Frecher Aufsteiger beim TVB

Was war das für eine Chance für die Bittenfelder: Mit einem Sieg in Eisenach hätte sich der TVB auf den dritten Rang gespielt. Nun läuft er Gefahr, bei einer weiteren Niederlage gegen den TV Neuhausen/Erms ins graue Mittelfeld abzurutschen. Zudem hätte der Neuling die Bittenfelder in der Tabelle überholt.

TVB-Trainer Günter Schweikardt hofft, dass die Leistung in Eisenach nur ein Ausrutscher war auf dem Weg zur größeren Stabilität. Schließlich hatten sich die Bittenfelder in der Spielen zuvor in prächtiger Form präsentiert.

In eigener Halle ist der TVB in dieser Saison noch ohne Punktverlust, der TV Neuhausen/Erms dagegen in der Fremde noch ohne jegliches Erfolgserlebnis. Die Statistik spricht also für den TVB. Aber natürlich hält TVB-Trainer Günter Schweikardt nichts von solchen Zahlenspielen. Aus seiner Sicht wäre es fatal, die Neuhausener zu unterschätzen. Gründe gibt es genügend, dies nicht zu tun. Abgesehen davon, dass sicherlich eine stattliche Zahl TVN-Fans die knapp 60 Kilometer weite Reise auf sich nehmen wird, um ihre Mannschaft zu unterstützen.

Schwer waren die Aufgaben der Neuhausener in der Fremde: Erlangen, Bergischer HC, Hüttenberg, Eisenach, Obernburg. Bei diesen heimstarken Teams muss ein Neuling nicht unbedingt Punkte einplanen. So gesehen ist die Ausbeute von 12:10 Punkten durchaus erstaunlich für einen Aufsteiger. „Das war so nicht unbedingt zu erwarten“, sagt Schweikardt. „Neuhausen hat das bisher klasse gemacht.“ Das Team von Trainer Markus Gaugisch ist gespickt mit bundesligaerfahrenen Spielern. Torhüter Milos Slaby und Alexander Trost spielten beim HBW Balingen-Weilstetten, Spielmacher Alexander Stevic und Ralf Bader beim VfL Pfullingen. Rückraumspieler Fabian Gutbrod hat Zweifachspielrecht beim Erstligisten FA Göppingen. Ein Wiedersehen gibt’s mit Kreisläufer Julius Emrich, der auch schon in Bittenfeld spielte.

Großer Rückhalt des TVN: Milos Slaby

Günter Schweikardt hat großen Respekt vor dem TVN, der außer seinen Routiniers auch etliche Talente in seinen Reihen habe und sehr gut eingespielt sei. Markenzeichen des Bittenfelder Gegners ist die offensive 3:2:1-Deckung vor dem überragenden Milos Slaby. Zuletzt ließen die Neuhausener dem Erstliga-Absteiger Tusem Essen beim 31:27 keine Siegchance. Die Kräfteverhältnisse waren klarer, als dies das Ergebnis aussagt. 16:8 und 28:19 führte der TVB bereits, ehe er es in der Schlussphase etwas gemächlicher angehen ließ.

Mit einem Sieg blieben die Bittenfelder in der Spitzengruppe, bei einer Niederlage hätten sie den Anschluss fürs Erste verpasst. „Der größte Fehler wäre, wenn wir uns vom fünften Tabellenplatz blenden ließen“, sagt Schweikardt. Wie schon in Eisenach, so wird der TVB auch morgen nicht in Bestbesetzung antreten. Außer dem verletzten Torhüter Bastian Rutschmann wird auch Kai Häfner fehlen, der mit FA Göppingen morgen nach Portugal fliegen wird. Der Linkshänder wird auch nächste Woche in Coburg nicht dabei sein. Nach seiner Grippe hat Marco Hauk am Donnerstag zum ersten Mal wieder trainiert, er wird einsatzbereit sein. Als zweiter Torhüter hinter Daniel Sdunek wird zum ersten Mal Steffen Krieg vom Landesligateam dabei sein. Rutschmanns etatmäßiger Vertreter, Felix Schmidl, ist mit der SG Pforzheim/Eutingen im Spitzenspiel der Baden-Württemberg-Oberliga gegen Tabellenführer HV Stuttgarter Kickers im Einsatz. Verzichten werden die Bittenfelder auf David Krammer. Der Linkshänder wäre im Falle eines Einsatzes festgespielt. Schweikardt hält es für klüger, Krammer in der Landesliga Spielpraxis sammeln zu lassen.