Niederlage in Aue

Vorwerfen konnten man den Gästen aus Bittenfeld gestern in der Erzgebirgshalle zu Lößnitz vieles – nur eines nicht: mangelnden Kampfgeist. Egal wie groß der Vorsprung der Gastgeber auch war, der Tabellendritte kämpfte sich immer wieder heran und hätte am Ende, mit ein bisschen mehr Glück, sogar einen Punkt mitnehmen können. Doch der letzte Angriff brachte nicht das erhoffte Ausgleichstor zum 28:28. Und so stand der Tabellendritte nach 60 Minuten gegen eine hoch motivierte Auer Mannschaft einmal mehr in fremder Halle mit leeren Händen da – 27:28. „Nach diesem Spiel können wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“, sagte Hüppchen nach Spielschluss. „Es gibt Gesprächsbedarf.“ Zumal am kommenden Samstag mit dem Fünften aus Erlangen erneut eine schwierige Aufgabe auf die Bittenfelder wartet. Denn auch bei den Franken hatte der TVB Anfang Oktober mit 28:32 das Nachsehen gehabt.

Dass die Partie im Erzgebirge kein Spaziergang für die Gäste werden würde, war gestern Nachmittag schon nach wenigen Minuten klar. Fast 13 Minuten waren gespielt, ehe Florian Schöbinger in Überzahl der erste Bittenfelder Treffer gelang. Die Gastgeber, die sich durch den Erfolg ein wenig Luft nach hinten verschafft haben, waren bis dahin allerdings schon sechsmal erfolgreich gewesen. Und hätte Bastian Rutschmann im Tor der Bittenfelder nicht einige Glanzparaden hingelegt, dann wäre der Rückstand zu diesem frühen Zeitpunkt wohl noch deutlicher gewesen. Nach einer Viertelstunde aber erwachte plötzlich der Kampfgeist des Tabellendritten, der bei nun vier Partien in Aue lediglich jene in der Saison 2007/2008 für sich entschieden hat (30:29). Bis zur 23. Minute behaupteten die Sachsen zwar einen Sechs-Tore-Vorsprung (13:7), mit sechs Treffern in Folge katapultierten sich die Bittenfelder aber wieder ins Spiel zurück. Und nur durch eine Unaufmerksamkeit in der TVB-Hintermannschaft fünf Sekunden vor dem Pausenpfiff konnte Carlo Wittig die Gastgeber  erneut in Führung bringen.

Nach Wiederanpfiff war es dann zunächst der TVB, der den besseren Start erwischte und beim 15:14 durch Schöbinger auch erstmals in Führung ging. Doch die erste Führung sollte auch die einzige und letzte sein. In der Folge waren die Bittenfelder zwar stets bemüht, zu ihrem Spiel aber fanden sie zu keiner Zeit. Die Folge: Nach dem 16:16 waren es die Auer, die bis zur 51. Minute stets einen Vorsprung vorlegten – mal betrug dieser vier, mal drei, mal zwei Tore. Erst sechs Minuten vor dem Ende keimte beim Bittenfelder Anhang noch einmal Hoffnung auf als Alexander Heib und Marco Hauk mit ihren Treffern zum 24:24 ausglichen. Danach allerdings machten sich die Bittenfelder das Leben wieder selbst schwer. Durch drei Gegentreffer in Folge schien die Partie gelaufen. Schien. Denn wie schon zu Beginn erwähnt: mangelnden Kampfgeist konnten man den Gästen gestern nicht vorwerfen. Jürgen Schweikardt (2) und Dominik Weiß mit seinem Tor 65 Sekunden vor dem Ende machten das nicht mehr für möglich gehalten möglich: Die Partie war beim Stande von 27:27 wieder völlig offen. Auch noch, nachdem der Isländer Anar Jon Agnarsson zum 28:27 für den EHV getroffen hatte. Für den letzten Angriff des Spiels nahm Günter Schweikardt Daniel Sduenk aus dem Tor und brachte in Adrian Wehner einen siebten Feldspieler. Für ein Happy-End sollte diese Maßnahme indes nicht reichen. Vielleicht auch, weil die beiden Unparteiischen Nils Blümel/Jörg Loppaschewski vor 1100 Zuschauern das letzte Foul der Gastgeber nicht mit einem Siebenmeter bestraften, sondern den Bittenfeldern lediglich einen Freiwurf zusprachen. Es war – aus Bittenfelder Sicht – zumindest eine diskussionswürdige Entscheidung.

Allerdings auch eine, an der sie die Niederlage in keiner Weise festmachen wollten. „Wir haben einfach schlecht gespielt“, sagt Hüppchen. Den Grund hierfür konnte er allerdings gestern Abend noch nicht liefern. „Wir müssen das Spiel analysieren“. Und das möglichst schnell. Denn eine neuerliche Niederlage am Samstag gegen den HC Erlangen können sich die Bittenfelder nicht leisten, wenn sie weiter auf Tuchfühlung mit den beiden Topteams aus Friesenheim und Hüttenberg bleiben wollen.    

EHV Aue: Skabeikis, Meinl – Schäfer (1), Meinhardt (3), Kempe, Roch (1), Rothenburger, Agnarsson (5),  Richter, Vesely (6), Silanpää (4), Uematsu (4), Wittig (4).

TV Bittenfeld: Rutschmann, Sdunek – Seitner (3), Schöbinger (4), Weiß (3), Lenz, Baumbach (1), Rothe, Schweikardt (4/2), Heib (3), Baumgarten (2), Wehner (3), Hauk (3), Drobek (1).