„Um weitere Hauptamtliche kommen wir nicht herum“

Herr Schweikardt, sportlich war die vergangene Saison die erfolgreichste des TVB. Vor allem durch die Spiele in der fast durchweg ausverkauften Porsche-Arena hat sich der TVB auch in der Region Stuttgart einen Namen gemacht. Macht das die Arbeit der Marketingabteilung in der angespannten Wirtschaftslage einfacher?

Unsere positive Entwicklung in den vergangenen Jahren macht uns die Arbeit definitiv einfacher und bringt uns Vorteile. Sicher haben wir, wie wahrscheinlich jeder Sponsoringsuchende, in der momentan schwierigen wirtschaftlichen Lage auch Partner verloren. Doch in der Summe haben wir mehr hinzugewonnen – auch wenn es sich nicht in großen Dimensionen bewegt.

Wird der TVB auch in Zukunft seiner Linie treu bleiben und sich nicht von einem Hauptsponsor abhängig machen? Mit einem richtig großen Sponsor, der den TVB langfristig unterstützt, könnte sich das Marketing viel Arbeit ersparen.

Einen Großsponsor würden wir sicher nicht wegschicken, und wir sind auch nach wir vor auf der Suche nach einem Hauptsponsor. Mit ihm könnten wir unseren Kader noch entscheidend verbreitern. Andererseits ist es uns auch wichtig, unsere Sponsorenstruktur wie bisher auf eine breite Basis zu stellen. Jeder Sponsor ist ein Multiplikator, der uns in der Region bekannt macht. Das gilt in erster Linie für die Spiele in der Porsche-Arena.

Der TVB hat keinen hauptamtlichen Geschäftsführer, auch die Marketingabteilung setzt sich mehr oder weniger aus Ehrenamtlichen zusammen. Ist das mittelfristig in diesen Bereichen überhaupt noch machbar, zumal mit der Einführung der eingleisigen 2. Liga die Aufgaben nicht weniger werden dürften?

Mit den Spielen in der Porsche-Arena betreibt unsere Marketingabteilung einen Aufwand wie wohl kein anderer Zweitligist. Zumindest keiner im Süden. Wir haben in der Vergangenheit einiges auf die Beine gestellt, haben eine Geschäftsstelle aufgebaut und das Marketing professionalisiert. Es ist aber auch klar, dass wir mit der eingleisigen 2. Liga, die wir anstreben, noch einiges tun müssen. Irgendwann werden wir auch nicht mehr umhinkommen, im Managementbereich weitere hauptamtliche Mitarbeiter einzustellen.

Zum ersten Mal wird der TVB in dieser Saison vier Spiele in der Porsche-Arena austragen. Wurden die Termine und Gegner bewusst gewählt oder musste sich der TVB dabei mehr oder weniger nach dem Rahmenplan der Arena richten?

Wir bekommen im Juni unseren Spielplan, und zu diesem Zeitpunkt sind logischerweise viele Termine in der Porsche-Arena mit Konzerten oder anderen Veranstaltungen belegt. Komplett frei in der Planung sind wir also nicht, weil wir uns nach dem Rahmenterminplan der Arena richten müssen. Allerdings schauen wir schon nach möglichst attraktiven Gegnern, und die haben wir beispielsweise mit der TSG Friesenheim und dem Bergischen HC auch gefunden.

In der Gemeindehalle geht’s oft eng zu, der eine oder andere Fan kommt erst gar nicht zu den Heimspielen, weil er fürchtet, keine Karte mehr zu bekommen. Wie geht der TVB künftig damit um?

Das ist ein Thema, das uns ständig beschäftigt. Aus diesem Grund werden wir in der neuen Saison auf der Tribüne hinter dem Tor, gegenüber der Bühne, zusätzlich zu den bestehenden Stehplätzen weitere Sitzplätze einrichten. Die werden auch nicht komplett mit Dauerkarten belegt sein, sondern im freien Verkauf landen. Die Stimmung in der Gemeindehalle soll gut sein, aber der Fan soll sich dabei auch noch wohl fühlen. Im Grunde gibt’s an der Tageskasse meist noch Karten, zumindest Stehplätze. Allerdings ist es natürlich am besten, man sichert sich die Karte im Vorverkauf – vor allem, wenn man noch Sitzplatztickets haben möchte.

Der Fan ist verwöhnt, was vor Jahren noch etwas Besonderes war, ist mittlerweile Standard. Hat sich der TVB für die kommende Saison wieder etwas Neues einfallen lassen?

Generell möchten wir versuchen, im Zuschauerbereich der Gemeindehalle die Qualität zu erhöhen. Für die Porsche-Arena haben wir uns die eine oder andere Überraschung überlegt, da wird aber noch nichts verraten. Nur so viel: Die Player’s Night wird in die benachbarte Palm-Beach-Bar verlegt, da haben wir ein viel besseres Ambiente als in den Katakomben der Arena. Grundsätzlich will der TV Bittenfeld nicht nur guten Handball bieten, sondern auch ein Event. Besonders natürlich in der Porsche-Arena.