Neuer Rekord des TVB

Jan Forstbauer hatte schon bessere Laune. Nach dem Schlusspfiff saß der Juniorennationalspieler ziemlich bedröppelt auf der Auswechselbank und nuckelte an einem Getränk. In den 60 Minuten davor war so ziemlich alles schiefgelaufen für den 18-Jährigen. Dabei hatte das Spiel perfekt begonnen, das 2:0 und 3:0 gingen auf das Konto des Linkshänders.

Danach indes baute sich der Frust nach und nach auf. Aus bester Position scheiterte Forstbauer am Groß-Bieberauer Torhüter Felix Beck oder warf neben das Tor. Dass Forstbauer die einzige Zeitstrafe des TVB kassierte, passte ins Bild.

Günter Schweikardt nahm seinen Schützling in Schutz. „Jan ist noch ein junger Kerle“, sagt Schweikardt. Weil der Isländer Arni Sigtryggsson leichte Probleme mit der Patellarsehne hatte und Schweikardt nichts riskieren wollte, bekam Forstbauer rund 70 Prozent Spielanteile.

Die Bittenfelder konnten sich die eine oder andere Fahrkarte leisten, weil andere stark aufspielten. Erstaunlich ist’s, wie die Bittenfelder den Ausfall von Kreisläufer Simon Baumgarten wegstecken. „Florian Schöbinger macht das sehr, sehr gut“, sagt Schweikardt.

Ein prima Spiel machte auch Adrian Wehner, der auf allen Rückraumpositionen Dampf machte. Das war wichtig, denn Dominik Weiß war alles andere als gut in Schuss. Der „Lange“ war vergangene Woche extrem vom Heuschnupfen geplagt und musste teilweise sogar mit dem Training aussetzen.

All diese Widrigkeiten spielten in der Summe keine Rolle gegen die Groß-Bieberauer, zu viele Optionen hatte der TVB gegen die Groß-Bieberauer. Vor allem Felix Beck war zu bemitleiden. Immer wieder steuerten die Bittenfelder – allen voran Arnor Gunnarsson – allein auf den Gästetorhüter zu und warfen dem 34-Jährigen die Bälle um die Ohren. „Für Arnor waren die Ballverluste des Gegners natürlich ein gefundenes Fressen“, sagt Schweikardt.

Die Höchststrafe wenigstens blieb Beck erspart. Drei Minuten vor Schluss, beim 28:18, wollte der gute Bittenfelder Torhüter Bastian Rutschmann seinen Kollegen überlisten, warf aber über das Tor. „Ich hab’ gesehen, dass Felix weit vor seinem Tor stand und hab’s einfach mal versucht bei diesem Spielstand“, sagte Rutschmann und grinste. Er habe darauf spekuliert, dass „Felix in seinem Alter“ nicht mehr zurücklaufen würde.

Am Samstag müssen die Bittenfelder zum Derby nach Herrenberg. Bei zwölf Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz dürfte auch für die SG die Saison gelaufen sein. „Herrenberg wird trotzdem alles daransetzen, uns ein Bein zu stellen“, sagt Schweikardt. Sollte der TVB auch in der Markweghalle bestehen, könnte der mit einem Sieg im nächsten Heimspiel gegen den TV Korschenbroich die Qualifikation zur eingleisigen 2. Liga klarmachen.