Respekt, aber keine Angst vor Löwen

Eine überzeugende Leistung zeigten die Bittenfelder beim 35:22-Heimspielsieg gegen den HC Erlangen. Auswärts indes warten sie noch auf ein Erfolgserlebnis – zumindest in der Liga. Im DHB-Pokal setzte sich der TVB am Mittwoch sicher beim Liga-Konkurrenten TSG Groß-Bieberau durch (siehe Artikel rechts). Trainer Günter Schweikardt war vor allem mit den zweiten 30 Minuten zufrieden, als der TVB den Widerstand des ersatzgeschwächten Gegners rasch gebrochen hat. Mit der deutlichen Führung im Rücken musste der TVB nicht bis an die äußerste Grenze gehen. „Nun hoffen wir auf einen attraktiven Gegner“, sagt Schweikardt. „Es muss ja nicht gerade einer aus unserer Liga sein.“

Am liebsten wäre dem TVB natürlich einer aus der ersten Liga. Dorthin will so schnell wie möglich der nächste Bittenfelder Gegner. In der vergangenen Saison scheiterte der Bergische HC als Vizemeister in den Aufstiegsspielen. In dieser Saison möchten sich die Löwen die Relegation ersparen und auf direktem Weg hoch. Die Besetzung des Kaders lässt keine Zweifel am Ziel des BHC. Kein Team, auch nicht Erstliga-Absteiger und Mitfavorit HSG Düsseldorf, ist in der Breite und Spitze besser ausgestattet. Mit welcher Zielstrebigkeit die Bergischen Löwen vorgehen, zeigt die jüngste Verpflichtung: Weil Linkshänder Jiri Vitek ein wenig schwächelte, holte der BHC kurzerhand das isländische Talent Runar Karason vom Erstligisten Füchse Berlin. Vitek ist mittlerweile wieder fit.

Ganz so leicht von der Hand ging’s den Bergischen Löwen allerdings in den ersten vier Spielen auch wieder nicht. Nach dem 32:32 im Auftaktspiel in Eisenach unterlagen sie in eigener Halle dem TV Hüttenberg mit 29:30 und hatten anschließend beim 28:27-Sieg in Erlangen eine Menge Dusel. Im jüngsten Spiel wurde der BHC seinen Ansprüchen gerecht und nahm die HG Saarlouis mit 41:26 auseinander, im Pokal hielt der TV Neuhausen/Erms 45 Minuten mit und musste sich mit 27:35 beugen.

Gegenüber dem Vorjahr hat der BHC personell noch mal nachgelegt. Mathias Fuchs (Korschenbroich) und Joey Duin (Niederlande) haben den Verein verlassen. Mit Rückkehrer Alexander Oelze (HBW Balingen-Weilstetten), Kreisläufer Hendrik Pekeler (THW Kiel) und zuletzt Karason hat sich der BHC bei Erstligisten bedient.

Pekeler war nach einer Roten Karte gesperrt, ist aber morgen wieder spielberechtigt. Seinen Ausfall hätten die Löwen vermutlich weggesteckt, haben sie doch mit Sebastian Hinze und Henning Quade zwei weitere erstklassige Kreisläufer. Doppelt und dreifach besetzt ist der Bittenfelder Gegner auf sämtlichen Positionen. Das fängt im Tor bereits an mit dem ehemaligen Junioren-Nationaltorhüter Mario Huhnstock und dem tschechischen Ex-Nationalkeeper Jan Stochl. Ungemein wurfstark und multikulturell ist der Rückraum mit Karason, Vitek (Tschechien), Kenneth Klev (Norwegen), Kristoffer Moen (Norwegen), Arthur Giela (Polen) sowie den beiden Deutschen Sebastian Aschenbroich und Alexander Oelze.

Auch auf den Außenpositionen können die Löwen problemlos Formkrisen kaschieren mit den Duos Christian Hoße/Jens-Peter Reinerz (Linksaußen) und Tim Henkel/Simon Kluge (Rechtsaußen).

In der vergangenen Saison war der breite Kader das große Plus des BHC im Kampf um den Relegationsplatz. Und trotzdem gelang es dem Team von Trainer Hans-Dieter Schmid nicht, den TVB zu besiegen: In Wuppertal holten sich die Bittenfelder überraschend deutlich mit 43:35 die Punkte, im Rückspiel in der Porsche-Arena gab’s ein 22:22-Unentschieden. In den beiden Spielzeiten davor indes war der TVB bei 1:7 Punkten weniger erfolgreich.

„Wir müssen realistisch sein“, sagt Günter Schweikardt. Um in Wuppertal zu siegen, müsse sein Team „durch die Bank“ eine Bestleistung bringen. „Wir sind Außenseiter“, sagt er. „Aber einer mit Chancen auf einen Erfolg.“ Noch nicht entschieden ist, ob Martin Kienzle oder Jens Baumbach im Kader stehen. Ansonsten wird der TVB in unveränderter Besetzung anreisen.


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