„Es ist Stehvermögen gefragt“

Es bleibt dabei: Der TV Bittenfeld kann in der Erlanger Hiersemann-Halle nicht gewinnen. Beim dritten Vergleich unterlag der TVB dem heim- und kampfstarken Gegner mit 26:30. Die Leistung des TVB war nicht schlecht, für den sehnlichst herbeigesehnten dritten Auswärtssieg in dieser Saison reichte sie aber nicht.

Dabei waren die Voraussetzungen so schlecht nicht. Der TVB hatte mit dem Sieg gegen Hüttenberg Selbstbewusstsein getankt. Und der Gegner hatte personelle Sorgen: Mit Tobias Wannenmacher fehlte der routinierte Spielmacher. Andreas Bayerschmidt, der zuletzt beim Bergischen HC wegen muskulärer Probleme pausieren musste, war zwar wieder dabei. Die Hoffnung der Bittenfelder, dass der Torhüter noch nicht richtig auf dem Damm sein könnte, zerschlug sich jedoch im Lauf der Partie. Wie so oft, hatte Bayerschmidt entscheidenden Anteil am Sieg der Erlanger. „Er hat seine Klasse in wichtigen Situationen gezeigt“, sagt Günter Schweikardt.

1300 Fans trieben ihre Mannschaft nach vorne

An ihm alleine indes will der Trainer die Niederlage nicht festmachen. „Wir hatten auch so die Chance zu gewinnen.“ Dazu indes hätten sich die Bittenfelder mehr als einen zwischenzeitlichen Zwei-Tore-Vorsprung erarbeiten müssen. Laut Schweikardt waren insbesondere in den ersten 30 Minuten die Möglichkeiten da. So gingen die Erlanger nach 25 Minuten durch ihren besten Torschützen Daniel Pankofer beim 14:13 erstmals in Führung. Den Griechenland-Rückkehrer, der immer wieder mit Schlagwürfen sein Ziel fand, bekam der TVB kaum in den Griff.

Auch nach der Pause hatte der TVB zunächst noch mehrfach die Gelegenheit, den Vorsprung auszubauen. Beispielsweise, als Arnor Gunnarsson bei der 21:20-Führung mit einem Konter an Bayerschmidt scheiterte. So spielte Erlangen in der Schlussviertelstunde die Vorteile einer Heimmannschaft aus. „Die Zuschauer setzten die Schiedsrichter unter Druck“, sagt Schweikardt. Die eine oder andere Entscheidung in diese oder jene Richtung hätte gefällt werden können. Wobei Schweikardt die Niederlage nicht an Peter Behrens und Marc Fasthoff festmachen will.

Jedenfalls gerieten die Bittenfelder in doppelter Unterzahl mit drei Toren ins Hintertreffen. Die Einschätzung des Erlanger Trainers Frank Bergemann („Wir haben den Sieg einfach mehr gewollt“) teilt Schweikardt nicht. Sicherlich seien beim 25:28 ein paar Zweifel aufgekommen. „Aber auch da hatten wir noch die Chance zurückzukommen.“

Allzu gerne hätte der Trainer die Punkte aus Erlangen mitgenommen. Mit der Niederlage schrumpfte das Polster auf den ersten Abstiegsplatz auf drei Zähler – und die Aufgaben werden in den nächsten Wochen nicht einfacher. „Jetzt ist Stehvermögen gefragt.“ Am Samstag kommt der Tabellenführer Bergischer HC in die Gemeindehalle – mit 20:0 Punkten in Folge. Dann stehen zwei Auswärtsspiele in Folge an.

Nicht mehr dagegenstemmen in den letzten 13 Spielen kann sich Ludek Drobek. Nach vielen Behandlungen in den vergangenen Wochen hat sich der 35-jährige Tscheche am Freitag dazu entschieden, sich doch an den Bandscheiben operieren zu lassen. Damit wird der Bittenfelder Abwehrchef in dieser Saison kaum mehr zur Verfügung stehen. „Er hätte uns gerade in dieser Phase mit seiner Erfahrung schon sehr gut getan“, sagt Schweikardt.