Ehre für Häfner, Pech für Bittenfeld

Setzt sich der Tabellenvierte beim Vorletzten mit 36:33 durch, so ist das ein standesgemäßes Resultat. „Es war nicht weltbewegend, aber in Ordnung“, sagt TVB-Co-Trainer Klaus Hüppchen. Er war jedoch auch nicht davon ausgegangen, dass der TVB den Gegner „locker herspielen“ würde. Nach einem guten Start war’s ein zähes Spiel. Der TVB lag zwar stets in Führung, kam aber nicht wirklich weg. So waren die kampfstarken Leichlinger sechs Minuten vor dem Ende beim 29:32 noch dran.

Ein bisschen geärgert hat sich Hüppchen darüber, dass der TVB nach der 36:30-Führung in der Schlussphase noch drei Tore der Leichlinger in Folge zugelassen hat. „Wer weiß, ob am Ende nicht doch das Torverhältnis eine Rolle spielen wird.“ Gerade die Defensivarbeit, „das Paket Abwehr/Torhüter“, sei nicht immer ganz auf der Höhe gewesen. So kamen die Leichlinger nach Hüppchens Geschmack zu oft von der Außenposition zum Erfolg. „Von einer Spitzenmannschaft kann man auch verlangen, mit fünf Toren Differenz zu gewinnen.“

Zweite Niederlage in Folge für den Tabellenführer

Immerhin behielten die Bittenfelder am 27. Spieltag die Punkte. Der Bergische HC hatte beim 29:26 gegen den TV Korschenbroich große Mühe. Der TV Hüttenberg musste gegen Aufsteiger HG Saarlouis hochzufrieden sein, einen Punkt gerettet zu haben. Nach knapp einer Viertelstunde lag der Tabellenzweite mit 2:11 im Hintertreffen. Der Treffer zum 29:29-Endstand sieben Sekunden vor dem Ende war der erste Ausgleich der Hüttenberger im Spiel.

Tabellenführer TSG Friesenheim kassierte beim 27:33 in Frankfurt seine sechste Saisonniederlage – die zweite in Folge nach dem 30:31 gegen den Bergischen HC. Schwächelt die vermeintlich souveräne TSG womöglich in der Schlussphase? Der Vorsprung auf die Verfolger ist jedenfalls auf drei Minuspunkte geschrumpft. Sollten die Friesenheimer das Nachholspiel heute gegen Eisenach verlieren, wäre der Titelkampf spannender denn je – und der TVB müsste sich noch mehr ärgern über die vermeidbare 26:27-Niederlage im Spitzenspiel gegen Hüttenberg.

Darüber indes will Klaus Hüppchen nicht länger nachdenken. Er richtet den Fokus auf das Heimspiel gegen Eisenach am Samstag. Vielleicht wird Kai Häfner wieder dabei sein. Zumindest lässt es der Spielplan der Göppinger zu, die erst wieder am 24. April im Einsatz sein werden. „Wir haben mit den Verantwortlichen noch nicht darüber gesprochen“, sagt Hüppchen. Keinen Einfluss wird der Erstligist am übernächsten Wochenende haben. Erstmals seit sieben Jahren hat der Deutsche Handball-Bund parallel zur A- auch eine B-Nationalmannschaft im Einsatz, die vom 15. bis 17. April beim Bring-Cup in Norwegen gegen die B-Teams von Norwegen, Dänemark und Polen antreten wird. Häfner ist überraschend dabei, wird dem TVB aber deshalb beim schweren Auswärtsspiel in Neuhausen fehlen. „Wir freuen uns natürlich sehr für Kai“, sagt Hüppchen.“ Für den TVB indes sei’s schade. „Wir haben ja zuletzt gesehen, was Kai für uns wert sein kann.“