Patrick Rothe wechselt nicht zum TVB zurück

Mit sechs Siegen, einem Unentschieden und drei Niederlagen sind die Bittenfelder im Soll. In eigener Halle hat der TVB, wie auch Spitzenreiter TV Hüttenberg und Aufsteiger TV Neuhausen/Erms, noch keinen Punkt abgegeben. Auswärts mussten sich die Bittenfelder Delitzsch, Erlangen und eben Hüttenberg beugen. Alle drei sind im vorderen Tabellendrittel angesiedelt und gelten als äußerst heimstark.

Beachtlich ist die Ausbeute des TVB auch deshalb, weil er mit Hüttenberg, Friesenheim, Delitzsch, Erlangen und dem Bergischen HC sämtliche vordere Mannschaften bereits hinter sich hat. Zum Vergleich: Der TV Hüttenberg, mit 19:1 Punkten souverän an der Spitze, spielte ausschließlich gegen Mannschaften von Rang sieben abwärts – außer eben gegen Bittenfeld.

Sind die Hüttenberger also womöglich gar nicht so stark, wie es derzeit aussieht?

„Doch“, sagte der Bittenfelder Torhüter Bastian Rutschmann nach dem 35:26-Sieg des TVB gegen Leichlingen am Samstag. 28:31 hatte Bittenfeld in der Vorwoche in Hüttenberg verloren. Durchaus verdient, wie Rutschmann fand. Beim forschen Aufsteiger Saarlouis erwartete die Konkurrenz die erste Saisonniederlage der Hüttenberger. Der 28:24-Sieg des TVH geriet allerdings nur kurz in Gefahr.

Am Samstag kommt’s zum Spitzenspiel zwischen dem TV Hüttenberg und dessen härtestem Verfolger, der TSG Friesenheim. Egal, wie’s ausgeht: Der TVB wird in jedem Fall profitieren – vorausgesetzt, er gewinnt gleichzeitig in Eisenach. Auf dem Papier ist das eine lösbare Aufgabe, schließlich hat der Tabellenvorletzte erst eines von fünf Heimspielen für sich entschieden. Der TVB könnte sich eine prima Ausgangsposition für die Rückrunde erspielen, schließlich hat er in den restlichen sieben Spielen bis Weihnachten – ausgenommen Bietigheim – kein Topteam mehr als Gegner. Und im ersten Rückrundenspiel, am 26. Dezember, kommt der Tabellenzweite TSG Friesenheim in die Porsche-Arena.

Bastian Rutschmann indes hält nicht viel von Rechenspielen, dazu sei die Liga zu ausgeglichen. „Das klingt jetzt blöd“, sagte er nach dem Leichlingen-Spiel. „Aber wir müssen wirklich von Spiel zu Spiel denken.“ Gegen Leichlingen stand Rutschmann, außer bei einem Siebenmeter, durchweg im Tor. Normalerweise wechselt er sich mit Daniel Sdunek ab. Letzterer klagte jedoch in der Woche vor dem Spiel über Rückenschmerzen. Am Donnerstag und Freitag trainierte Sdunek zwar wieder, doch TVB-Trainer Günter Schweikardt wollte „nichts herausfordern“. Nötig war ein Torhüterwechsel sowieso nicht: Mit 22 gehaltenen Bällen bestätigte Rutschmann seine hervorragende Form.

Gefreut hat sich Schweikardt auch über Florian Schöbinger. Der Allrounder, der häufig von Verletzungen und Krankheiten zurückgeworfen wurde, knüpfte gegen Leichlingen an seine alte Stärke an. Auch Youngster Marcel Lenz stabilisiere sich von Woche zu Woche, so Schweikardt.

Weniger Spielanteile als gewohnt hatte Sebastian Seitner im rechten Rückraum. Der mit Zweifachspielrecht beim Erstligisten FA Göppingen ausgestattete Junioren-Weltmeister Kai Häfner stand wieder einmal zur Verfügung. „Wir wollten die Gelegenheit nützen und ihm größere Spielanteile geben“, sagt Schweikardt. Seitner müsse im linken Rückraum stets „auf der Matte stehen“. Da tue ihm eine kleine Pause gut.

Weil’s personell derzeit sehr gut aussieht, David Krammer nach seiner Knieverletzung wieder fit ist und auch Häfner öfter zur Verfügung stehen wird, sehen die Bittenfelder im Moment auch von einer Verpflichtung Patrick Rothes ab. „Patrick ist immer ein interessanter Spieler für uns“, sagt Günter Schweikardt. „Aber für eine Rückkehr ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt.“