetzt, die Bietigheimer verlieren beim Zweiten Bergischer HC. In diesem Fall wäre der TVB auf jeden Fall bestes württembergisches Team.

Mit Groß-Umstadt hat der TVB übrigens noch ein Hühnchen zu rupfen. Nach einem seiner schwächsten Saisonspiele unterlag der TVB im Hinspiel mit 32:37. Es steht allerdings zu befürchten, dass der Gegner keinen Betriebsausflug nach Bittenfeld unternehmen wird. Auch wenn der Vorletzte auswärts erst einmal als Sieger vom Platz gegangen ist in dieser Saison. Am Samstag hatte die TSG die Bergischen Löwen beim 21:24 am Rande einer Niederlage.