Keine Angst vor Ex-Nationalspielern

HSG Frankfurt Rhein-Main (7. Platz, 27:21 Punkte) – TV Bittenfeld (2. Platz, 33:15 Punkte/heute, 20 Uhr, Ballsporthalle Frankfurt-Höchst). Hundertprozentig zufrieden ist der Bittenfelder Trainer Günter Schweikardt äußerst selten. So lag ihm die Leistung seiner Mannschaft in den ersten 30 Minuten gegen den Bergischen HC doch schwer im Magen. Mit ein bisschen Abstand überwiegt jedoch das Positive: Immerhin kam der TVB gegen ein Top-Team nach einem Fünf-Tore-Rückstand wieder zurück ins Spiel und hielt mit dem 22:22 den einen Punkt Vorsprung vor dem Bergischen HC.

Einen kleinen Schönheitsfehler hatte der 24. Spieltag aber doch: Der ehemalige Tabellenführer TV Hüttenberg meldete sich nach vielen erfolglosen Wochen mit dem souveränen Sieg in Obernburg eindrucksvoll zurück und schloss nach Punkten zum TVB auf. Morgen in einer Woche können sich die Bittenfelder den Konkurrenten im direkten Vergleich vom Leib halten.

Immer noch stark: Steffen Weber und Jan-Olaf Immel

Zunächst jedoch steht heute die Reise nach Frankfurt an. Vor ein paar Wochen hätten sich die Bittenfelder womöglich etwas einfacher getan in der Phase, in der die HSG ziemlich durchwachsene Ergebnisse erzielte und der Zusammenschluss der beiden Zweitliga-Teams TSG Münster und SG Wallau mehr Probleme bereitete als offenbar erwartet. Nach der 31:36-Heimniederlage gegen den Tabellenletzten Leichlinger TV zog der Verein Konsequenzen und trennte sich vom Trainergespann Mike Fuhrig/Jan-Olaf Immel. Letzterer, der ehemalige Nationalspieler und Abwehrspezialist, erfüllt allerdings seinen Vertrag als Spieler.

Der Nachfolger, der ehemalige Obernburger Trainer Thorsten Schmid, hat offensichtlich schnell den richtigen Draht zum neuen Team gefunden. Jedenfalls verhinderte die HSG mit 8:2 Punkten den freien Fall und kann gegen den TVB befreit aufspielen. Sicherlich wird die Hessen die bittere 25:41-Schlappe aus dem Hinspiel noch wurmen, als sie gegen Bittenfeld chancenlos waren. Auf einen ähnlich blutleeren Auftritt darf der TVB heute nicht hoffen.

Seit Schmid die Verantwortung hat, scheint die Defensive weit weniger anfällig als in der Hinrunde. Zuletzt ließ die HSG in Essen lediglich 22 Gegentreffer zu. In besonders guter Verfassung präsentierte sich dabei Torhüter Michael Rebstock. Nach wie vor einen starken Eindruck hinterlässt der Ex-Nationalspieler und Spielgestalter Steffen Weber – trotz seiner 37 Jahre. Und über Jan-Olaf Immels Defensivqualitäten gibt’s sowieso nichts zu diskutieren.

„Es gibt bei der HSG nicht nur die Nationalspieler, sondern etliche andere viele gute Spieler“, sagt der Bittenfelder Co-Trainer Klaus Hüppchen. Beispielsweise Hannes Lindt, der vor der Saison vom Erstligisten Magdeburg kam. „Aber wir haben auch etwas zu bieten: ein sehr gut funktionierendes Kollektiv.“

Dass sich die Frankfurter seit dem Trainerwechsel deutlich besser präsentieren, hat Hüppchen zur Kenntnis genommen. „Natürlich unterschätzen wir die HSG nicht.“ Andererseits dürften die jüngsten Erfolge auch nicht überbewertet werden.

Eine gute Nachricht erreichte die Frankfurter am Donnerstag aus Gummersbach: Der Erstligist gibt den mit Zweifachspielrecht ausgestatteten Steffen Fäth (19) für heute frei. Der Junioren-Weltmeister spielt im linken Rückraum und gilt als eines der größten Talente in Deutschland.

Ob mit oder ohne Fäth: Hüppchen ist überzeugt davon, dass der TVB mit der Leistung der zweiten 30 Minuten in der Porsche-Arena die Punkte mitnehmen kann. Dann hätten die Bittenfelder die perfekte Ausgangsposition vor dem nächsten Knaller gegen Hüttenberg.

Ein letztes Mal verzichten müssen die Bittenfelder auf den gesperrten Florian Schöbinger, Kai Häfner wird wieder in Diensten von FA Göppingen stehen. Ansonsten hat der TVB seinen gesamten Kader zur Verfügung.

Die Frankfurter müssen auf Rechtsaußen Daniel Wernig (Meniskusoperation) verzichten. Fraglich ist der Einsatz der angeschlagenen Marcus Quilitzsch und Tim Plattner.