Die Wild Boys gewinnen Rückrundenauftakt

Die Bittenfelder Handballer haben in der Winterpause intensiv gearbeitet – und sich mit dem Auftaktsieg im neuen Jahr gleich ein erstes Mal für die Strapazen belohnt. Es war zwar ein hartes Stück Arbeit, am Ende aber waren beide Punkte hochverdient. Auch, weil der TVB nach dem 10:9 in der 18. Minute seine Führung bis zum Schlusspfiff behaupten konnte. Dies freilich auch dank der guten Paraden von Bastian Rutschmann und Daniel Sdunek. „Unser Torwartpaket war heute um drei bis fünf gehaltene Bälle stärker“, sagt der Bittenfelder Co-Trainer Klaus Hüppchen. Und das, obschon die Korschenbroicher in Thomas Bauer immerhin den österreichischen Nationalkeeper zwischen den Pfosten hatten. Doch der 24-Jährige konnte gegen die Bittenfelder und vor 630 Zuschauern nicht ganz an die Leistungen anknüpfen, die er bei der jüngst vergangenen Weltmeisterschaft in seinem Heimatland an den Tag gelegt hatte.

Es waren vor allem die Torwürfe des Bittenfelders Sebastian Seitner, die immer wieder den Weg ins Ziel fanden. Acht Treffer hatte der Linkshänder nach 60 Minuten zu Buche stehen und war damit einmal mehr erfolgreichster Werfer seines Teams. Aber auch Simon Baumgarten, der verletzungsbedingt die Vorbereitung in der Winterpause nicht mitmachen konnte, machte ein starkes Spiel am Kreis. Zweimal konnte er nur siebenmeterreif am Torwurf gehindert werden, vier Treffer markierte er selbst – zwei davon in der spannend Schlussphase zum 28:26 und zum Endstand von 30:28.

Dabei hatte es zunächst nicht unbedingt nach einem Bittenfelder Sieg ausgesehen. Den besseren Start hatten eindeutig die Gastgeber um ihren Trainer Khalid Khan erwischt. Nach 14 Minuten führten sie verdient mit 9:6. Was zu diesem Zeitpunkt freilich noch keiner wusste: es sollte bereits die letzte Führung des Tabellenfünften gewesen sein. Zunächst glichen die Gäste in Unterzahl zum 9:9 aus  – erst hatte Florian Schöbinger eine Zeitstrafe bekommen, kaum war er auf dem Feld zurück, ereilte Ludek Drobek das gleiche Schicksal. Nach dem 10:10 und einer weiteren Zwei-Minuten-Strafe für Alexander Heib zog der TVB abermals in Unterzahl durch die Treffer von Sebastian Seitner (2) und Patrick Rothe gar auf 13:10 davon. Zwar schmolz der Vorsprung bis zur Pause wieder auf ein Tor zusammen, die starke Phase zuvor aber war ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Bittenfelder das Spitzenspiel nicht ohne Weiteres aus der Hand geben wollten.

Dass es wie schon im Hinspiel, dass der TVB knapp mit 22:21 für sich entschieden hatte, erneut „ein knappes Ding“ (Hüppchen) werden würde, zeichnete sich im Verlauf der zweiten Spielhälfte ab. Zwar konnte der TVB seine Führung behaupten und bis zur 39. Minute sogar auf vier Tore davonziehen (19:15), den Knockout-Schlag versetzten die Spieler den Gastgebern aber nicht. Im Gegenteil: zehn Minuten vor dem Ende war die Partie beim 21:22 aus Sicht der Korschenbroicher wieder völlig offen. Und auch nach dem 22:25 gaben sich die Gastgeber um ihren elffachen Torschützen David Breuer nicht auf, kamen noch einmal auf 25:26 heran. In der Folge setzten sich die Bittenfelder zwar stets mit zwei Toren ab, den Anschlusstreffer aber konnten sie nicht verhindern – selbst 54 Sekunden vor Schluss in Überzahl nicht. Nach einer Parade von Sdunek, der damit den Ausgleich verhinderte, traf Baumgarten schließlich zwei Sekunden vor dem Ende zum vielumjubelten 30:28.

Wie viel der Sieg letztlich tatsächlich im Kampf um den zweiten Tabellenplatz wert ist, wird sich bereits am Freitag zeigen, wenn der Dritte den 1. SV Concordia Delitzsch in der Porsche-Arena empfängt. „Da müssen wir unbedingt nachlegen“, sagt Hüppchen, der sich zwar über den Sieg freute, die Leistung aber nicht überbewerten wollte. „Wir haben sowohl im Angriff als auch in der Abwehr noch Potenzial“, sagt er. Potenzial, das am Freitag abgerufen werden muss. Das Hinspiel hatten die Sachsen nämlich zu Beginn der Runde mit 27:23 für sich entschieden.

TV Korschenbroich: Bauer, Leclaire – Deppisch (1), David Breuer (11/6), Doetsch (1), Simon Breuer (4), Görden (3), Markus Breuer, Piske (1), Ilper (2), Rommelfanger (5), Gelbke, Kasal.

TV Bittenfeld: Rutschmann, Sdunek; Seitner (8), Weiß (3), Schöbinger (1), Baumbach, Lenz, Schweikardt (4), Heib (3), Baumgarten (4), Wehner, Hauk (5), Rothe (2), Drobek.