In Unterzahl verliert der TVB den Anschluss und das Spiel

Furios startete der TV Bittenfeld am Samstagabend in das Spiel beim direkten Konkurrenten im Tabellenmittelfeld, dem HC Erlangen. Nach vier gespielten Minuten lagen die Spieler von Trainer Günter Schweikardt und seinem Trainerteam bereits drei Tore in Front, zwei davon erzielte der überraschend von Beginn an spielende Adrian Wehner. Erst 15 Minuten später gelang es den Brüdern Georg und Hannes Münch, auf Seiten des HC Erlangen, das Spiel zum 9:9 wieder auszugleichen. Es dauerte bis fünf Minuten vor dem Pausenpfiff als die Gastgeber erstmals in Führung gingen, auf die der TVB zu diesem Zeitpunkt aber stets eine Antwort fand. Mit zwei seiner insgesamt sechs sicher verwandelten Siebenmeter brachte Arnor Gunnarsson sein Team wieder in Führung, letztlich stand nach 30 Minuten ein 15:15 auf der Anzeigetafel.


Auch im zweiten Durchgang blieb das Spiel extrem offen, die Führung pendelte zwischen beiden Teams hin und her. Zu diesem Zeitpunkt hatte auch der Gast aus dem Rems-Murr-Kreis beste Gelegenheiten das Spiel an sich zu reißen. „Wir haben es heute verpasst die „Big Points“ zu machen. Außerdem haben es wir auf Grund individueller Abwehrfehler nicht geschafft das Spiel und den Gegner unter Kontrolle zu bringen“, so die selbstkritische Analyse von Florian Schöbinger. 


Als Tobias Schimmelbauer in der 46.Minute, beim Stand von 22:22, die erst zweite Zeitstrafe im gesamten Spiel erhielt, begann das Unheil für den TVB. Die Erlanger zogen auf 25:22 davon, nutzten dabei unter anderem eine doppelte Überzahl, da auch Thorsten Salzer auf Grund eines Fußkontaktes auf die Strafbank musste. Als die Bittenfelder wenig später eine eigene Überzahlsituation nicht nutzten und sogar zwei Gegentreffer kassierten, war die Niederlage kaum noch zu vermeiden. Der starke Daniel Pankofer erzielte per Siebenmeter das 29:25 und entschied das Spiel mit seinem elften Treffer endgültig.


Der HC Erlangen zeigte am Ende, auch durch die frenetische Unterstützung der eigenen Zuschauer, die leidenschaftlichere Leistung und nutzte somit die Chance den Rückstand auf den TVB in der Tabelle zu verkürzen. „Wir müssen anerkennen, dass wir auf einen Gegner getroffen sind, der in jeder Sekunde ein kleines bisschen mehr an den Sieg geglaubt hat und das Spiel am Ende vor allem mit einer sensationellen kämpferischen Leistung gewonnen hat“, resümierte Klaus Hüppchen das Spiel treffend bei der anschließenden Pressekonferenz in der Erlanger Halle.


Durch die Niederlagen einiger direkten Konkurrenten bleiben die Folgen in der Tabelle noch überschaubar, dennoch muss man beim TVB den Blick ein wenig besorgt nach hinten richten. Die Wild Boys bleiben trotz der Niederlage zwar auf dem siebten Rang, stehen aber nur noch zwei Zähler vor dem HC Erlangen und lediglich drei Zähler vor dem unerwünschten zehnten Tabellenplatz, der den Umweg über die Relegation bedeuten würde. Am kommenden Wochenende steht für den TVB das brisante Duell gegen den aktuellen Tabellenführer vom Bergischen HC auf dem Programm. Dabei soll zwischen den beiden Vereinen endlich wieder für sportliche Schlagzeilen gesorgt werden. 




HCE: Bayerschmidt, Zapf; Schwandner, G. Münch (4), H. Münch (3), Krämer, Eisenträger, Nienhaus (5), Schneck (1), Pankofer (11/5), Schmidtke (5), Stumpf (1)

TVB: Rutschmann, Sdunek; Schimmelbauer (1), Schöbinger (2), Forstbauer, Weiß (3), Schweikardt, Gunnarsson (7/6), Heib, Baumgarten (5), Sigtryggsson (5), Wehner (3), Salzer

Frank Bergemann (Trainer – HC Erlangen): „Wir hatten riesigen Respekt vor Bittenfeld, die gegen Hüttenberg ein tolles Spiel in der Porsche Arena abgeliefert haben. Was mir bei uns heute gefallen hat, war die mannschaftliche Geschlossenheit. Wir mussten uns hier heute reinkämpfen, reinarbeiten und als wir dann im Spiel waren haben wir ganz diszipliniert auf unsere Chancen gespielt und uns nicht von der tiefen Deckung locken lassen. In der Summe haben wir einen verdienten Sieg eingefahren!“

Florian Schöbinger: „Wir haben es heute verpasst die Big Points zu machen. Außerdem haben wir es auf Grund individueller Abwehrfehler nicht geschafft das Spiel und den Gegner unter Kontrolle zu bringen.“

Jürgen Schweikardt:  „Bis zur 45 Minute war das Spiel absolut offen, dann haben uns einige Fehlwürfe und  unser inkonsequentes Abwehrverhalten den Sieg gekostet.“

Klaus Hüppchen: „Wir müssen anerkennen, dass wir auf einen Gegner getroffen sind, der in jeder Sekunde ein kleines bisschen mehr an den Sieg geglaubt hat und das Spiel am Ende vor allem mit einer sensationellen kämpferischen Leistung gewonnen hat. Zudem ist das in Erlangen eine richtige „Heimhalle“, in der eine sensationelle Unterstützung vom Publikum da war. Ein paar Quoten haben das Spiel heute entschieden, im zweiten Durchgang beispielsweise die Gegenstoßquote, bei der wir deutlich schlechter aussahen als die Erlanger. Wir erkennen an, dass hier heute sehr schwer war und wir gegen einen starken Gegner verloren haben, gerade deswegen wollten wir den Sieg mitnehmen. Auch mit dem Wissen dass viele andere Teams hier noch Punkte lassen werden.“