Achter Sieg in Folge, der TVB ist wohl durch

37:35 – das hört sich nach einem dramatischen Spiel an. Das indes war’s nicht. Die Bittenfelder Trainer Günter Schweikardt und Klaus Hüppchen hatten ihre Mannschaft hervorragend auf den Gegner eingestellt, der vor einer Woche den Tabellenführer Bergischer HC in die Knie gezwungen hatte. 20 Minuten vor dem Ende führten die in Abwehr wie Angriff äußerst klug spielenden Bittenfelder noch mit elf Toren Differenz. Der Schlussspurt der Korschenbroicher kam zu spät.

Gästetrainer Khalid Khan ließ zunächst überraschend den zweitbesten Torschützen der Liga, David Breuer, auf der Bank. Dafür feierte Abwehrstratege Dennis Marquardt sein Comeback und bildete gemeinsam mit Routinier Jörn Ilper den Mittelblock. Nach nervösem Start auf beiden Seiten kam vor allem Dominik Weiß schnell auf Touren. Mit seinem vierten Tor markierte er nach neun Minuten die 6:3-Führung des TVB.

Während die Bittenfelder im Angriff fortan variabel agierten, biss sich Korschenbroich an der TVB-Deckung um den starken Jürgen Schweikardt die Zähne aus und scheiterte zudem immer wieder an Keeper Daniel Sdunek. Bittenfeld ließ die gefährlichen Anspiele auf Kreisläufer Ilper nicht zu und zwang den hilflos wirkenden Gast häufig ans Limit des Zeitspiels.

Mit einer guten Wurfquote aus dem Rückraum und bei den vielen Gegenstößen zog der TVB nach 20 Minuten auf 13:7 davon. Beim Gast machte der glücklose Torhüter Oliver Mayer, gegen die Bergischen Löwen noch einer der Matchwinner, für Oliver Bartmann Platz. Der allerdings sah nicht viel besser aus.

Gastgeber in allen Belangen überzeugend

Drei Minuten vor der Pause machte Sdunek für Rutschmann Platz – und der fügte sich mit drei Paraden gleich prima ein. Nach einem in allen Belangen überzeugenden Auftritt ging der TVB mit der 18:12-Führung in die Halbzeit. Es passte nahezu alles.

Es war klar, dass sich Korschenbroich für die zweite Hälfte etwas einfallen lassen musste. Also tauschten sie die 6:0-Deckung gegen die offensive 4:2-Variante. Damit jedoch schienen die Bittenfelder gerechnet zu haben und zeigten sich wenig beeindruckt. Nach 35 Minuten legte Khalid Khan bereits die grüne Karte auf den Tisch. Der TVB war auf 23:14 davongezogen, Korschenbroich schlitterte geradewegs in ein Debakel.

Die Gäste wechselten erneut ihren Torhüter, änderten wieder ihre Abwehrformation. Das Resultat: gleich null. Der gute TVB-Kreisläufer Florian Schöbinger traf zweimal in Unterzahl, zudem konterte der TVB den Gegner weiterhin schulmäßig aus. Weiß’ 27:16 nach 38 Minuten brachte die Elf-Tore-Führung.

Dann allerdings schwand die Konzentration angesichts der hohen Führung zusehends. Vorne agierte der TVB bisweilen allzu lässig, und die Defensive offenbarte vor allem auf den Halbpositionen und am Kreis die eine oder andere Lücke.

David Breuer schoss sich warm, seine Schlagwürfe und die seines Bruders Simon fanden immer öfter eine Lücke. Fünf Minuten vor Schluss führte der TVB nur noch mit 34:30. Spätestens jetzt läuteten die Alarmglocken. Es wäre schließlich nicht das erste Mal gewesen, dass der TVB einen komfortablen Vorsprung verspielt hätte.

Mit einer Glanzparade verhinderte Sdunek das 34:31, im Gegenzug übernahm Schweikardt Verantwortung und traf zum 35:30. Arni Sigtryggssons Tor zum 36:31 beseitigte zweieinhalb Minuten vor der Sirene die letzten Zweifel am achten Sieg des TVB in Folge – und wohl auch die an der Qualifikation zur eingleisigen 2. Liga.

Zu gut ist der TV Bittenfeld derzeit drauf, als dass er in den verbleibenden fünf Spielen die sieben Punkte bis zum zehnten Platz noch verspielen könnte.

TV Bittenfeld: Sdunek, Rutschmann; Schimmelbauer (5), Schöbinger (5), Kienzle, Forstbauer, Weiß (6), Lenz, Schweikardt (3), Gunnarsson (5), Heib (2/1), Sigtryggsson (5), Wehner (6), Seiz.

TV Korschenbroich: Mayer, Bartmann; Fuchs (1), Deppisch (3), Gelbke, David Breuer (8/3), Doetsch (2), Simon Breuer (6), Görden (5), Markus Breuer, Piske (2), Marquardt, Ilper (5), Korte (3).