TVB beherrscht den Titelkandidaten

Natürlich hatten die Bittenfelder von einer Überraschung gegen den Erstliga-Absteiger und Meisterschaftsfavoriten geträumt. Die Voraussetzungen hierfür waren jedoch nicht berauschend: Jürgen Schweikardt, Arnor Gunnarsson und Adrian Wehner gingen angeschlagen ins Spiel. Zudem schwammen die Bittenfelder nach dem dürftigen Auftritt in Frankfurt nicht eben auf einer Euphoriewelle. Ganz anders der Gegner. Nach einer kleinen Krise mit drei Niederlagen in Folge meldete sich Düsseldorf mit dem Sieg gegen den Bergischen HC eindrucksvoll zurück.

Entsprechend selbstbewusst begannen die Düsseldorfer in der Gemeindehalle. Die Abwehr packte hart zu. Spielmacher Daniel Brack musste schon nach sechs Minuten für zwei Minuten auf die Bank, Marcel Wernicke kurz darauf. Trotzdem war die zweimalige Führung des TVB beim 4:3 und 6:5, jeweils durch Gunnarsson, nach drei Gegentreffern in Überzahl wieder dahin.

Die Düsseldorfer spielten clever und kamen zunächst immer wieder über Kreisläufer Maximilian Weiß zum Erfolg. Nach zwölf Minuten führte der Favorit mit 8:6. Der TVB blieb dran, obwohl er bisweilen zu unvorbereitet abschloss und am guten Düsseldorfer Torhüter Matthias Puhle scheiterte. Als der Gästetrainer Ronny Rogawska nach 23 Minuten beim 11:11 eine Auszeit nahm, hatten die Bittenfelder eine bescheidene Wurfeffizienz von 50 Prozent.

Der Düsseldorfer Rückraum fand kaum eine Lücke

Dafür stand die Abwehr umso besser, wovon auch Torhüter Bastian Rutschmann profitierte. Der gefürchtete Düsseldorfer Rückraum mit Michael Hegemann, Daniel Brack und Jan-Henrik Behrends fand kaum eine Lücke und war zu langen Angriffen gezwungen. Hierbei leisteten sich die Gäste etliche Ballverluste, die den TVB zu Kontern einluden.

Der schnelle Jens Baumbach besorgte mit seinem dritten Treffer in Folge zum 13:11 (25.) die erste Zwei-Tore-Führung des TVB, der nun immer besser in Fahrt kam. Dominik Weiß erzielte die verdiente 17:13-Halbzeitführung.

David Hansen verkürzte für die HSG auf 17:14 und nährte damit die Hoffnungen des Titelkandidaten, das Spiel zu drehen. Daraus indes wurde nichts – im Gegenteil: Es folgte eine bittere Viertelstunde für die HSG. Der österreichische Nationalspieler Patrick Fölser, inzwischen für Max Weiß am Kreis, packte etwas zu entschlossen zu und musste beim 19:15 zweimal kurz hintereinander auf die Strafbank. Hegemann und Brack folgten ihm.

Die Bittenfelder nutzten die Gunst der Stunde und zogen auf neun Tore davon (24:15/42.). Lediglich zwei Gegentreffer in zwölf Minuten kassierte der TVB – das war der Grundstein für das sichere Polster. Der TVB hatte seinen Kontrahenten unter Kontolle und ließ sich auch von der einen oder anderen merkwürdigen Entscheidung der Schiedsrichter Harald Schembs und Markus Weyell nicht verunsichern. Die beiden suchten 60 Minuten lang vergeblich nach einer einheitlichen Linie und strapazierten das Nervenkostüm der Spieler und Fans.

Beim 28:20 sechs Minuten vor dem Ende standen die Bittenfelder vor einem Kantersieg. Dass sie die Düsseldorfer letztlich nicht so deutlich auf Distanz hielten, war der einzige Kritikpunkt nach einem sehr starken Auftritt des TVB. Die Abwehr packte nicht mehr so entschlossen zu, vor allem Behrends kam mit seinen Gewaltwürfen nun durch. In Gefahr geriet der 29:26-Sieg des TVB allerdings nicht mehr.

Mit 10:8 Punkten liegen die Bittenfelder nun auf dem sechsten Platz vor den punktgleichen Düsseldorfern. Bei sieben Punkten Rückstand auf die Aufstiegsplätze dürfte den ambitionierten Rheinländern die Laune gründlich verdorben sein.

Mit der Leistung gegen Düsseldorf sollte für den TVB in Groß-Bieberau am Sonntag endlich der erste Auswärtssieg drin sein. Zunächst indes steht am Mittwoch (20 Uhr) der nächste Knaller in der Gemeindehalle an: Runde drei um den DHB-Pokal gegen den Erstligisten Rhein-Neckar-Löwen.

TV Bittenfeld: Sdunek, Rutschmann; Schimmelbauer (2), Schöbinger (3), Forstbauer (4), Weiß (6), Schweikardt (2), Gunnarsson (4), Heib (2/2), Baumgarten (3), Wehner, Baumbach (3), Drobek. HSC Düsseldorf: Savonis, Puhle; Roscheck, Hegemann (3), Hansen (4), Fölser (1), Novickis, Brack (2), Nils Artmann, Wernicke (2), Weiß (3), Jan Artmann, von Gruschalla (4), Behrends (7/1).