TV Bittenfeld bleibt auswärts ohne Punktgewinn

Der Verlauf der ersten Halbzeit erschien wie eine Fortsetzung des letzten Aufeinandertreffens im März dieses Jahres. Damals endete das Duell um die Spitzenplätze der 2.Handball-Bundesliga mit einem hart umkämpften 22:22 unentschieden. Völlig offen war die Partie auch heute nach den ersten 30 Minuten. Den Gastgebern war es zwar bereits im ersten Durchgang gelungen auf vier Tore davonzuziehen, doch die Mannschaft von Günter Schweikardt und seinem Trainerteam hatte die passende Antwort. Eine 6:2 Serie zu Gunsten der Gäste aus dem Rems-Murr-Kreis, stellte den durchaus verdienten 16:16 Halbzeitstand her. Eine starke Reaktion und Demonstration der Stärke zu diesem vermeintlich psychologisch wertvollen Zeitpunkt. Wie bereits in den letzten Wochen zeigte sich Adrian Wehner für die wichtigen Tore bei Rückständen verantwortlich. Zu Beginn der Spiele in dieser Saison meist auf der Bank, bringt sich der erfahrene Rückraumspieler nach Einwechslungen gefährlich ein und besticht mit einer hohen Effizienz. So erzielte er heute, nachdem sein Team 20 Minuten einem Rückstand nachgelaufen war, den bedeutenden Ausgleichstreffer kurz vor dem Seitenwechsel. Beide Teams hatten bis zu diesem Zeitpunkt ein gutes Handballspiel abgeliefert, aus dem auf beiden Seiten mit Mario Huhnstock und Bastian Rutschmann, die Torhüter heraus stachen.
Den Bittenfeldern gelang es den vor der Pause aufgenommenen Schwung zu konservieren und mit diesem in den zweiten Durchgang zu starten. Arnor Gunnarsson, der heute ungewohnte Schwächen bei Siebenmetern zeigte, erzielte das 19:17 und erhöhte den Druck auf die Hausherren. „Uns ist es leider nicht gelungen stabil dagegen zu halten, vor allem nach der zwei Tore Führung zu Beginn der zweiten Halbzeit“, beschrieb Günter Schweikardt diesen Schlüsselmoment. Die Gastgeber vom Bergischen HC wussten mit diesem kleinen Rückschlag umzugehen und sorgten dafür, dass es die letzte Führung für den TVB am Samstagabend war. Zwei wichtige Paraden von Mario Huhnstock im Tor der „Bergischen Löwen“ und eine 7:1 Serie für seine Mannschaft, ließen das Spiel kippen. Drei sicher verwandelte Siebenmeter vom Ex-Balinger Oelze und die Tore acht und neun vom Norweger Kenneth Klev brachen dem Spiel der Bittenfelder das Genick. Klev, gegen den der Innenblock des TVB keine Mittel fand, stach letztlich aus einer starken Mannschaft des Bergischen HC noch heraus. Das sah auch BHC-Trainer Schmitz so, der „neben seiner Deckung vor allem lobende Worte für Kenneth Klev“ aussprach.
Zu viele technische Fehler, Unkonzentriertheiten und ein überragender Torhüter auf Seiten der Gastgeber kosteten den TVB letztlich die ersten Auswärtspunkte in der neuen Spielzeit. Die Mannschaft des Bergischen HC wirkte alles in allem reifer, individuell und auch in der Breite besser besetzt. Nicht umsonst muss das von Trainer Schmitz trainierte Team auch in dieser Saison wieder ganz vorne landen, sprich um den Aufstieg mitspielen. Der TVB wird sich, wie vom Verein ausgegeben, um die Qualifikation zur eingleisigen 2.Bundesliga, sprich um den neunten Platz spielen. Auf dem Weg dorthin stehen schon in der kommenden Woche zwei Aufgaben vor der Tür. Am Mittwoch gastiert die HG Saarlouis in der Gemeindehalle und schon drei Tage später kommt der HSC 2000 Coburg ebenfalls nach Bittenfeld gereist. Sollte der TVB dabei ähnlich gute Leistungen wie in den ersten beiden Heimspielen zeigen, könnte man schon am Samstag wieder ein positives Punktekonto haben.  

TV Bittenfeld: Rutschmann, Sdunek, Schimmelbauer (4), Schöbinger (2), Forstbauer (3), Weiß (4), Schweikardt (1), Gunnarsson (5), Heib, Baumgarten (4), Wehner (4), Drobek

Bergischer HC: Huhnstock, Stochl (n.e.), Behr, Hoße, Vitek (1), Hinze (n.e.), Klev (12), Henkel (3), Kleven Moen (4), Kluge, Oelze (5/4), Reinarz (5), Pekeler (4), Karason

Günter Schweikardt: „Ich hätte es am Ende auch gerne knapper gehabt. Uns ist es leider nicht gelungen stabil dagegen zu halten. Vor allem nach der 2-Tore Führung im zweiten Durchgang nicht, da haben wir uns den Schneid abkaufen lassen. Unter dem Strich hat der BHC nicht ohne Grund gewonnen. Wir brauchen einen richtig guten Tag um uns gegen diese robuste Mannschaft durchsetzen zu können. Unser diesjähriges Startprogramm ist uns bewusst und wir haben nicht vegessen, dass unser Platz am Ende der letzten Saison eine große Überraschung war. Wir hoffen in dieser Saison, dass es uns gelingt die Qualifikation für die eingleisige 2.Bundesliga zu meistern.“

HaDe Schmitz (Trainer, Bergischer HC): „Die englischen Wochen sind nicht einfach für uns, meine Spieler sind das nicht gewohnt. Am Ende haben wir gewonnen und das ist gut, doch wir haben noch immer Unkonzentriertheiten in unserem Spiel. Unsere Deckung hat heute gut gestanden und ein Sonderlob geht natürlich an Kenneth Klev. Auch Moen möchte ich hervorheben, der inzwischen ein ganz wichtiger Faktor in unserem Spiel ist. Heute hat er trotz einer leichten Grippe gespielt, das zeichnet ihn aus!“

Simon Baumgarten (TV Bittenfeld): „Wir haben es verpasst bei 19:17 in Überzahl bei eigenem Ballbesitz davon zu ziehen. Wir waren nachlässig in der Abwehr und haben den BHC so zurück kommen lassen.“

Bastian Rutschmann (TV Bittenfeld): „Auf Grund der technischen Fehler, vor allem beim 19:17 und wegen Nachlässigkeiten in der Abwehr haben wir verdient verloren. Wir haben nicht gedeckt wie eigentlich angedacht.“

Arnor Gunnarsson (TV Bittenfeld): „Wir haben die letzten 10 Minuten der ersten Halbzeit richtig gut gespielt, zudem hat Bastian sehr stark gehalten. Auch im zweiten Durchgang haben wir gut begonnen und sind sogar mit zwei Toren in Führung gewesen. Dann haben wir die Defensive vernachlässigt und immer wenn uns das passiert, haben es die Gegner leicht Tore zu erzielen.“