Zweiter gegen Dritter – Showdown in der Porsche Arena

Mit großem Respekt waren die Bittenfelder nach Groß-Bieberau gefahren, letztlich siegten sie souverän mit 34:27. Der deutliche Erfolg indes kam erst in der Schlussphase zustande. „Es war ein harter Kampf“, sagt TVB-Trainer Günter Schweikardt.

Elf Minuten vor dem Ende war die TSG Groß-Bieberau beim 24:25 nah dran. Dann trat einer in Erscheinung, dem zuletzt in der Offensive nicht viel gelungen war: Mit drei Toren in Folge zum 29:24 sorgte Sebastian Seitner nach 53 Minuten für die Vorentscheidung. Den Linkshänder bekamen die Groß-Bieberauer nicht in den Griff. „Es zeichnet uns eben aus, dass immer wieder andere Spieler in Erscheinung treten“, sagt Günter Schweikardt. Seitner selbst freute sich über „mehr Platz“ im Rückraum. In den Spielen zuvor hätten die Gegner besonders auf die rechte Angriffsseite des TVB geachtet und mit einer offensiven Deckung agiert. „Groß-Bieberau ist hinten geblieben, da war’s für uns etwas leichter.“

Günter Schweikardt freut sich nicht nur über Seitners Leistung, sondern lobte das gesamte Team inklusive der erneut verlässlichen Torhüter Daniel Sdunek und Bastian Rutschmann. Wichtig sei gewesen, dass es gut ins Spiel gekommen sei und nicht – wie in den vergangenen Wochen – von Beginn an einem Rückstand hinterherlaufen musste. „Wir haben uns nach und nach stabilisiert.“

Hochgestiegen und das Tor nicht mehr gesehen

Stark spielte die Abwehr, auch wenn sie die Achse Andreas Neumann/Alexej Rybakov nicht immer unter Kontrolle hatte. Dafür machte der gefährliche Rückraumschütze Mathias Konrad keinen Stich. Er war hernach reichlich frustriert. „Ich bin hochgestiegen und habe das Tor nicht mehr gesehen“, sagt er. Schuld war der Mittelblock der Bittenfelder mit Ludek Drobek und Jürgen Schweikardt/Simon Baumgarten.

Am Freitag wird die Bittenfelder Deckung vermutlich mehr Arbeit bekommen. Mit dem Bergischen HC kommt der Tabellendritte in die Porsche-Arena. Die „Löwen“ waren als Titelkandidat Nummer eins in die Saison gestartet und nur mühsam in die Gänge gekommen. In dieser schwierigen Phase hatten die Bittenfelder mit dem fulminanten 43:35-Sieg für den Tiefpunkt des Favoriten gesorgt. Nach einem Trainerwechsel hat sich der BHC stabilisiert und nun mit einem Erfolg in Stuttgart die große Chance, sich in die beste Ausgangsposition im Kampf um den Relegationsplatz zu hieven.

Dort steht derzeit der TVB – und der scheint wenig gewillt, diesen Platz zu räumen. Mit einem Sieg hielten die Bittenfelder die Löwen mit drei Punkten auf Distanz. „Für uns ist das der absolute Saisonhöhepunkt“, sagt Jürgen Schweikardt. „So eine Brisanz hat es in einem Spiel in der Porsche-Arena noch nie gegeben, wir sind extrem heiß auf dieses Spiel.“

Der Spielgestalter hofft, dass sich der eine oder andere Zuschauer von der spannenden Tabellensituation überzeugen lässt und den TVB in der Arena unterstützen wird. „Von der Intensität her erwarte ich ein Spiel wie gegen die Rhein-Neckar-Löwen.“ Im DHB-Pokal hatten die Bittenfelder dem Erstligisten einen großen Kampf geliefert und erst in der Verlängerung unglücklich verloren.

Unbedingt den ersten Heimspielsieg im vierten Aufeinandertreffen gegen die Bergischen Löwen will Sebastian Seitner am Freitag einfahren. „Ich denke, es wird ein knappes Spiel zweier Mannschaften auf Augenhöhe“, sagt er. Dabei sieht er den Gegner stärker unter Druck als den TVB. „Der BHC muss aufsteigen, außerdem haben wir die Porsche-Arena als Bonus.“ Die gute Ausgangslage mit dem nicht zu erwartenden zweiten Platz ist für Seitner zusätzliche Motivation. „Wir haben großen Ehrgeiz, diese Position zu verteidigen.“

Seitner hätte nichts dagegen, wollte sich an der Tabellenkonstellation bis zum 34. Spieltag nichts ändern. Auch wenn sich der Urlaub wegen der Aufstiegsspiele um zwei bis vier Wochen verzögern wird. „Wann hat man schon einmal die Möglichkeit, solche Spiele zu machen?“

Karten für den Knüller

·      Karten für das Spiel in der Porsche-Arena gegen den Bergischen HC am Freitag, 12. März (20 Uhr), gibt es bei Easy Ticket (07 11/2 55 55 55) oder übers Internet unter www.easyticket.de

·      Rund 5100 Karten sind verkauft, es gibt also noch etwa 1100.

·      Im Vorspiel treffen um 17.45 Uhr die Württemberg-Ligisten SF Schwaikheim und TSV Heiningen aufeinander