Packendes Spiel, TVB rettet einen Punkt

Mit einem Sieg wollten die Bittenfelder den Bergischen HC im Rennen um den zweiten Platz auf drei Punkte distanzieren. Daraus wurde nichts, aber immerhin liegt der TVB nach wie vor einen Zähler vor den Bergischen Löwen. Die Fans waren entzückt von einem Spiel, das den großen Erwartungen gerecht wurde. Sie feierten ihren TVB nach Spielschluss minutenlang.

Die Voraussetzungen für den TVB waren fast perfekt. Bis auf den gesperrten Florian Schöbinger hatte Trainer Günter Schweikardt alle Spieler zur Verfügung – sogar Kai Häfner. Und was der Linkshänder für den TVB wert sein kann, demonstrierte er gestern eindrucksvoll. Er machte ein klasse Spiel. Der Bergische HC ging mit Sorgen ins Spiel: Einer ihre wichtigsten Spieler, Jiri Vitek, verletzte sich im Abschlusstraining und war zum Zusehen verdammt. Von dieser Schwächung indes war zunächst nichts zu spüren. Die Löwen traten selbstsicher und clever auf. Gegen die groß gewachsene Abwehr der Gäste hatte der TVB immense Probleme. Zu schwerfällig war das Positionsspiel, die Wurfversuche endeten oft kläglich. Jan Stochl im Tor der Löwen hatte leichtes Spiel, blieb aber auch in etlichen Eins-gegen-eins-Situationen Sieger. Nach 60 Minuten standen 25 Paraden Stochls im Protokoll. Schwierigkeiten hatten die Bittenfelder in den ersten 30 Minuten nicht nur in der Offensive, auch die Abwehr stand längst nicht so kompakt wie in den vergangenen Spielen. Überhaupt nicht in den Griff bekam der TVB den wurfgewaltigen Kenneth Klev, der nach Belieben traf.

Ratlose Bittenfelder zur Pause

Nach einer Viertelstunde sah sich der TVB mit 4:8 im Hintertreffen. Er fand einfach keine Lösungen gegen die kompakte und robuste Defensive der Gäste. Zudem scheiterte der TVB gleich dreimal vom Siebenmeterstrich. Die Löwen hielten ihren Vorsprung mühelos bei fünf bis sechs Toren. Beim 10:15-Rückstand zur Pause wettete kaum noch einer auf die Bittenfelder.

Doch die kamen fulminant aus der Kabine. Die Abwehr um den überragenden Ludek Drobek war plötzlich flinker auf den Beinen und viel schneller am Mann. Torhüter Daniel Sdunek, kurz vor der Pause für Bastian Rutschmann eingewechselt, hielt stark. Und vorne agierten die Bittenfelder deutlich entschlossener. Der Bergische HC schien überrascht, geriet unter Druck und oft in Unterzahl. In der 40. Minute erzielte Simon Baumgarten den 15:15-Ausgleich, Marcel Lenz schaffte mit dem sechsten Tor in Folge des TVB unter frenetischem Jubel der Fans beim 16:15 die erste Führung. Ganz so flott ging’s allerdings nicht weiter in der nun dramatischen und hektischen Partie, in der die Schiedsrichter Frank Kaiser und Marc Schmitz hin und wieder den Überblick verloren. Weil der TVB nun zu viel wollte, verhaspelte er sich. Die Löwen nutzten das clever aus und holten sich beim 20:17 (48.) die Führung wieder zurück.

Der TVB gab sich jedoch längst nicht geschlagen, glich aus (20:20), rannte wieder einem Rückstand hinterher (20:21 und 21:22). Nach Sebastian Seitners 22:22 drei Minuten vor dem Ende hatte der TVB sogar noch die große Chance auf den Siegtreffer. Doch Häfner scheiterte mit einem Konter an Stochl. Auf der anderen Seite war Sdunek Sekunden vor Schluss gegen Joey Duin zur Stelle. Damit blieb’s beim leistungsgerechten 22:22 – und Platz zwei für den TVB.

TV Bittenfeld: Rutschmann, Sdunek; Seitner (2), Weiß, Baumbach (1), Lenz (3), Schweikardt (2/2), Heib, Baumgarten (3), Wehner (4), Hauk (2), Rothe, Drobek, Häfner (5/1).

Bergischer HC: Stochl, Huhnstock; Fuchs, Hoße (2/1), Hinze (1), Klev (6), Quade (1), Moen (2), Duin (1), Kluge (2), Henkel (2), Aschenbroich, Reinarz (5/3).