TV Bittenfeld läuft in Korschenbroich nur hinterher

Mit dem Selbstvertrauen von drei Siegen, aber ohne die verletzten Marcel Lenz und Jens Baumbach, reisten die Bittenfelder Handballer zum Tabellennachbarn nach Korschenbroich. Der zweite Auswärtssieg in dieser Saison stand auf dem Plan, vor allem wichtig gegen einen direkten Konkurrenten um die Qualifikation zur eingleisigen 2.Bundesliga. In den ersten zehn Minuten der Partie konnte man nicht den Eindruck gewinnen, dass zum einen beide Mannschaften in ähnlichen Tabellenregionen unterwegs sind und dass der TV Bittenfeld noch nie gegen Korschenbroich Punkte gelassen hatte. Die Gastgeber legten ein hohes Tempo vor, wirkten extrem gut eingespielt und führten schnell mit 8:3. Günter Schweikardt reagierte auf diesen furiosen Start der Hausherren mit einer Auszeit, die nur kurzfristig Wirkung zeigte. Zwei Tore von Dominik Weiß brachten den TVB zwar auf 10:5 heran, doch nur wenig später zogen die Gastgeber wieder davon. Nach knapp 20 gespielten Minuten wuchs die Führung des TVK sogar auf 15:7 an und die Bittenfelder wirkten hilflos gegen die gut aufgelegten Korschenbroicher. 
Eine hohe Anzahl von Abspiel- und Fangfehlern hatte dem TVB immer wieder schnelle und einfache Gegentore eingehandelt. Dazu lag die Wurfquote, auch und vor allem bei den sonst sicheren Schützen, in einem zu niedrigen Bereich. Der in dieser Saison beste Schütze des TVB Arnor Gunnarsson erwischte keinen guten Abend, vergab einige  Würfe und haderte früh mit der Leistung der Unparteiischen. Erst dieser hohe Rückstand schien die Mannschaft von Günter Schweikardt und seinem Trainerteam wieder aufzuwecken. Mit einer kurzfristigen Leistungssteigerung gelangen drei Treffer in Folge und der Rückstand war mit fünf Toren wieder überschaubar. Mit exakt dieser Tordifferenz gingen beide Teams in die Pause, da ein Treffer von David Breuer mit der Schlusssirene nicht anerkannt wurde.
Die für die zweite Halbzeit angesetzte Aufholjagd erhielt sehr schnell große Dämpfer und wirkte schon früh illusorisch. Nach fünf gespielten Minute gelang es dem von Kapitän David Breuer glänzend angeführtem Team des TV Korschenbroich den Vorsprung auf neun Treffer auszubauen. Ein Spiegelbild des ersten Durchgangs, der ebenfalls in einer rettenden Auszeit für den TVB endete. Durch diese aus dem Schlaf geweckt trafen die Gäste aus dem Rems-Murr-Kreis gleich drei Mal in Folge und waren zwanzig Minuten vor dem Ende des Spiels wieder in entfernter Schlagdistanz. Bis zur 50.Spielminute pendelte der Spielstand zwischen sieben und fünf Toren Differenz. Als wenig später die erste Zeitstrafe gegen Jörn Ilper ausgesprochen wurde, keimte Hoffnung in den Köpfen der Bittenfelder. Sollte dieses verkorkste Spiel wirklich noch kippen? 
Ein Tor durch Matthias Deppisch in Unterzahl durch die Hosenträger von Daniel Sdunek verhinderte einen möglichen vier Tore Rückstand. Zwei Zeitstrafen gegen Florian Schöbinger und Jürgen Schweikardt ließen die kurzen Träume der Bittenfelder Jungs jäh enden. Der älteste der drei Breuer-Brüder Markus sprang zunächst von der Siebenmeterlinie für seinen Bruder David in die Bresche und legte dann noch mit einem erfolgreich abgeschlossenen Gegenstoß und seinem zweiten Treffer nach. Das schon einige Mal fast entschiedene Spiel, hatte endgültig einen Schlussstrich erhalten.
Die Zuschauer in der gut besuchten Waldsporthalle in Korschenbroich feierten in den letzten Minuten die eigene Mannschaft euphorisch. Die Gastgeber waren über die gesamte Spielzeit das bessere Team, zeigten kaum Schwächen und nutzen die des Gegners perfekt aus. Mit dem Sieg zieht der TVK am TVB vorbei und setzt sich ein wenig von den kritischen Plätzen rund um die Qualifikation zur eingleisigen 2.Bundesliga ab. Für den TV Bittenfeld bleiben diese Tabellenregionen zwar dank der Ergebnisse der Konkurrenz auf Sicherheitsabstand, die Chance sich selbst abzusetzen wurde aber eindeutig verpasst. Am kommenden Wochenende gilt es im Heimspiel gegen die TUSPO Obernburg (in der Gemeindehalle Bittenfeld) Wiedergutmachung zu leisten und den Abstand auf die Tabellenplätze zehn und elf zu vergrößern. 

             
TV Bittenfeld: Rutschmann, Sdunek, Schimmelbauer, Schöbinger, Forstbauer (5), Weiß (5), Schweikardt (3), Gunnarsson (1), Heib (8/2), Baumgarten (5), Wehner (1), Drobek

TV Korschenbroich: Bartmann, Mayer, Fuchs (3), Deppisch (6), Gelbke, D. Breuer (8/4), Doetsch (3), S. Breuer (2), Görden (1), M. Breuer (2/1), Piske (4), Marquardt (2), Ilper (3), Korte (2)

Günter Schweikardt: „Ich frage mich nach dem Spiel warum wir hier als Favorit gehandelt wurden. Wir sind heute von Beginn an chancenlos gewesen. Es bringt jetzt nichts über das Vergangene zu hadern, wir müssen dieses Spiel schnell verarbeiten und uns auf die nächste Aufgabe am kommenden Wochenende vorbereiten.“

Khalid Khan (Trainer, TV Korschenbroich): „Ich bin sehr zufrieden und natürlich sehr, sehr stolz auf meine Mannschaft. Trotzdem muss man zugeben, dass wir heute gegen einen TV Bittenfeld gespielt haben, der nicht in Vollbesitz seiner Kräfte war. Es wird sicher nicht immer so einfach sein gegen die sonst starken Bittenfelder. Unter dem Strich haben wir über zwei Halbzeiten guten Handball gespielt und die Leistung aus dem Spiel gegen den Bergischen HC bestätigt.“

Bastian Rutschmann (TV Bittenfeld): „Wir haben auch in der Höhe absolut verdient verloren. Eigentlich war der TVK sogar noch gnädig mit uns, die hätten noch höher gewinnen können. Wir haben von der ersten Minute an nicht so gespielt wie ursprünglich geplant, waren überhaupt nicht aggressiv. Gegen die uns vorab bekannten Abwehrsysteme der Korschenbroicher haben wir keine Mittel gefunden.“

Florian Schöbinger (TV Bittenfeld): „Mir fehlen die Worte. Der Auftritt war mehr als enttäuschend. Das Spiel hat gezeigt, dass wir eine gute Leistung von jedem Spieler brauchen um erfolgreich zu sein. Das war in diesem Spiel defensiv als auch offensiv zu keiner Zeit der Fall.