Wild Boys verlieren Spitzenspiel

Dabei hatte die Partie am Samstag im Sportzentrum in Hüttenberg recht verheißungsvoll für die Bittenfelder begonnen. Nach ausgeglichenem Beginn konnten sich die Gäste zwischen der 19. und 22. Minute auf drei Tore absetzen (12:9).  Ein Vorsprung, den die Bittenfelder sogar noch hätten ausbauen können. Doch selbst in Überzahl wollte dem Team um Spielmacher Jürgen Schweikardt nicht viel gelingen. Ganz im Gegensatz zu den immer noch ungeschlagenen Gastgebern, die in dieser Phase zweimal mit einem Mann weniger auf dem Feld standen und  jeweils einen Treffer markierten. Und so betrug der Vorsprung der Bittenfelder zur Pause beim 15:14 denn auch nur noch ein Tor. Dennoch war und konnte Günter Schweikardt bis dahin mit der Leistung der Seinen zufrieden sein. Schließlich, sagt er, „war’s in der Tat ein Spitzenspiel zweier hoch motivierter Teams“. Dieses Spitzenspiel allerdings gaben die Bittenfelder kurz nach Wiederanpfiff aus der Hand. „Da haben wir ein wenig den Faden verloren“, sagt der TVB-Trainer. Auch, weil die Seinen mehr mit den Entscheidungen der Schiedsrichter Nils Blümel und Jörg Loppaschewski  haderten, anstatt sich auf ihre Aufgaben zu konzentrieren. „Das ist natürlich einer Spitzenmannschaft nicht würdig“, gibt der Co-Trainer Klaus Hüppchen zu. Doch die Zeitstrafen für Alexander Heib beim 19:16 und Florian Schöbinger beim 20:18 aus Sicht der Gastgeber „haben uns das Genick gebrochen“.

Der TV Hüttenberg nutzte jedenfalls den Ärger der Bittenfelder schonungslos aus und zog bis zur 45. Minute auf 24:19 davon. Als dann auch noch binnen 30 Sekunden Heib und Schöbinger eine Zeitstrafe absitzen mussten, für Letzteren war’s bereits die Dritte und damit die Disqualifikation, war die Partie zugunsten des Spitzenreiters gelaufen – obschon es danach wieder eine Begegnung auf Augenhöhe war. Allerdings schafften es die Bittenfelder nicht, den Fünf-Tore-Rückstand zu verkleinern. Dies gelang erst in den letzten beiden Minuten, in denen Dominik Weiß das 26:30 und 27:30 erzielte. Das letzte Tor zum 28:31 warf mit dem Schlusspfiff Alexander Heib vom Siebenmeterstrich. „Wir hätten das Spiel wesentlich länger offen gestalten können“, ärgerte sich hernach Hüppchen. „Aber leider haben wir es nicht geschafft, über 60 Minuten unser Spiel durchzuziehen.“  Auch die Torhüter Daniel Sdunek und Bastian Rutschmann konnten dem Spiel mit ihren Paraden nicht die entscheidenden Wende geben. Sie haben zwar solide gespielt, aber eben nicht überragend. Günter Schweikardt sah es derweil realistisch. „Wenn man auswärts gewinnen will, muss man eben fünf Tore besser sein als der Gegner.“ Und das waren die Seinen am Samstag nicht.

Durch die nun insgesamt dritte Niederlage haben die Bittenfelder ihren dritten Tabellenplatz zwar vorerst eingebüßt, doch schon am kommenden Samstag im Heimspiel gegen den Leichlinger TV sollen die beiden nächsten Zähler aufs Konto verbucht werden. „Wir werden alle unsere Kräfte bündeln, damit uns das gelingt“, sagt Günter Schweikardt.

TV Hüttenberg: Ritschel, Redwitz – Weber (2/2), Andreas Lex (2), Laudt (2), Stefan Lex (2/2), Stelzenbach (3), Rigterink (2), Jezewksi (7/2), Scholz (7), Langenbach (4), Faulenbach, Bepler, Stock.

TV Bittenfeld: Sdunek, Rutschmann – Weiß (4), Heib (6/5), Schweikardt (4/2), Seitner (3), Schöbinger (1), Baumbach, Lenz (1), Baumgarten (1), Hauk (5), Wehner (3), Drobek.

Stimmen zum Spiel:

Florian Schöbinger (Allrounder, TV Bittenfeld): „Das war eine vergebene Chance. Wir hatten in der ersten Halbzeit die Möglichkeit nach dem 12:9 noch weiter davonzuziehen, was uns aber leider selbst in Überzahl nicht gelungen ist. Nach der Pause war’s dann ein typisches Auswärtsspiel. Da konnte man damit rechnen, dass man die Pfiffe nicht wie in einem Heimspiel bekommt und das hat uns am Ende das Genick gebrochen.“

Marcel Lenz (Linksaußen, TV Bittenfeld): „Wir haben beim Tabellenführer in Hüttenberg gespielt, der mit viel Selbstvertrauen aufgetreten ist. Das wollten wir brechen, was uns beim 12:9 in der ersten Hälfte auch fast gelungen ist. Doch dann haben wir es versäumt unseren Vorsprung auszubauen. Nach der Pause sind wir dann etwas von den Schiedsrichtern benachteiligt worden. Und als wir in der 45. Minute mit fünf Toren hinten waren, ist das Spiel so dahin getümpelt.“

Pressespiegel TVH