TVB: Der Pokal als gutes Omen

Trotz der 28:39-Niederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen hielt sich die Enttäuschung bei Günter Schweikardt in Grenzen. „Ich denke, die Zuschauer haben ein super Handballspiel auf sehr hohem Niveau geboten bekommen. Solche Spiele sieht man sonst nur im Fernsehen“, sagt der Trainer. „Wir haben lange, lange Zeit eine prima Leistung gezeigt. Vor allem im Angriff.“

Nach und nach habe sich der Kräfteverschleiß gegen die „körperlich äußerst präsenten“ Löwen bemerkbar gemacht. „Wir hätten nur 60 Minuten durchhalten können, wenn wir alle Spieler zur Verfügung gehabt hätten.“ Das indes war nicht der Fall. Jürgen Schweikardt winkte wegen seiner Ellbogenverletzung bereits beim Warmspielen ab. Dominik Weiß verletzte sich am Knie und war nicht mehr einsetzbar. Damit fehlten den Bittenfeldern die Alternativen im Rückraum.

Nach dem Pokal kehrt nun wieder der – wichtigere – Liga-Alltag ein für die Bittenfelder: Es wird höchste Zeit für den ersten Auswärtssieg in dieser Saison. Viermal trat der TVB in der Fremde an, nicht ein mageres Pünktchen nahm er mit nach Hause. Am nächsten dran war er beim 24:25 in Hüttenberg. In Aue (30:35), in Frankfurt (33:35) und beim Bergischen HC (27:34) gab’s nichts zu holen.

Das ärgert natürlich auch TVB-Trainer Günter Schweikardt. „Andererseits muss man sehen, dass es bislang so viele Auswärtssiege in dieser Saison nicht gegeben hat.“ Das ist durchaus richtig. Andererseits: Von den 18 Mannschaften sind außer dem TVB lediglich der HSC Coburg und Schlusslicht Tuspo Obernburg auswärts noch ohne Punkt.

Im Pokal siegte der TVB in Groß-Bieberau

Acht Spiele stehen in der Hinrunde noch im Spielplan, vier davon in der Fremde: in Groß-Bieberau, Korschenbroich, Neuhausen und Groß-Umstadt. Das eine oder andere sollten die Bittenfelder für sich entscheiden. Ansonsten könnte der TVB an Weihnachten nicht da stehen, wo er auch am Ende der Saison sein will: unter den ersten neun.

Es ist ja nicht so, dass die Bittenfelder in dieser Saison nur in der Gemeindehalle gewinnen können. Im DHB-Pokal ist ihnen das schon zweimal gelungen: In der ersten Runde beim Drittligisten SG Leutershausen und in der zweiten Runde – bei der TSG Groß-Bieberau. Und zwar deutlich mit 31:21.

Das müsste doch ein gutes Omen sein, oder? Schweikardt indes will davon nichts wissen. Erstens fehlten der TSG im Pokalspiel mit Alexej Rybakov, Peter Grimm und Szabolcs Laurenz drei wichtige Spieler. Zweitens haben sich die Groß-Bieberauer zuletzt deutlich stabiler präsentiert als zu Saisonbeginn. Sie bezwangen Eisenach mit 33:31, ließen Erlangen beim 23:18 keine Chance. Und zuletzt verpasste die TSG nur hauchdünn die große Überraschung: Nach einer starken Leistung führten sie drei Minuten vor Schluss beim Titelkandidaten Bergischer HC mit 25:23 und unterlagen noch mit 25:26.

Die Leistung hat auch beim Bittenfelder Trainer Eindruck hinterlassen. „Die TSG spielt sehr clever, wartet bei ihren langen Angriffen geduldig auf ihre Chance.“ Da gelte es, die Konzentration zu behalten. Die Stärke der TSG liegt jedoch eher in der kompromisslosen Abwehr, vorne harmonieren Alexej und Dennis Rybakov am Kreis und im linken Rückraum. Besondere Torgefahr geht vom Ex-Friesenheimer Andreas Neumann und Matthias Konrad aus. Verzichten muss die TSG einige Zeit auf den Linkshänder Szabolcs Laurenz: Der Ungar hat sich das Innen- und Außenband am Knie gerissen. Immer noch nicht einsatzfähig ist der operierte Tobias Milde.

„Wir werden uns mächtig ins Zeug legen“, sagt Günter Schweikardt. Knüpfe sein Team an die ersten 30 Minuten des DHB-Pokals an, sieht er gute Chancen auf die ersten Auswärtspunkte. Der TVB bangt noch um die angeschlagenen Jürgen Schweikardt und Dominik Weiß.