Leichlingen noch gut bedient

Selten zuvor hatten die Bittenfelder Fans das Spielende so sehr herbeigesehnt wie am Samstag. Das indes lag nicht daran, dass ihre Mannschaft schlecht spielte. Im Gegenteil: Ähnlich wie gegen die HSG Frankfurt Rhein-Main beherrschte der TVB den Gegner nach Belieben und unterstrich seine gute Form. Geärgert haben sich die Zuschauer vielmehr über die katastrophale Leistung der Schiedsrichter Gunnar Beyer und Thomas Schulte, die mit unzähligen kuriosen Entscheidungen ein flüssiges Spiel verhinderten und dem Schiedsrichterbeoachter einen schweißtreibenden Abend bescherten.

Froh über das Spielende waren sicher auch die Leichlinger Spieler. Dass die Niederlage mit neun Toren Differenz noch einigermaßen erträglich ausfiel, lag an den Konzentrationsschwächen der Bittenfelder in den zweiten 30 Minuten.

Während der TVB in Bestbesetzung antrat – also auch mit Junioren-Weltmeister Kai Häfner –, gab’s auf der Auswechselbank der Gäste reichlich Platz: Vier wichtige Akteure fehlten dem LTV, der mit nur acht Feldspielern und ohne Auswärtspunkt nach Bittenfeld reiste.

Dass Leichlingen nach 14 Minuten beim 7:6 noch gut im Spiel war, hatte mehrere Gründe. Der TVB brauchte eine Weile, bis er sich auf die offensive Deckung des Gegners, wahlweise 4:2 oder 5:1, eingestellt hatte. Zudem traten bereits in der Anfangsphase die Schiedsrichter unangenehm in Erscheinung. Von etlichen fragwürdigen Siebenmetern und Zeitstrafen ließ sich der TVB aus dem Rhythmus bringen.

Den fanden die Bittenfelder mit dem 8:6 des guten Jürgen Schweikardt. Der beste Bittenfelder, Florian Schöbinger, legte zum 9:6 nach. Damit war der Bann gebrochen, dem energischen Zwischenspurt zum 15:9 hatte Leichlingen nichts entgegenzusetzen. Harmlos und durchschaubar spielten die Gäste im Angriff.

Für Torgefahr sorgten lediglich Alexander Oelze, der zur neuen Saison vom Bergischen HC zum LTV stieß, und David Kreckler. Wobei letzterer schon früh den Kopf hängen ließ. Der erneut überragende TVB-Keeper Bastian Rutschmann schnappte sich gleich die ersten vier Würfe des Leichlinger Torjägers, inklusive eines Siebenmeters. Mit der beruhigenden 16:11-Führung ging der TVB in die Halbzeit.

Einseitig ging’s auch nach der Pause weiter. Der TVB baute seinen Vorsprung locker auf sieben Tore aus (20:13/34.) und lief nie Gefahr, in Bedrängnis zu kommen. Auch nicht in doppelter Unterzahl. Für anhaltende Adrenalinschübe auf den Zuschauerrängen sorgten die Unparteiischen mit haarsträubenden Entscheidungen. Als Marco Hauk nach einem Kontertor angeschlagen im Tor liegen blieb, schickten sie den Rechtsaußen wegen Schauspielerei für zwei Minuten auf die Bank.

Die Bittenfelder nahmen’s recht gelassen und zeigten einige schöne Aktionen. Schöbinger traf mit links zum 26:18 (42.), der gute Häfner sorgte beim 30:20 (46.) für die erste Zehn-Tore-Führung. Während die Fans nur noch über die Höhe des Sieges diskutierten, sehnten die Leichlinger Spieler den Schlusspfiff herbei. Sie kämpften, waren aber mit ihren Kräften früh am Ende.

Glück hatte der LTV, dass auch bei den Bittenfeldern die Konzentration angesichts des komfortablen Vorsprungs nachließ. Ansonsten wäre Leichlingen ähnlich unter die Räder gekommen wie Frankfurt. Das 35:26 war jedoch deutlich genug, um beim Leichlinger Trainer für eine leichte Wahrnehmungsstörung zu sorgen. „Drei, vier Tore knapper hätte die Niederlage schon ausfallen können“, sagte Frank Lorenzet bei der Pressekonferenz.

TV Bittenfeld: Sdunek, Rutschmann; Seitner, Schöbinger (7), Weiß (3), Baumbach, Lenz (5), Schweikardt (5), Heib (2), Baumgarten (4), Häfner (4), Wehner, Hauk (4), Drobek (1).