Niederlage in Delitzsch

Und das nicht ohne Grund. Um 8.45 Uhr hatte sich der Bittenfelder Tross am Freitag auf den Weg nach Sachsen gemacht. Angekommen ist die Mannschaft um 18.15 Uhr. Da hätte das Spiel eigentlich schon 15 Minuten alt sein müssen. Doch ein Stau und zahlreiche Umleitungen machten ein pünktliches Erscheinen im Delitzscher Kultur- und Sportzentrum unmöglich. Dass die Gäste hernach nur 30 Minuten Zeit hatten, um sich zu akklimatisieren und auf die Partie einzustimmen, dürfte für deren Durchschlagskraft nicht gerade förderlich gewesen sein. Indes: als Entschuldigung für die 23:27-Niederlage gegen die mit nunmehr  6:0-Punkten gestarteten Delitzscher will das Trainergespann die Umstände vor der Partie nicht gelten lassen – obschon freilich das Team anfänglich nicht wie gewohnt ins Spiel fand. Kämpferisch aber hatten Günter Schweikardt und Co-Trainer Klaus Hüppchen 60 Minuten lang keinen Grund, der Mannschaft Vorwürfe zu machen. Letztlich waren es sechs individuelle Fehler, welche die im Vergleich zum Vorjahr personell stärkeren Gastgeber in der Schlussviertelstunde vollends auf die Siegerstraße brachten. Und so war die Partie bis zum 10:11 aus Bittenfelder Sicht (23. Minute) denn auch recht ausgeglichen. Danach allerdings konnte die Sachsen bis zur Pause – auch dadurch bedingt, dass Simon Baumgarten eine Zeitstrafe absitzen musste – auf 16:12 davonziehen. Ein Vorsprung, den die Bittenfelder nicht mehr aufholen sollten. Zwar erwischten der mit sieben Toren erfolgreichste TVB-Werfer Andrian Wehner und seine Mitstreiter einen guten Start im zweiten Durchgang und konnten sogar mit 21:20 in Führung gehen, doch eine schlechte Chancenverwertung in der Folge machten die Hoffnungen zunichte, das Spiel doch noch mit einem Sieg zu beenden. „In dieser Phase haben wir mindestens drei 100-prozentinge Chancen vergeben“, sagt Günter Schweikardt, der Alexander Heib auf dem Feld schmerzlich vermisste. Der Spielgestalter und Ideengeber hatte sich im Training so schwer am Knie verletzt, dass mehr als ein Kurzeinsatz nicht möglich war. „Hätten wir getroffen, hätte wir vielleicht vorentscheidend davonziehen können“, sagt Schweikardt. Stattdessen leisteten sich die Seinen in den letzten zehn Minuten sechs individuelle Fehler, die die Delitzscher konsequent zu ihren Gunsten nutzen und so über die Spielstände 23:22 (57.), 25:22 (58.) und 27:22 (59) ihren dritten Saisonsieg einfuhren. „Wir haben uns die Niederlage selbst zuzuschreiben. Wir haben in allen Mannschaftsbereichen nicht die Leistung gebracht, die wir im Stande sind abzurufen“, sagt Schweikardt. Ein Sonderlob gab’s derweil für Torwart Bastian Rutschmann,  der seinem Gegenüber Gabor Pulay im Tor der Delitzscher – der 39-jährige Ungar hielt beim Stande von 18:12 drei Konter in Folge -, in nichts nach stand. Beide verdienten sich die Note eins.

So ärgerlich die Niederlage für den TVB-Coach am Ende auch war – „Wir haben eine gute Gelegenheit ausgelassen, uns vorne in der Tabelle zu platzieren“, – so erwartungsvoll schaut er bereits auf die kommenden Begegnungen. „Auf zu neue Taten, es warten lauter schöne Herausforderungen. Und die zeigen dann auch, wohin der Weg des TVB gehen wird.“

1. SV Concordia Delitzsch: Pulay, Bliß; Meiner, Müller, Streitenberger (4/1), Hummel (4), Baumgärtel (4), Oehlrich (4),Warmuth, Boese (6), Rihn (1), Seitle (4/1), Pietzsch.

TV Bittenfeld: Rutschmann, Sdunek; Seitner (4), Schöbinger (1), Weiß (2), Lenz (1), Schweikardt, Heib (1), Baumgarten (1), Krammer (1), Wehner (7), Hauk (5), Drobek.