TVB verdient sich die kurze Pause

Es war eine undankbare Aufgabe für die Bittenfelder in Groß-Bieberau, hatten sie doch im DHB-Pokal an gleicher Stelle deutlich gewonnen und damit Begehrlichkeiten geweckt. „Jeder hat von uns einen Sieg erwartet“, sagt TVB-Trainer Günter Schweikardt. „Den hatten wir uns auch fest vorgenommen.“ Das Problem in dieser Saison ist jedoch, dass kein Team die Punkte im Vorbeigehen mitnehmen kann. Gegen wen auch immer. Und vor allem auswärts nicht.

21 Gegentore reichen normalerweise für den Sieg

Zu Saisonbeginn war die TSG Groß-Bieberau eher einer jener Gegner, gegen den die Konkurrenz auch auswärts die Punkte einrechnete. Allerdings scheint sich die TSG nun doch zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten im Kampf um die Qualifikation zu entwickeln. „Groß-Bieberau spielt clever und unorthodox und wird gerne unterbewertet“, so Schweikardt. Für die Bittenfelder indes gab’s angesichts ihrer erfolglosen Auftritte in der Fremde keinen Grund, den Gegner zu unterschätzen. Zumal der nach der Pokalschlappe die Revanche im Blick hatte. Da traf’s sich gut, dass die Bittenfelder Defensive energisch zupackte. „Wir gingen sehr konzentriert ins Spiel“, sagt Schweikardt. Gegen die aufmerksame 6:0-Deckung der Bittenfelder vor dem starken Torhüter Bastian Rutschmann fiel Groß-Bieberau im Positionsangriff meist nicht viel ein. Resultat waren lediglich 21 Gegentreffer des TVB – das reicht normalerweise in jedem Spiel für den Sieg.

Allen voran, wenn ein Spieler eine besondere Torgefährlichkeit an den Tag legt. Zehn Treffer gingen auf das Konto von Dominik Weiß, der von seinem Trainer ein Sonderlob bekam. „Dominik war sehr durchschlagskräftig.“ In dieser Hinsicht hatte Weiß dem einen oder anderen Kollegen etwas voraus, sonst hätte es für mehr als 26 Tore gereicht. „Der Gegner spielte lange Angriffe, wie wir es auch erwartet hatten“, sagt Schweikardt. Deshalb sei sein Team selbst nicht zu so vielen Angriffen gekommen wie üblich. Unzufrieden war Schweikardt aber nicht. „Wir hatten auch nach vorne einige gute Aktionen.“

Und in der Schlussphase die besseren Nerven. Die Groß-Bieberauer haderten mit den ihrer Meinung nach viel zu voreilig ausgesprochenen Zeitstrafen – und zeigten auch außerhalb des Platzes Nerven. Zehn Minuten vor Schluss beschwerte sich Geschäftsführer Georg Gaydoul zu lautstark bei den Schiedsrichtern Murat und Mustafa Aslandag, die Folge war eine Zeitstrafe gegen die Bank. Am Ende musste die TSG den verdienten 26:21-Sieg der Bittenfelder anerkennen.

Nun dürfen der TVB und die anderen 17 Zweitliga-Teams am spielfreien Wochenende durchatmen. 13 Pflichtspiele haben die Spieler hinter sich, darunter drei englische Wochen. In diesem Jahr muss der TVB noch neunmal ran – das nächste Mal am Freitag, 5. November (20 Uhr), in der Porsche-Arena. Gegen die SG Haslach-Herrenberg-Kuppingen gab’s schon zu Regionalligazeiten heiße Duelle. Nun treffen sich die Teams erstmals in der 2. Liga.