Ohne Hauk gegen „bärige“ Essener

Bis vorgestern war die Tabelle der 2. Liga ein bisschen schief: Es fehlte noch das – sehr bedeutende – Nachholspiel zwischen Spitzenreiter TSG Friesenheim und dem nach Verlustpunkten bis dahin Tabellenzweiten TV Hüttenberg. Das Spiel war eine überraschend klare Sache zugunsten des Spitzenreiters, der dem Gegner beim 35:27 keine Chance ließ.

Damit dürfte klar sein, wie der Direktaufsteiger in die 1. Bundesliga heißen wird: In den letzten drei Spielen wird sich Friesenheim wohl kaum noch vier Punktverluste leisten. Es geht also für den TV Bittenfeld, den Bergischen HC (beide 43 Punkte) und den TV Hüttenberg (42) um den zweiten Platz, der zu den Aufstiegsspielen berechtigt. Außenseiterchancen hat Concordia Delitzsch, das nach neun Siegen in Folge 40 Punkte gesammelt hat und lauert.

Schweikardt will die gute Saison mit Platz zwei krönen

Die – minimal – beste Ausgangsposition hat der TV Bittenfeld mit der um neun Treffer besseren Tordifferenz als der BHC. Sollte die am Ende entscheidend sein, wäre Hüttenberg aus dem Rennen. Die Rechnung für den Schlussspurt ist im Grunde einfach: Gewinnt der TVB seine Spiele gegen Essen, Bietigheim und in Saarlouis, wird er höchstwahrscheinlich auf Platz zwei stehen. Es sei denn, der Bergische HC hält sich auch schadlos und legt im Trefferverhältnis noch mal nach.

TVB-Trainer Günter Schweikardt mag keine Rechnereien. Für ihn zählt nur das nächste Spiel gegen Tusem Essen. „Dann wird die neue Situation besprochen.“ Vom zweiten Platz will der Coach nicht mehr abrücken. „Wir haben uns mit teilweise sehr guten Leistungen in eine gute Position gebracht“, sagt Schweikardt. „Und wir möchten die Saison gerne mit Platz zwei krönen.“ Dazu müssen die Bittenfelder zunächst Tusem Essen in Schach halten. Das indes dürfte eine schwierige Angelegenheit werden. Die Essener liegen, punktgleich mit Coburg, einen Rang vor dem Relegationsplatz. Dass sie deutlich mehr draufhaben, zeigen die vielen engen Resultate. Acht Spiele verlor Tusem mit maximal zwei Toren Differenz. Auch gegen die Top-Clubs gab’s teilweise beachtliche Ergebnisse: 23:23 gegen den Bergischen HC, 29:32 gegen Friesenheim, 22:24 beim Bergischen HC, 27:29 in Hüttenberg. Zuletzt führte Essen in Bietigheim bis fünf Minuten vor dem Ende und unterlag noch mit 34:36. Unterschätzen werden die Bittenfelder das Team des Trainergespanns Wolfgang Brand/Mark Dragunski auf keinen Fall. Der jüngste Auftritt bei der 30:32-Niederlage in Obernburg dürfte Warnung genug gewesen sein. „Ohne eine gute Leistung verliert man gegen jeden Gegner in dieser Liga“, sagt Schweikardt. Der ist sich ziemlich sicher, dass sich sein Team morgen ganz anders präsentieren wird.“

Er hat Respekt vor Essen, will den Gegner aber auch nicht zu starkreden. „Wir wissen über die Spielabläufe der Essener Bescheid.“ Wie Trainer Dragunski, so haben auch viele Spieler Gardemaß mit über zwei Metern. Beispielsweise der aktuelle Nationalspieler am Kreis, Patrick Wiencek. Oder Junioren-Nationalspieler Matthias Gerlich im Rückraum. Mit dem Ex-Düsseldorfer Philipp Pöter hat Tusem einen starken Regisseur. Mit den schnellen Richard Wöss, einem österreichischen Nationalspieler, und Ben Schütte ist Essen auch auf Außen sehr gut besetzt. Auf dieser Position kann der TVB nicht mit seinem besten Personal antreten: Marco Hauk fällt wegen anhaltender Kniebeschwerden aus. Kai Häfner ist mit FA Göppingen im Einsatz. Bleibt noch Patrick Rothe. „Er ist ein anderer Spielertyp“, sagt Schweikardt. „Aber er kennt unser Spiel sehr genau.“ Sein Team habe in dieser Saison den einen oder anderen Rückschlag wegstecken müssen, sagt der Coach. „Das werden wir auch jetzt schaffen.“