Platz drei für TVB in Reichweite

Eine gute Dreiviertelstunde zeigten die Bittenfelder gegen den TV Korschenbroich eine beeindruckende Leistung. Dass am Ende lediglich ein knapper 37:35-Sieg auf der Anzeigetafel stand, trübte die Stimmung nur unwesentlich. Trainer Günter Schweikardt wollte auch nicht päpstlicher sein als der Papst. „Das war teilweise schon klasse, was wir gespielt haben“, sagt er. „Vor allem die Abwehr war lange Zeit sehr, sehr aufmerksam.“

Das sah auch sein Torhüter Daniel Sdunek so. „In den ersten 30 Minuten haben wir mit die beste Abwehrleistung in dieser Saison gezeigt“, sagt der 31-Jährige. „Wir haben wirklich gut gespielt, so souverän habe ich das nicht erwartet.“ Als die Korschenbroicher zu ihrer fulminanten Aufholjagd bliesen und den Elf-Tore-Rückstand bis auf vier Treffer verkürzten, fühlte sich Sdunek an den Auftritt des Gegners in Bietigheim erinnert. Zwei Minuten vor dem Ende hatte Korschenbroich mit 26:29 zurückgelegen und im Endspurt noch einen Punkt gerettet.

Noch beeindruckender war die Leistung der Korschenbroicher im November vergangenen Jahres. Zur Halbzeit hatten sie beim Tabellenführer Bergischer HC mit 9:16 im Hintertreffen gelegen und das Spiel sensationell zum 22:21-Sieg gedreht.

In Bittenfeld zeigte der TVK spät, wozu er in der Lage ist. Und wie schon in Bietigheim und Solingen trumpfte Torjäger David Breuer mit je acht Toren auf. In der Gemeindehalle brauchte der Linkshänder allerdings 39 Minuten bis zu seinem ersten Treffer – wobei er in den ersten 17 Minuten das Spiel von der Bank aus verfolgte.

Korschenbroich schonte zunächst die Breuer-Brüder

Diese Taktik indes überraschte die Bittenfelder nicht. TVK-Trainer Khalid Khan wollte die Kräfte seines besten Torschützen schonen. Breuer, der in der Defensive Platz machte für Mathias Fuchs, hätte beim Abwehr-/Angriffwechsel in den ersten 30 Minuten den langen Weg von der Bank aufs Spielfeld zurücklegen müssen.

Dass auch Simon Breuer nicht von Beginn an spielte, war Schweikardt nicht unrecht. „Dadurch ging Korschenbroich schon etwas Qualität verloren“, sagt er. Die hatte Bittenfeld eine Dreiviertelstunde – das reichte. Das Torhüterduo Bastian Rutschmann/Daniel Sdunek stach sein Gegenüber Oliver Mayer/Sven Bartmann klar aus. Jürgen Schweikardt organisierte die Abwehr hervorragend. Vorne unterstrichen die treffsicheren Außen Arnor Gunnarsson und Tobias Schimmelbauer, Florian Schöbinger am Kreis sowie der gesamte Rückraum ihre derzeit sehr gute Form.

Kritische Töne gab’s von Günter Schweikardt nicht – abgesehen davon, dass seine Spieler in der Schlussphase angesichts der hohen Führung etwas zu nachlässig agierten und zu viele Treffer kassierten. Im Vergleich zur Konkurrenz hat der TVB ein relativ bescheidenes Torverhältnis. Mit dem Tabellendritten SG BBM Bietigheim und dem Vierten HSG Düsseldorf ist er jetzt punktgleich, es trennen ihn aber 41 und 52 Tore – und fünf Punkte vom Zweiten TV Hüttenberg. Die ganz kühnen TVB-Fans träumen sogar noch vom Angriff auf den Relegationsplatz. Davon indes scheinen die Bittenfelder genauso weit entfernt wie vom Abstieg. „Wir müssten alle fünf Spiele gewinnen und Hüttenberg drei verlieren“, sagt Schweikardt. „Wir wollen die Saison jetzt durchziehen und so weit wie möglich vorne landen.“

Daniel Sdunek hält’s für „durchaus realistisch“, dass der TVB seine Serie bis zum Saisonende hält. Bereits bei drei Siegen hätten die Bittenfelder ihre Punktzahl von 46:22 aus der vergangenen Spielzeit eingestellt. Vor den Spielen gegen Neuhausen/Erms, beim Drittletzten Rheinhausen, gegen den Vorletzten Groß-Umstadt und dem Derby in Bietigheim steht den Bittenfeldern am Ostermontag in Obernburg eine ganz besondere Aufgabe bevor: Die Bilanz beim Schlusslicht: vier Spiele, vier Niederlagen: 25:32, 23:24, 29:30 und 30:32.