„Keinen Millimeter nachlassen“

Es ist schon ein bisschen verrückt: Da sind die Bittenfelder durch die Verletzungen von Simon Baumgarten, Ludek Drobek und Thorsten Salzer arg gebeutelt, doch sie scheinen sich davon nicht wirklich beeindrucken zu lassen. Mit fünf Siegen in Folge, drei davon in der Fremde, sind sie die Mannschaft der Stunde in der 2. Liga Süd.

Das Dumme nur: Trotz der tollen Serie hat sich der Abstand auf den ersten Abstiegsplatz nicht vergrößert, er beträgt immer noch sechs (Verlust-) Punkte. Sollte der ThSV Eisenach sein Nachholspiel gegen Korschenbroich verlieren, wär’s ein Zähler mehr. Das heißt, auch acht Spiele vor Saisonschluss hat der TVB die Qualifikation noch nicht sicher.

Umso wichtiger ist’s also, dass die Bittenfelder ihre Pflichtaufgaben erfüllen und nicht nachlässig werden. Schließlich gibt’s noch die eine oder andere knifflige Auseinandersetzung: die drei württembergischen Derbys gegen die SG Haslach-Herrenberg-Kuppingen, TV Neuhausen/Erms und SG BBM Bietigheim. Oder die Partie in Obernburg. In vier Jahren 2. Liga gab’s für den TVB bei der Tuspo nicht ein einziges Pünktchen zu holen. Auf der anderen Seite hat der TVB keinen Grund, sich in die Hosen zu machen.

Die Konzentration gilt jetzt der TSG Groß-Bieberau. Sie führt als Zwölfter die Riege der Mannschaften an, die nur noch theoretische Chancen auf die Qualifikation haben. Vor zwei Wochen hatte der TVB mit der HSG Frankfurt einen ähnlichen Gegner zu Gast – und der war nicht mehr als ein Spielball. Die Groß-Bieberauer indes scheinen deutlich mehr Rückgrat zu zeigen in der aussichtslosen Phase. Gegen den Tabellenführer Bergischer HC hielt das Team von Trainer Thomas Göttmann beim 25:30 lange Zeit ebenso gut mit wie zwei Wochen zuvor beim 24:27 gegen den Zweiten TV Hüttenberg. Auch sorgte die TSG in dieser Saison für so manche Überraschung, siegte beim heimstarken EHV Aue und gegen Neuhausen.

Auswärts allerdings lief’s nicht ganz so gut: Zehn Niederlagen stehen lediglich zwei Siege gegenüber. Für die Bittenfelder jedoch war Groß-Bieberau stets ein unangenehmer Gast: In der vergangenen Saison quälte sich der TVB zum 30:28-Erfolg, in der Spielzeit davor zum 25:23.

Wie der TVB, so wird auch der Gegner vom Verletzungspech verfolgt. Mit Denis Rybakov fehlt schon seit Wochen der beste Torschütze und Kopf der Mannschaft. Vor dem Spiel gegen die Bergischen Löwen brach sich Torhüter Marco Henne den Daumen, Rückraum-Shooter Matthias Konrad musste mit Schulterproblemen vom Platz.

Für den Bittenfelder Trainer indes besteht kein Grund zum Leichtsinn. „Wir freuen uns zwar über unsere Siege, müssen aber realistisch bleiben“, sagt Günter Schweikardt. „Wir haben nur noch vier Heimspiele und brauchen noch sechs Punkte, um sicher zu sein. Wir dürfen also keinen Millimeter nachlassen.“

Am Samstagabend sollen 36 Zähler auf dem Konto stehen. Schweikardt warnt davor, die Groß-Bieberauer in eine Kategorie mit den Frankfurtern zu stellen. „Frankfurt fällt auseinander, Groß-Bieberau hat eine gewachsene Mannschaft.“ Sehr gut besetzt sei der Rückraum mit Florian Bauer, Matthias Konrad und Andreas Neumann, dessen Schlagwürfe gefürchtet sind. Viel Routine bringen der Ungar Szabolcs Laurencz und der Ex-Friesenheimer Torhüter Felix Beck mit. Am Kreis spielt der Russe Alexej Rybakov, der zudem besonders abwehrstark ist.

Achten müssen die Bittenfelder auf das Kreisspiel, wo die TSG immer wieder in die 4:2-Formation auflöst. In der Defensive bevorzugt der Gegner, wie der TVB, die 6:0-Formation.

Der TVB wird in unveränderter Aufstellung antreten. Bis auf die Langzeitverletzten mit dem gesamten Kader also.