Der TVB weiß gleich, wo’s langgeht

(twa). Das Vorgeplänkel hat morgen (18 Uhr) ein Ende: Im ersten Pflichtspiel der Saison, in der ersten Runde um den Pokal des Deutschen Handball-Bundes, muss Zweitligist TV Bittenfeld zum Ligakonkurrenten HSC Coburg. Viel härter hätte es den TVB nicht treffen können: Das Team des Düsseldorfer Meistertrainers Georgi Sviridenko strebt den Aufstieg in die 1. Bundesliga an.  

Eine stattliche Anzahl von Testspielen und Turnieren hat der TV Bittenfeld hinter sich. Das Turnier in Bönnigheim war der letzte Test vor dem ersten Pflichtspiel und brachte dem Trainer noch mal wichtige Erkenntnisse. „Uns fehlt nach wie vor die Konstanz“, sagt Günter Schweikardt. „Das können wir uns in der Liga nicht erlauben.“ Dabei war gerade die Stabilität in der Rückrunde der vergangenen Saison das große Plus des TVB.

Andererseits will Schweikardt den Testspielergebnissen auch nicht allzu viel Bedeutung zumessen. „Man muss immer sehen, aus welcher Situation heraus man spielt.“ Eine gewisse Müdigkeit nach einer großen Belastung sei normal und nicht unbedingt ein Gradmesser. Das gilt auch für den Gegner morgen. Überraschend deutlich mit 19:27 unterlag der HSC Coburg im jüngsten Test dem ThSV Eisenach, tags zuvor indes hielt der HSC beim 25:28 gegen den spanischen Topclub Reyno de Navarra San Antionio prima mit. „Es kann keiner so richtig einschätzen, wo er gerade steht“, sagt Schweikardt. „Es wird höchste Zeit, dass es richtig losgeht.“

Zum Auftakt indes hätte sich der Trainer eine kürzere Anfahrt gewünscht. Und einen leichteren Gegner. Der HSC Coburg kämpfte in der vergangenen Saison zwar gegen den Abstieg in die Regionalliga. Überaus überraschend, schließlich verfügte er über einen glänzend bestückten Kader. In der neuen Saison dürfte das nicht mehr passieren. Jedenfalls streben die Coburger einen Platz unter den ersten fünf an.

Dazu hat der HSC den Kader ziemlich umgekrempelt. Gleich acht Spieler haben den Verein verlassen. Vier neue kamen hinzu – allesamt Hochkaräter. Am Kreis spielen der 2,02 Meter große Vaclav Vrany, er kam von Dukla Prag, und Dominic Kelm (Wilhelmshavener HV). Jonathan Rivera Vieco vom Erstligisten Füchse Berlin übernimmt die Spielmacherposition. Der Franzose Christian Caillat (Füchse Berlin) und Johan Anderson (Wilhelmshavener HV) sind für die Halbpositionen vorgesehen.

Trainer Georgi Sviridenko, der vom Zweitliga-Meister HSG Düsseldorf kam, hat einen starken Kader beisammen. Schweikardt hat großen Respekt. „Der HSC hat deutlich an Qualität zugelegt, er hat zu Recht große Ambitionen.“ Trotzdem sieht Schweikardt eine Chance aufs Weiterkommen. Großer Vorteil der Bittenfelder könnte, zumindest zu Beginn der Saison, das eingespielte Team sein. Großartige Neuerungen gibt’s nicht, abgesehen vom neuen Torhütergespann Bastian Rutschmann/Daniel Sdunek.

Auch wenn der Pokal nicht ganz die Wertigkeit der Punktspielrunde hat: Ganz unwichtig ist ein ordentlicher Auftritt nicht. Schließlich spielt es sich beim Vizemeister TSG Friesenheim nächsten Freitag mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen viel besser.

Personell sieht es sehr gut aus beim TVB. Bis auf Junioren-Weltmeister Kai Häfner hat Schweikardt seinen besten Kader zur Verfügung. „Das wird auch die Basis für eine erfolgreiche Runde sein.“ Wie schon im Vorjahr, so gilt auch diesmal für den TVB: Die Stützen im Team dürfen nicht längerfristig ausfallen.

Auch die Coburger sind bis auf einen Spieler komplett: Florian Lendner kann wegen einer Knochenabsplitterung am Finger nicht spielen.