Wiedergutmachung gegen Obernburg ist Pflicht

Die TUSPO (Turn- und Sportgemeinde) Obernburg war in den letzten Jahren stets in den Abstiegskampf verwickelt. In diesem Jahr müsste sich die Mannschaft in der Tabelle deutlich nach oben orientieren, um ein Wörtchen um den Klassenerhalt mitzureden. Ein schweres Unterfangen, das durch die zahlreichen Abgänge im Sommer noch komplizierter erscheint. Gleich neun Spieler verließen Obernburg in der Sommerpause, darunter wichtige Leistungsträger. Die Abgänge von Matthias Conrad, Hannes Volk (beide SG Leutershausen), Tobias Milde (Groß-Bieberau), Juraj Niznan (Bärnbach-Köflach / Österreich) und Sebastian Schulz (Auslandssemester) dürften dabei am schwersten wiegen. Vermisst wird in Obernburg auch Torhüter Milos Hacko (HSG Wetzlar), der in den letzten Jahren eine Art Lebensversicherung gegen den Abstieg war. Trainer Christoph Barthel hat somit eine stark veränderte Mannschaft zur Verfügung, deren Altersschnitt lediglich 22 Jahre beträgt. Zu den Leistungsträgern im „neuen“ Team der Obernburger gehört bisher zum Beispiel Otto Fetser (64/23), der schon in den vergangenen Spielzeiten sehr treffsicher war und aktuell die teaminterne Torschützenliste anführt. Gefolgt wird er von dem Slowaken Martin Justus (62/17), der ebenfalls als eine der Stützen im Team erhalten blieben ist und auch in dieser Saison mit guten Leistungen überzeugt. Youngster Cornelius Maas (19 Jahre), der mit einem Doppelspielrecht für den TV Großwallstadt ausgestattet ist, hat bereits 53 Saisontore und gehört somit auch zu den Stützen im neuformierten Team.


Seit 2001 spielen die Obernburger in der 2.Bundesliga Süd und konnten sich trotz starker regionaler Konkurrenz (TV Großwallstadt, Groß-Bieberau) in der Liga halten. Die ganz großen Sprünge gelangen unseren  Gästen aus der kleinen unterfränkischen Gemeinde (8600 Einwohner) dabei nicht. Das Team landete in der Abschlusstabelle immer zwischen dem elften und sechzehnten Rang, steckte dabei meist bis in die Schlussphase der Saison im Kampf um den Klassenerhalt bzw. profitierte von Abstiegen der Konkurrenz aus nicht sportlichen Gründen. Zwischen dem TVB und den Gästen aus Obernburg gab es bisher acht Duelle in der 2.Bundesliga Süd. Die Wild Boys holten in der eigenen Halle drei Siege und ein Unentschieden, verloren allerdings alle vier Partien in Obernburg.


Besser machte das der Bergische HC am vergangenen Wochenende in Obernburg. Die Obernburger unterlagen trotz einer beachtlichen Leistung am Ende mit 22:25 (13:13) in eigener Halle gegen den Aufstiegsaspiranten. Die bereits erwähnten Martin Justus und Otto Fetser waren mit jeweils sechs Treffern die besten Schützen beim neuen Schlusslicht der 2.Bundesliga Süd. Alles in allem hat Obernburg in dieser Saison erst zwei Partien, jeweils zuhause gegen Aue und Groß-Umstadt, für sich entscheiden können. Dagegen stehen zehn Niederlagen, die eine Qualifikation für die eingleisige 2.Bundesliga in weite Ferne rücken lassen. Für eine Überraschung sorgte die TUSPO im DHB-Pokal, mit einem deutlichen Sieg gegen die HSG Wetzlar (33:25) in der 2.Hauptrunde. In der folgenden Runde gegen die MT Melsungen (33:38) schlug sich Obernburg achtbar, schied aber letztlich doch aus.


Der TV Bittenfeld, der vermutlich immer noch ohne Marcel Lenz und schon wieder ohne Jens Baumbach auskommen muss, hat in dieser Saison alle sechs Spiele in den eigenen Hallen gewonnen. So soll es auch am Samtag weiter gehen, um vor allem die schlechte Leistung aus dem Spiel in Korschenbroich aus den Köpfen zu bekommen. Die Ergebnisse der direkten Konkurrenten am letzten Spieltag boten eine ideale Grundlage um sich ein Polster in Richtung Relegationsplatz (10.) zu verschaffen. Diese Vorlage nutzen nur die Gastgeber des TV Korschenbroich und zeigten den Wild Boys von Beginn an wer Herr in der Waldsporthalle ist. Der TVB kehrte mit leeren Händen und um einige Erfahrungen reicher zurück in den Süden. Gegen die TUSPO Obernburg, die seit über sechs Monaten kein Auswärtsspiel mehr gewonnen hat, werden die Karten neu gemischt und unsere Jungs können zeigen warum sie vor allem in den eigenen Hallen gefürchtet werden. Beim letzten Aufeinandertreffen in der Gemeindehalle, vor etwa einem Jahr, siegte der TVB mit 33:23 (13:9). Damals erzielten Kai Häfner (7) und Marco Hauk (5) die meisten Treffer zum souveränen Heimsieg der Wild Boys. Beide gehen inzwischen für Erstligisten auf Torejagd und werde Abend nicht helfen können.


Die Verantwortung muss also auf andere Schultern verteilt werden, um auch am Ende dieser Saison die gesetzten Ziele zu erreichen. Eine der Stützen kann dabei Dominik Weiß sein, der aktuell als sicherster Torschütze des TVB in der Liste der besten Werfer vertreten ist. Bereits 65 Tore hat er auf seinem Konto und gehört damit zu den zehn besten Torjägern in der gesamten Liga. Nur noch 9 Tore fehlen unserem baumlangen Rückraumspieler um die Quote der Vorsaison einzustellen. Vielleicht wird ihm das schon Samstag Abend in der Gemeindehalle gelingen.