Augen auf gegen den Aufsteiger

In den vergangenen Tagen waren die Verantwortlichen des TV Bittenfeld fast mehr damit beschäftigt, sich für ihren Einspruch im „Fall Pekeler“ (wir haben berichtet) zu rechtfertigen als sich um die bevorstehenden sportlichen Aufgaben zu kümmern.

„Die Spieler hat die Angelegenheit weniger berührt“, sagt der Bittenfelder Trainer Günter Schweikardt. „Für uns geht’s jetzt darum, unseren Platz zu verteidigen.“

Ungeachtet der beiden – zumindest vorerst – hinzugewonnenen Punkte am grünen Tisch müssen die Bittenfelder sehen, dass sie in den fünf Spielen bis zur WM-Pause im Januar möglichst viele Punkte sammeln und den Abstand zum zehnten Platz so groß wie möglich halten. Sollte der TVB seine Form aus den zweiten 30 Minuten des Neuhausen-Spiels konservieren, stehen die Chancen hierzu nicht schlecht. Zudem dürfte das Selbstvertrauen nach 10:2 Punkten in Folge mittlerweile gefestigt sein.

Nicht immer indes spielten die Bittenfelder zuletzt über die gesamten 60 Minuten hinweg souverän. So hatten sie in Neuhausen und zuvor gegen Obernburg im ersten Spielabschnitt erhebliche Schwierigkeiten.

Fatal wäre es, sollte der TVB die nächsten beiden Gegner unterschätzen – auch wenn sich die Aufsteiger OSC Rheinhausen und TV Groß-Umstadt im hinteren Tabellendrittel wiederfinden. Vier Punkte wären beste Werbung für die nächsten Auftritte in der Porsche-Arena am 17. Dezember im Derby gegen den Tabellendritten SG BBM Bietigheim und am zweiten Weihnachtsfeiertag gegen den EHV Aue.

Der Bittenfelder Gegner morgen, der OSC Rheinhausen, war mit 6:4 Punkten in die Saison gestartet. Zuletzt jedoch setzte es vier recht deutliche Niederlagen in Folge. Am Wochenende war der OSC nach ordentlichen ersten 30 Minuten beim 24:36 gegen den Bergischen HC chancenlos. Damit konnte die Mannschaft von Trainer Achim Schürmann eher leben als mit dem Punktabzug des Bergischen HC. Dadurch zogen die begünstigten Konkurrenten des OSC um den neunten Platz, der HSC Coburg und die HSG Frankfurt, in der Tabelle an Rheinhausen vorbei.

Auffälligster Spieler bei Rheinhausen ist Mirko Szymanowicz. Der 24-jährige Rückraumspieler kam vor der Saison vom Nachbarn SF Hamborn aus der Oberliga. Mit 95 Treffern, knapp sieben im Schnitt, liegt er in der Torschützenliste der 2. Liga Süd hinter David Breuer (98/TV Korschenbroich) auf Rang zwei. Verstärkt haben sich die Rheinhausener außerdem mit Torhüter Matthias Reckzeh (Leichlinger TV), Max Zimmermann (Bayer Dormagen) und Dennis Backhaus (HSG Düsseldorf). Internationale Erfahrung bringt der Ex-Nationalspieler Mirko Bernau mit, der im rechten Rückraum spielt.

Von sieben Auswärtsspielen gewann der OSC lediglich eines. Das allerdings mit 30:28 in Korschenbroich, von wo die Bittenfelder mit einer empfindlichen Niederlage heimkehrten. Auf seine Heimbilanz von 14:0 Punkten sollte sich der TVB also nicht unbedingt verlassen. „Rheinhausen spielt schnell nach vorne und ist durchaus clever“, sagt Schweikardt. Der Trainer lässt aber auch keinen Zweifel daran, dass alles andere als ein Bittenfelder Sieg eine herbe Enttäuschung wäre – trotz der erheblichen personellen Sorgen.

Die positive Nachricht: Tobias Schimmelbauer, der sich in Neuhausen verletzte, kann spielen. Schlecht aus indes sieht’s bei Adrian Wehner (Muskelfaserriss). Der Rückraumspieler wird ebenso ausfallen wie Ludek Drobek. Der Abwehrchef hat große Rückenprobleme. Für die beiden werden Martin Kienzle und voraussichtlich auch Michael Seiz in den Kader rücken.