TV Bittenfeld fackelt nicht lange

Florian Schöbinger strahlte nach dem sechsten Sieg des TVB im sechsten Heimspiel. „Ich war mir vor dem Spiel nicht ganz so sicher, wie wir mit der Favoritenrolle in einem Derby zurechtkommen würden“, sagte er. Weniger Bedenken hatte da der Bittenfelder Torhüter Daniel Sdunek. „Wir haben ja in der Vorbereitung zweimal gegen die Neuhausener gespielt“, sagte er. „Wir wussten, dass sie uns liegen und wir sie spielerisch auseinandernehmen können.“

In der Tat: In den ersten 30 Minuten war der mit zwei Fan-Bussen, aber ohne die kranken und verletzten Alexander Trost und Ralf Bader angereiste Aufsteiger völlig überfordert. Der Neuhausener Trainer Markus Gaugisch hatte seine Mannschaft auf einen „heißen Tanz“ vorbereitet – und sah sich angesichts des Bittenfelder Blitzstarts mit der 4:0-Führung bereits nach vier Minuten zu einer Auszeit gezwungen.

Für Torgefahr sorgte nur Alexander Stevic

Viel besser jedoch kam der Gast nicht in die Spur. Der Rückraum mit dem schwachen Linkshänder Martin Fiedler und Junioren-Nationalspieler Fabian Gutbrod auf den Halbpositionen fand gegen die kompakte und flinke 6:0-Abwehr der Bittenfelder vor dem starken Torhüter Daniel Sdunek kaum Lücken. Für Torgefahr sorgten lediglich Alexander Stevics Schlagwürfe und Christian Dürner vom Strafwurfstrich.

Beim 12:8 nach 18 Minuten waren die Neuhausener noch einigermaßen im Spiel, bekamen aber in den restlichen zwölf Minuten vor der Pause gegen die konzentriert und mit einer minimalen Fehlerquote agierenden Bittenfelder deutlich ihre Grenzen aufgezeigt. So kam der TVN nicht dazu, seine gefährlichen Konter anzusetzen.

Auf der anderen Seite schlich sich der TVB immer wieder an der offensiven Neuhausener Deckung vorbei. Besonders anfällig war der Neuling über den Kreis. Jürgen Schweikardt bediente mit tollen Anspielen wechselweise Simon Baumgarten und Florian Schöbinger, die sicher verwandelten. Im Rückraum zeigte der zuletzt glücklose Adrian Wehner ansteigende Form. Ex-Erstligatorhüter Milos Slaby bekam bis zu seiner Auswechslung nach 20 Minuten lediglich einmal die Hand an den Ball.

Die logische Folge der aus Bittenfelder Sicht nahezu perfekten ersten 30 Minuten war die 20:11-Führung zur Halbzeit.

Sebastian Seitner traf in doppelter Unterzahl

Ganz so flutschte es nach der Pause nicht mehr, das indes war auch nicht unbedingt zu erwarten. Angesichts des deutlichen Vorsprungs fehlte dem TVB hier und da die letzte Konzentration. So kassierte er in Überzahl gleich zwei Gegentore zum 22:15 (35.) und zeigte anschließend bei Kontern Nerven.

In den entscheidenden Phasen zeigten die Bittenfelder aber ihre Klasse. So drückte Sebastian Seitner den Ball in doppelter Unterzahl zum 26:18 ins Neuhausener Tor. Als die Gästefans nach dem 26:20 durch den Ex-Bittenfelder Julius Emrich (45.) auf die Wende hofften und ihr Team lautstark anfeuerten, machte der TVB mit drei Treffern in Folge zum 29:20 endgültig alles klar.

Für die restlichen zehn Minuten galt’s nur die Frage zu beantworten, ob sich die Neuhausener endgültig ihrem Schicksal hingeben und ob die Bittenfelder ihre Konzentration hochhalten würden.

Beides war nicht der Fall: Der Neuling kämpfte im Rahmen seiner Möglichkeiten, Bittenfeld schluderte ein bisschen. Das 33:25 spiegelte die Kräfteverhältnisse letztlich wider. Der TVN tröstete sich damit, dass er die zweiten 30 Minuten mit 14:13 für sich entschied.

Mit diesem Sieg schob sich der TV Bittenfeld an den punktgleichen Delitzschern vorbei auf den vierten Rang der enorm ausgeglichenen Liga: Nur vier Punkte trennen den TVB vom Spitzenreiter, zum zehnten Platz indes sind’s auch nur drei Punkte Polster.

TV Bittenfeld: Sdunek, Krieg; Seitner (2), Schöbinger (5), Weiß (2), Baumbach (1), Lenz, Schweikardt (1), Heib (6/4), Baumgarten (5), Wehner (5), Hauk (6), Drobek. TV Neuhausen/Erms: Slaby, Becker; Emrich (2), Fiedler (1), Reusch, Schiller (3/1), Stevic (6/2), Dürner (5/4), Hackius (2), Michalik (4), Gutbrod (1), Österle (1).


Pressespiegel TV Neuhausen