Denn sie wissen nicht, wo sie stehen

TV Korschenbroich (5. Platz, 21:15 Punkte) – TV Bittenfeld (3. Platz, 24:12 Punkte/heute, 20 Uhr). Mit 9:1 Punkten in Serie spielten sich die Bittenfelder gegen Ende des vergangenen Jahres auf den dritten Tabellenplatz. Drei Punkte Rückstand auf den Relegationsrang und vier bis zum Spitzenreiter haben so manchen zum Träumen angeregt. Immerhin sind’s noch 16 Spiele, da lässt sich so ein Rückstand locker aufholen. Allerdings auch schnell verspielen.

Zu spekulieren und zu rechnen, das ist Klaus Hüppchens Sache nicht. Natürlich wehrte sich der Co-Trainer nicht dagegen, bliebe der TVB möglichst lange an den vorderen Plätzen dran. In diesen Tagen jedoch hat er nur das Spiel beim TV Korschenbroich im Kopf. Das wird schwer genug. Im Hinspiel hatten die Bittenfelder nach einem durchwachsenen Auftritt reichlich Dusel, beim 22:21 die Punkte in der Gemeindehalle zu behalten. Dabei fehlte den Korschenbroichern verletzungsbedingt der aktuelle Torschützenkönig der Liga, David Breuer. 169-mal hat der Linkshänder in 18 Spielen getroffen, das macht einen respektablen Schnitt von 9,4 Toren pro Spiel.

Korschenbroich besiegte die Bergischen Löwen und Hüttenberg

Mit 575 Toren stellt der Aufsteiger den drittbesten Angriff der Liga, und auch die Defensive hat einiges zu bieten: Mit Thomas Bauer steht der österreichische Nationaltorhüter zwischen den Pfosten. Nicht nur im Hinspiel, auch bei der Europameisterschaft im Januar zeigte er seine Klasse.

Zweimal – beim 24:26 gegen Delitzsch und 29:31 gegen Eisenach – musste sich die Mannschaft von Trainer Khalid Khan in eigener Halle geschlagen geben. Ansonsten hielt sie sich schadlos, auch gegen den Vierten Bergischer HC (32:28) und den Tabellenführer TV Hüttenberg (35:32).

Nach der sechswöchigen Pause hätten sich die Bittenfelder einen etwas leichteren Wiedereinstieg gewünscht. Korschenbroich spielte eine hervorragende Hinrunde und liegt nur drei Punkte hinter dem TVB. „Für mich ist das keine Überraschung“, sagt TVB-Co-Trainer Klaus Hüppchen. Schon im Hinspiel habe er gesehen, dass der TVK über eine „exzellente Qualität“ verfüge und ein „super Konzept“ spiele. „Und die Mannschaft kämpft bis zur letzten Sekunde.“ Große Stärke des Gegners sei das Tempospiel, herausragende Spieler seien die Breuer-Brüder und Jörn Ilper am Kreis. Dass der Rückraumspieler Dennis Marquard heute verletzungsbedingt fehlen wird, sieht Hüppchen nicht unbedingt als Vorteil für den TVB. Schließlich habe der TVK im Hinspiel bewiesen, dass er selbst den Ausfall von David Breuer wegstecken kann. Der TVB kann aller Voraussicht nach wieder auf Simon Baumgarten zurückgreifen. Der Kreisläufer hatte sich gegen Friesenheim einen Innenbandriss am Knie zugezogen. Nicht zum Kader gehören wird Kai Häfner, der am Sonntag mit FA Göppingen im DHB-Pokal die Rhein-Neckar-Löwen erwartet.

„Wir sind gut vorbereitet“, sagt Hüppchen. Auch auf die rund 400 Kilometer lange Reise: Um dem freitäglichen Verkehrschaos zu entgehen, setzen sich die Bittenfelder in den ICE. Auf der Rückfahrt sollen zwei Punkte im Gepäck stecken. „Es ist zwar kein Endspiel“, sagt Hüppchen. „Aber das erste Spiel nach so einer langen Pause hat, wie auch der Saisonauftakt, eine etwas höhere Wertigkeit.“