Niederlage in Eisenach

Das war es erst einmal für die Bittenfelder in der Spitzengruppe der zweiten Bundesliga Süd. „Wir sind jetzt nurmehr Mittelmaß“, stellt ein enttäuschter Günter Schweikardt fest. Dass seine Entourage indes aufpassen müsse, dass sie nicht über kurz oder lang in der Tabelle nach unten durchgereicht werde, dürfte dann doch ein wenig übertrieben sein. Auch, wenn es im Handball manchmal sehr schnell gehen könne, wie Schweikardt betont. Doch ein einziges Spiel ist freilich nicht aussagekräftig genug. Wenngleich sich der TVB freilich ähnliche Spiele wie jenes vor 1100 Zuschauern in Eisenach nicht mehr leisten darf. So leidenschaftslos hat man die Bittenfelder nur selten gesehen. In der Defensive agierten die Akteure um ihren Abwehrchef Ludek Drobek viel zu passiv und im Angriff blieben haufenweise Chancen ungenutzt. Lediglich 30 Prozent betrug die Trefferquote der Gäste vor dem Pausenpfiff. Im zweiten Durchgang konnten Jürgen Schweikardt und Co. immerhin noch einmal zehn Prozent drauflegen, gereicht hat das jedoch hinten und vorne nicht. Bei ihrer Aufholjagd brachten die Bittenfelder den Ball allein bei sechs so genannten 100-prozentigen Chancen – Siebenmeter inklusive  – nicht im Eisenacher Gehäuse unter. Es war schon ein Graus. Da spielen die Jungs gefällig, lassen ihre Gegenüber mitunter alt aussehen, und zeigen dann beim alles entscheidenden Torwurf Nerven.

Bereits beim Pausenstand von 16:10 für die Gastgeber, bei denen vor allem der neunfache Torschütze Daniel Luther überzeugen konnte, ahnte Günter Schweikardt Schlimmstes. „Wenn man auswärts nach 30 Minuten schon sechs Tore zurückliegt, wird es ganz, ganz schwierig“, sagt der TVB-Coach. Dass die Seinen aber auch mit schwierigen Situationen umgehen können, haben sie einmal mehr am Samstag bewiesen – auch wenn ihr plötzlich aufloderndes Engagement am Ende nicht mit wenigstens einem Punkt belohnt wurde. „Wäre das Spiel fünf Minuten länger gegangen, hätten wir auch noch gewinnen können“, sagt Schweikardt. Doch ein Handballspiel geht bekanntlich 60 Minuten und in denen haben es die Bittenfelder schlicht versäumt, die Begegnung zu einem früheren Zeitpunkt wieder ausgeglichener zu gestalten – mangels der bereits erwähnten schlechten Trefferbilanz. Nach 45 Minuten führten die Eisenacher beim 21:16 immer noch mit fünf Toren und auch zehn Minuten später hatte sich an deren Vorsprung nichts geändert (55., 25:20). Was danach indes folgte, brachte die Eisenacher Fans fast zur Verzweiflung. Die bereits sicher geglaubten Punkte sechs und sieben auf der Habenseite schienen der Mannschaft aus den Händen zu gleiten. Nach Toren von Alexander Heib, Andrian Wehner, Jürgen Schweikardt per Siebenmeter und Linkshänder Sebastian Seitner hatten sich die Bittenfelder 59 Sekunden vor der Schlusssirene auf 24:25 herangekämpft. Allerdings bekamen sie in der Folge nicht mehr den Ball, weil die Gäste diesen clever und mit viel Glück in den eigenen Reihen halten konnten. Einmal lag das Objekt der Begierde zwar im Seitenaus, doch ein schriller Ton der Unparteiischen, die zuvor ein Foul ein Foul gesehen haben wollen, pfiffen die bereits losgeeilten Bittenfelder wieder zurück. „Wenn wir von Beginn an mit so viel Engagement gespielt hätten wie am Ende, wäre das Ergebnis ein anderes gewesen“, sagt Schweikardt, der außer auf den knieverletzten Torwart Bastian Rutschmann auch noch auf die erkrankten Linkshänder Marco Hauk und Kai Häfner verzichten musste. Dass Allrounder Florian Schöbinger zehn Minuten vor Schluss und nach seiner dritten Zeitstrafe auch noch die Rote Karte erhalten hatte, war dem Bittenfelder Spiel ebenfalls nicht zuträglich. „Ich bin dennoch enttäuscht, es war machbar“, sagt Günter Schweikardt.  

ThSV Eisenach: Musil, Heinemann – Hoffmann (2), Sklenak (1), Wöhler (1), Luther (9), Bitterlich, Schiffner (4), Gorobtschuk, Lindner (1), Koke (5), Porkopec (2)

TV Bittenfeld: Sdunek, Schmidl – Seitner (4), Schöbinger, Weiß (4), Baumbach, Lenz (1), Schweikardt (6/2), Heib (4/2), Baumgarten (2), Krammer, Wehner (2), Drobek (1).

Stimmen zum Spiel:

Daniel Sdunek (Torwart TV Bittenfeld): „Das war eine verdiente Niederlage. Wir haben vor allem in der ersten Hälfte sehr schlecht gespielt und die Eisenacher dadurch aufgebaut. Leider haben wir es in der zweiten Hälfte nicht geschafft, dass Spiel früher enger zu gestalten, sonst wäre ein Sieg möglich gewesen. So hätte das Spiel fünf Minuten länger gehen müssen.“

Jens Baumbach (Linksaußen und Co-Trainer TV Bittenfeld): „Das war einfach eine schlechte Leistung. Jeder Spieler hat sich zwei bis drei Fehler erlaubt. Mit dieser Fehlerquote kann man auswärts nicht gewinnen.“

Jürgen Schweikardt (Rückraumspieler TV Bittenfeld): „Das war eine grottenschlechte erste Hälfte. Wenn man einen angeschlagenen Gegner, wie es der ThSV Eisenach vor der Partie war, durch eine solch’ schlechte Leistung so ins Spiel bringt, dann hat man es nicht verdient zu gewinnen.“