Bittenfeld verliert Platz zwei

Vor allem in den ersten 30 Minuten agierte der TVB viel zu nervös. Matchwinner für die SG war der Ex-Bittenfelder Torhüter Benjamin Krotz.

War’s das für den TV Bittenfeld im Kampf um den Relegationsplatz? Nicht ganz. Doch die Aussichten, nach dem letzten Spieltag wieder auf dem zweiten Rang zu stehen, scheinen nicht sehr groß. Der TVB muss sein finales Spiel in Saarlouis gewinnen. Das indes wird nicht reichen. Der Bergische HC, nun mit einem Punkt vor den Bittenfeldern Zweiter, darf gegen den TV Hüttenberg nicht siegen. Ein Unentschieden oder selbst ein Erfolg der Hüttenberger reichte dem TVB, der den Vorteil des besseren Torverhältnisses hat.

Bittenfeld kam mit dem Druck nicht zurecht

Zu Rechenspielen hatten die Bittenfelder am Samstagabend aber keine große Lust. Zu tief war die Enttäuschung über den möglicherweise entscheidenden Punktverlust gegen den Nachbarn aus Bietigheim. Der trat – wie angekündigt – äußerst motiviert auf und nahm nicht unverdient einen Zähler mit. Der TVB kam über weite Strecken des Derbys mit dem Druck nicht zurecht. Resultat waren zu viele leichte Fehler. Diese nutzte die SG eiskalt aus.

Bereits der Start der Bittenfelder war durchwachsen – in Defensive wie Offensive. In der Abwehr stimmte die Absprache nicht. Der gute Rückraum der Bietigheimer mit Nico Kibat, Robin Haller und dem Ex-Bittenfelder Pierre Freudl spielte geduldig – häufig am Rande des Zeitspiels – und nützte die Lücken. Und vorne warf der TVB mit schwachen Abschlüssen Benjamin Krotz warm. Folgerichtig lag der TVB nach 15 Minuten mit 6:9 im Hintertreffen.

Als der starke Kreisläufer Simon Baumgarten drei Minuten später den Ausgleich zum 9:9 und mit zwei weiteren Treffern das 11:11 erzielte, hofften die Fans auf die Wende. TVB-Trainer Günter Schweikardt brachte Daniel Sdunek im Tor für den glücklosen Bastian Rutschmann. Viel besser wurde das Spiel des TVB aber zunächst weder hinten noch vorne nicht. Zu leicht zu durchschauen waren die Angriffe. Sebastian Seitner spielte erneut stark, das reichte aber nicht. Jürgen Schweikardt, der bisweilen viel zu überhastet abschloss und sein Glück erzwingen wollte, bekam das Spiel nicht in den Griff. Hoffnungsträger Kai Häfner, auf Rechtsaußen für den verletzten Marco Hauk im Einsatz, erwischte einen schwachen Tag.

Der erneute Wechsel auf der Torhüterposition spiegelte die Unsicherheit der Bittenfelder wider. Mit der verdienten 16:13-Führung ging Bietigheim in die Pause.

Diesmal kein Blitzstart in Hälfte zwei

Hatten die Bittenfelder zuletzt häufig ein Spiel mit einem Blitzstart in die zweiten 30 Minuten in die richtige Richtung gedreht, ging’s gegen Bietigheim im selben Trott weiter. Nervös und gehemmt agierte der TVB, legte seine Angriffe oft viel zu eng an. Immerhin zeigte er in der Abwehr mehr Emotionen. Rutschmann steigerte sich, allerdings hielt auch sein Gegenüber Krotz sein hohes Niveau.

So lief der Tabellenzweite weiter einem Zwei- bis Drei-Tore-Rückstand hinterher. Beim 20:22 (45.) trat die altbekannte Schwäche zutage: Zuerst scheiterte Alexander Heib per Siebenmeter an Krotz, beim 21:13 (48.) Jürgen Schweikardt. Seitner machte es besser und schaffte mit dem 23:23 (52.) den ersten Ausgleich des TVB seit dem 13:13. Als Schweikardt mit einer Einzelaktion mit dem 25:24 die erste Bittenfelder Führung erzielte (54.), war der psychologische Vorteil auf Seiten der Heimmannschaft – zumal die Fans ihr Team prächtig unterstützten und die kurze Deckung gegen den Bietigheimer Robin Haller Wirkung zeigte.

Mit wenig cleveren Aktionen verspielten die Bittenfelder jedoch ihre Chance. Ein geblockter Wurf von Schweikardt, ein Fehlabspiel von Häfner: Schon führte der Gast knapp vier Minuten vor Schluss mit 27:25. Der TVB kämpfte nun jedoch verbissen und hatte nach den Toren von Ludek Drobek und Seitner zum 27:27 nochmals die Chance auf den so wichtigen Sieg.

16 Sekunden vor Schluss, nach einer Auszeit, nahm der TVB den Torhüter Rutschmann vom Platz und brachte mit Marcel Lenz den siebten Feldspieler. Und tatsächlich: Der finale Spielzug war von Erfolg gekrönt: Häfner überlistete Krotz zum 28:27, stand nach Ansicht der Schiedsrichter Florian Gerhard und Tobias Küsters aber im Kreis. In der Schlusssekunde hatten die Bittenfelder sogar noch Glück, den einen Punkt zu behalten: Krotz‘ direkter Wurf aufs leere TVB-Tor verfehlte knapp das Ziel. So bleibt den Bittenfeldern wenigstens die kleine Hoffnung am letzten Spieltag.

TV Bittenfeld: Rutschmann, Sdunek; Seitner (8/1), Schöbinger, Weiß, Baumbach (1), Lenz (1), Schweikardt (3), Heib (2/2), Baumgarten (7), Wehner (3), Rothe, Häfner (1), Drobek (1).

SG BBM Bietigheim: Krotz, Lenz; Haller (7), Rentschler, Kibat (5/4), Knierim (1), Schäfer (4), Bühler, Bauer, Hinz (2), Welz, Freudl (6), Löffler, Schulz (2).

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