TVB gegen Löwen: Ein aufgeladenes Duell

TV Bittenfeld (7. Platz, 24:18 Punkte) – Bergischer HC (1. Platz, 35:7 Punkte/Samstag, 19.30 Uhr, Gemeindehalle). Die Partie morgen zwischen dem TVB und dem BHC in der wahrscheinlich ausverkauften Gemeindehalle ist aus vielerlei Hinsicht eine besondere. Zum einen ist der TVB mit 18:2 Punkten das beste Heimteam der Liga. In der Gemeindehalle ist er noch verlustpunktfrei, allein die Niederlage gegen Aue in der Porsche-Arena belastet das Konto. Der Bergische HC stellt mit 17:3 Punkten das mit Abstand erfolgreichste Team in fremden Hallen. Die einzige Niederlage gab’s beim 24:26 in Düsseldorf, in Eisenach mussten sich die Löwen mit einem 32:32 begnügen.

Die Verlustpunkte sind allerdings schon eine ganze Weile her. In den vergangenen zehn Spielen ging die Mannschaft von Trainer Hans-Dieter Schmitz als – oft haushoher – Sieger vom Feld. Logische Folge war die Tabellenführung. Die indes ist nach wie vor umstritten, weil der BHC die zunächst am grünen Tisch aberkannten Punkte wieder zurückerhalten hat (siehe nebenstehenden Artikel).

Das Urteil ist für den einen oder anderen Konkurrenten zumindest schwer nachzuvollziehen. Einer der drei leidtragenden Vereine ist der TV Bittenfeld. Wie Coburg und Frankfurt fehlen ihm nun zwei Punkte. Das schmerzt den TVB, noch mehr jedoch das Verhalten der Löwen-Verantwortlichen im „Fall Pekeler“. „Ganz hasenrein war’s nicht, wie uns der BHC in der Öffentlichkeit dargestellt hat“, sagt TVB-Trainer Günter Schweikardt.

Ein Sieg morgen wäre die passende Antwort – allerdings auch eine große Überraschung. „Sicherlich erwartet jeder, dass die Löwen auch uns aus der Halle fegen“, sagt Schweikardt. „Der BHC ist in einer absoluten Hochphase. Aber wir werden uns nach Kräften wehren.“ Mit dem TV Hüttenberg vor zwei Wochen und der HSG Düsseldorf in der Hinrunde hat der TVB schon zwei Aufstiegskandidaten bezwungen. Die Aufgabe morgen indes wird um einiges kniffliger sein. Der Kader der Bergischen Löwen ist äußerst hochkarätig besetzt und muss sich vor dem manches Erstligisten nicht verstecken.

Nationalspieler ihres Landes sind Torhüter Jan Stochl, Jiri Vitek (beide Tschechien), Kenneth Klev, Kristoffer Kleven Moen (beide Norwegen) und Runar Karason (Island). In der Junioren-Nationalmannschaft spielten Torhüter Mario Huhnstock, Christian Hoße, Henning Quade, Tim Henkel und Hendrik Pekeler. Selbstverständlich sind alle Positionen doppelt besetzt.

Am Dienstag bedienten sich die Löwen bei der Konkursmasse des DHC Rheinland und holten Kristian Nippes zurück. Der Linkshänder war bis vor ein paar Wochen noch beim Erstligisten Mannschaftskollege des Neu-Bittenfelders Arni Sigtryggsson – und gleichzeitig dessen Konkurrent im rechten Rückraum. Löwen-Trainer Schmitz und sein Assistent, Ex-Nationaltorhüter Chrischa Hannawald, haben also die Qual der Wahl – und nur ein Ziel: den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Dass sie dort mithalten können, bewiesen sie im DHB. Sie schalteten den Erstligisten Balingen-Weilstetten aus und scheiterten erst im Achtelfinale an Göppingen.

Die Bilanz des TVB gegen die Löwen ist mit 4:12 Punkten nicht gerade erfreulich. Auf den ersten Heimsieg gegen sie warten die Bittenfelder noch immer. Zweimal trotzten sie in der Porsche-Arena dem Favoriten einen Punkt ab (22:22 und 31:31).

„Wir können es nur über eine mannschaftlich geschlossene und sehr gute Leistung schaffen“, sagt Schweikardt. Sich alleine auf den Rückraum-Shooter Kenneth Klev zu konzentrieren, wäre fatal. Zu viele andere Optionen hat der Gegner. Über ihre starke Abwehr kommen die Löwen zu vielen Kontern, außerdem ist das Spiel über den Kreis äußerst gefährlich.

Beim TVB wird Jan Forstbauer direkt von einem einwöchigen Lehrgang der Jugend-Nationalmannschaft aus Leipzig anreisen, wo er heute noch ein Länderspiel gegen Frankreich bestreitet. In der nächsten Woche reist der Linkshänder gleich weiter nach Warendorf, wo ein Lehrgang der Junioren-Nationalmannschaft ansteht.