Fünfter Sieg in Folge für Bittenfeld

Im sonst eher mäßig besuchten „Burg-Wächter Castello“ in Düsseldorf versammelten sich am Samstagabend knapp 2800 Zuschauer und sorgten für eine großartige Kulisse. Niemand sollte seinen Besuch bereuen, denn es entwickelte sich ein abwechslungsreiches Spiel.

In den ersten zehn Minuten tasteten sich der Erstligaabsteiger und die Gäste aus dem Rems-Murr-Kreis ab und loteten die Linie der Unparteiischen aus. Von 8:6 setzte sich der TVB dank eines beeindruckenden, fünf Minuten währenden Laufes auf 15:6 ab. Auch eine früh genommene Auszeit von Ronny Rogawska, dem Düsseldorfer Cheftrainer, bremste die wie entfesselt spielenden Bittenfelder nicht aus.

Ausgerechnet jetzt kassierten die Gastgeber die zweite Zeitstrafe im Spiel und mussten dem anstürmenden TVB in Unterzahl standhalten. Die Chance, den Hausherren schon zu diesem Zeitpunkt den entscheidenden Schlag zu versetzen, wurde aber nicht genutzt. Mit dem Mut der Verzweiflung zogen die Düsseldorfer ihren Hals aus der Schlinge und verkürzten mit vier Treffern in Folge auf 10:15.

Bei den Bittenfeldern lässt die Konzentration etwas nach

Wie bereits in einigen Spielen in dieser Saison lief der TVB Gefahr, eine komfortable Führung zu verspielen. Trainer Günter Schweikardt reagierte mit einer Auszeit, doch diese war ähnlich wirkungslos wie die der Gastgeber. Die Bittenfelder agierten mit der hohen Führung im Rücken weniger konzentriert, vergaben teilweise leichtsinnig den Ball und bauten den Gegner dadurch wieder auf. Als der Pausenpfiff erfolgte, hatte sich die dunkle Miene des Düsseldorfer Sportdirektors Daniel Stephan leicht aufgehellt. Nach der Bekanntgabe der finanziellen Probleme des Clubs hatte der ehemalige Welthandballer kürzlich seinen Ausstieg aus dem Vertrag bekanntgegeben. Zumindest in diesem Spiel sah Stephan nun einen Aufwärtstrend bei der HSG. Der Aufstiegskandidat ging mit einem nicht allzu großen Rückstand in die Pause (13:17).

Unterstützt von den lautstarken Fans, starteten die Gastgeber im zweiten Durchgang eine Aufholjagd. Dem Mann des Abends, Arnor Gunnarsson, gelangen jedoch immer wieder wichtige Treffer für den TVB zum rechten Zeitpunkt. Der flinke Rechtsaußen traf nicht nur von seiner gewohnten Position, sondern auch aus dem halbrechten Rückraum per Schlag- und Sprungwurf.

Fünf Minuten vor der Schlusssirene musste Jürgen Schweikardt wegen eines Foulspiels zwei Minuten vom Feld. Der TVB kassierte in der Unterzahlphase den ersten Ausgleich nach mehr als 45 Minuten. Doch Düsseldorf legte nicht nach, und der zuvor in einigen Situationen fahrige Dominik Weiß schloss nach eigenem Ballgewinn einen Gegenstoß zum 31:30 für Bittenfeld ab.

HSG-Coach Rogawska sammelte sein Team noch einmal zu einer Besprechung. Wieder aber gelang den Hausherren kein sauberer Abschluss, und Jürgen Schweikardt warf zehn Sekunden vor dem Ende trotz der offensiv deckenden Düsseldorfer den entscheidenden Treffer zum Sieg. Novickis erzielte kurz vor dem Ende das 31:32. Doch da lagen sich die Bittenfelder Spieler bereits in den Armen und feierten ihren fünften Sieg in Folge.

Der Mannschaft des Trainerteams um Günter Schweikardt ist damit ein kleiner Sprung auf Platz fünf gelungen. Gleichzeitig bedeutet der Erfolg einen großen Schritt in Richtung der eingleisigen 2. Bundesliga.

HSG Düsseldorf:Savonis, Puhle; Roscheck, Hegemann (6), Hansen, Fölser (3), Novickis (7), Brack (2), Wernicke (1), Weiß, J.Artmann (5), von Gruchalla (6), Behrends (1/1).

TV Bittenfeld: Rutschmann, Sdunek; Schimmelbauer (3), Schöbinger (2), Forstbauer, Weiß (3), Schweikardt (1), Gunnarsson (14/3), Heib (2/1), Sigtryggsson (5), Wehner (2).