Der TVB liegt jetzt auf Platz zwei

Spätestens seit Samstag ist klar: Der TV Bittenfeld ist ein ernsthafter Kandidat zumindest für den Relegationsplatz. Auf dem steht er nach dem überraschend souveränen Sieg gegen Erlangen. 6:2 Punkte nach der WM-Pause zeugen von einer stabilen Form. Die ist dem ehemaligen Tabellenführer TV Hüttenberg mit 1:7 Punkten in Folge offensichtlich abhandengekommen.

Ein bisschen Unbehagen hatten die Bittenfelder Fans in der vollbesetzten Gemeindehalle am Samstag schon. Schließlich musste der TVB nicht nur die Niederlage in Aue verkraften, sondern auch den Ausfall des gesperrten Florian Schöbinger. Indes: Die Erlanger traf’s noch härter. Mit Guillaume Laout und Sebastian Kirchner fehlten ihnen zwei wichtige Rückraumspieler.

Davon ließen sich die Franken zunächst allerdings wenig beeindrucken. Sie gingen mit ihrer offensiven und aggressiven Deckung entschlossen zu Werke. Nach sieben Minuten hatte es bereits viermal im Kasten des Bittenfelder Torhüters Daniel Sdunek eingeschlagen. Der TVB hatte sämtliche – zum Teil hochkarätige – Chancen versemmelt. HC-Schlussmann Andreas Bayerschmidt stand wie ein Fels.

In Aue war der TVB einem 0:6- und 2:8-Rückstand hinterhergerannt, diesmal stand’s 0:4. Nachdem Adrian Wehner mit zwei entschlossenen Aktionen zum 2:4 verkürzt hatte, waren die Fans einigermaßen beruhigt – wenngleich sich der TVB zunächst weiter schwertat. Das änderte sich, als der Linksaußen und Co-Trainer Jens Baumbach mit drei Toren in Folge den 7:7-Ausgleich besorgte (14.). Fortan spielten die Bittenfelder ihren großen Vorteil aus: Es trat immer ein anderer Spieler in Erscheinung, so waren sie von den Erlangern äußerst schwer auszurechnen.

Eine Konstante hatte der TVB jedoch: Die Abwehr um Ludek Drobek spielte bärenstark. Die Gäste agierten oft nahe am Zeitspiel. Dass sie sich kaum zu werfen trauten, lag am überragenden Bittenfelder Torhüter. Daniel Sdunek hatte stets irgendein Körperteil am Ball. In den letzten 19 Minuten vor der Pause musste er nur noch dreimal hinter sich greifen. Seine Quote lag damit bei über 50 Prozent.

Beim 9:8 gelang dem TVB durch Jürgen Schweikardt nach 17 Minuten die erste Führung. Und die bauten die Bittenfelder nach und nach bis zum 16:10 zur Pause aus.

Als der beste Erlanger, Georg Münch, das 16:11 besorgte und Bayerschmidt seinen dritten Siebenmeter hielt, durften die Gäste noch auf eine Wende hoffen. Allerdings nur kurz. Sie fanden keine Lücken in der Bittenfelder Deckung, und Sdunek hatte ihnen offensichtlich mächtig Respekt eingeflößt. Außerdem fruchtete die Umstellung der HCE-Abwehr auf eine defensivere Variante nicht. Zu ihren gefürchteten Kontern kamen die Gäste – im Gegensatz zu den Bittenfeldern – nur selten.

Spätestens nach dem 23:15 (43.) war klar, wer die Halle als Sieger verlassen würde. Bittenfeld spielte konzentriert und variabel, Erlangen war der Frust anzusehen. So bettelte der minutenlang wild gestikulierende und protestierende Trainer Frank Bergemann quasi um eine Verwarnung.

15 Minuten vor Ende löste Bastian Rutschmann Sdunek ab. Auch er vereitelte gleich mehrere freie Chancen der Erlanger. Nach dem 28:18 des guten Marco Hauk schlitterte der Tabellenfünfte sieben Minuten vor Schluss einem Debakel entgegen.

Dazu indes kam’s nicht. Nach drei Zeitstrafen spielten die Bittenfelder in der Schlussphase ständig in Unterzahl und verloren außerdem ein wenig die Konzentration. Erlangen kämpfte und verkürzte mit sechs Toren in Folge auf 28:24. Das war etwas ärgerlich aus Sicht des TVB, aber auch so ziemlich der einzige Kritikpunkt. Trainer Günter Schweikardt durfte sich über die äußerst gelungene Vorstellung seiner Mannschaft freuen, die mit dem Sprung auf den zweiten Platz belohnt wurde.

TV Bittenfeld: Sdunek, Rutschmann; Seitner (1), Weiß (3), Baumbach (5), Lenz, Schweikardt (4/4), Heib (2), Baumgarten (1), Wehner (3), Hauk (6), Drobek (1), Rothe (2).