TVB: Ziel erreicht, Spannung halten

Seit zehn Spielen sind die Bittenfelder ungeschlagen, zuletzt indes hakte es ein bisschen: 32:32 in Obernburg, 24:24 gegen Neuhausen/Erms. „Die ersten 30 Minuten gegen Neuhausen waren in Ordnung“, sagt Günter Schweikardt. Der Bittenfelder Trainer ist froh, dass drei Spieltage vor Schluss die Qualifikation zur eingleisigen 2. Liga geschafft ist. „Das heißt aber nicht, dass die Saison damit beendet ist“, sagt er. In den letzten Spielen in Rheinhausen, gegen Groß-Umstadt und in Bietigheim stehe jeder einzelne Spieler auf dem Prüfstand. „Außerdem ist für mich die Schlussphase einer Saison zugleich schon Vorbereitung auf die neue.“

Das bedeutet, es gibt Raum, einiges auszutesten. Beispielsweise, wie sich die Bittenfelder gegen eine außergewöhnliche Defensivtaktik anstellen. Vorausgesetzt, der OSC Rheinhausen wiederholt am Sonntag noch mal sein Experiment vom vergangenen Wochenende. Besondere Gegner erfordern besondere Maßnahmen, dachte sich wohl der Rheinhausener Trainer. Achim Schürmann überraschte den Bergischen HC mit einer offenen Deckung vom ersten Angriff an. Und tatsächlich tat sich der Tabellenzweite über eine halbe Stunde lang sehr schwer. Erst, als beim OSC die Kräfte schwanden, setzten sich die Löwen vom 15:15 auf 29:21 ab.

„Rheinhausen hat sich etwas einfallen lassen“, sagt Schweikardt. Die Vorbereitung auf das Spiel sieht er dadurch aber nicht sonderlich beeinflusst. Es sei wie immer, er schaue zunächst auf das eigene Team. Und das sollte sich vom Drittletzten, der seit zwölf Spielen ohne Punkt ist, nicht überraschen lassen. „Wobei man vor allem auswärts natürlich vor nichts gefeit ist.“

Ein zweites Obernburg will Schweikardt nicht erleben, wobei Rheinhausen stärker einzuschätzen ist als das Schlusslicht. Mit Mirko Szymanowicz hat der OSC immerhin den drittbesten Torschützen in seinen Reihen. 194-mal traf der Rückraumspieler in 31 Partien. Stark besetzt ist Rheinhausen auch im Tor mit dem Ex-Leichlinger Matthias Reckzeh und dem Ex-Düsseldorfer Jens Bothe. Im rechten Rückraum hat der OSC mit Mirko Bernau einen 23-fachen ehemaligen Nationalspieler. Dass die Rheinhausener nicht leicht zu spielen sind, mussten die Bittenfelder im Hinspiel erfahren. Bis zum 17:15 kurz nach der Halbzeit blieb Rheinhausen am TVB dran, ehe der das Spiel allmählich in den Griff bekam und es mit 31:25 für sich entschied.

Günter Schweikardt wünscht sich aus den drei ausstehenden Spielen die Maximalausbeute von sechs Zählern. In diesem Fall hätte der TVB die 46:22 Punkte aus dem Vorjahr übertroffen. Und die Aussichten, damit erneut mit dem dritten Platz abzuschließen, wären nicht schlecht. „Die Düsseldorfer würden wir schon gerne noch einholen“, sagt Schweikardt. Zwei Punkte ist der Ex-Erstligist noch im Vorteil. Das Restprogramm der HSG mit den Spielen in Korschenbroich und Neuhausen ist allerdings nicht von Pappe. Da sind schnell mal drei Punkte eingebüßt.

Die Bittenfelder werden bis auf die Langzeitverletzten Simon Baumgarten und Ludek Drobek in Bestbesetzung nach Rheinhausen reisen.