TV Bittenfeld verliert 39:30 in Münster

Vielleicht, sagt der Bittenfelder Co-Trainer Klaus Hüppchen, sei die Niederlage ja um zwei oder drei Tore zu hoch ausgefallen. Letztlich aber sei der Erfolg der Münsteraner um Ex-Nationalspieler Jan-Olaf Immel durchaus verdient gewesen. „Wir haben unser Spiel nach vorne nicht durchgebracht, hatten viele Ballverluste und waren auch in der Chancenauswertung nicht konsequent genug“, sagt Hüppchen. In der Summe seien das einfach zu viele Faktoren gewesen, die ein besseres Ergebnis gegen das erfahrene Team aus Nordrhein-Westfalen verhindert hätten. Hinzu kam, dass die Bittenfelder durch das Fehlen von Abwehrchef Ludek Drobek auch in der Defensive – das Prunkstück in der Rückrunde –  nicht zu gewohnter Stärke fanden. Obschon freilich Simon Baumgarten, Adrian Wehner und auch Florian Schöbinger ihre Aufgaben im Mittelblock gut lösten. Und auch Nachwuchs-Keeper Felix Schmidl, der von Beginn an das Vertrauen von TVB-Trainer Günter Schweikardt bekommen hatte, darf man keinen Vorwurf machen. „Er hat viele Kontertore bekommen, ansonsten die Aufgabe aber wirklich passabel gelöst“, sagt Klaus Hüppchen. Mit der Einwechslung des isländischen Nationaltorhüters Björgvin Gustavsson fünf Minuten vor dem Halbzeitpfiff hatte die Bittenfelder Hintermannschaft zwar etwas mehr Stabilität erlangt, doch auch der Olympiazweite musste sich zu oft einem Duell mit einem Konterläufer stellen. „Da ist es eben einfach auch für so einen guten Mann wie ihn schwierig, die Mannschaft im Spiel zu halten“, sagt Hüppchen. Und so lagen die Gäste denn auch zur Halbzeit bereits mit fünf Toren im Rückstand (16:21).
Dass die Bittenfelder beim Tabellensechsten keine Punkt würden mitnehmen können, war dann spätestens Mitte der zweiten Hälfte klar. 44:18 Minuten waren gespielt als der Münsteraner Fabian Bohnert beim Stande von 28:23 eine doppelte Zeitstrafe aufgebrummt bekam.  Neun Sekunden später musste sein Teamkollege Daniel Wernig auf die Bank. Eine doppelte Überzahl, aus der die Bittenfelder allerdings kein Kapital schlagen konnten. Im Gegenteil: Als die Gastgeber wieder mit sechst Akteuren auf dem Feld waren, stand es 30:24. „Unser Überzahlspiel war in dieser Phase schlicht schlecht“, sagt Hüppchen. Was allerdings auch daran gelegen haben mag, dass die Münsteraner Fans, weil sie ihr Team von den Unparteiischen Murat Aslandag/Mustafa Aslandag (Duisburg) in dieser Phase schlecht behandelt sahen, nun lautstark ihre Akteure nach vorne peitschten. „Die Halle war plötzlich hellwach“, sagt der Co-Trainer des TVB. Zwar nahm Günter Schweikardt acht Minuten vor dem Ende (33:24) noch einmal eine Auszeit, sein Team aber konnte er nicht mehr auf die Siegerstraße zurückbringen – obschon Linkshänder Sebastian Seitner vier seiner insgesamt sieben Tore in den letzten acht Minuten der Partie erzielte. Indes: Zu clever agierten die erfahrenen Akteure aus Münster in der Folge und ließen sich so in ihrem letzten Heimspiel der Saison die Punkte nicht mehr nehmen.
TSG Münster: van de Mortel, Rebstock; Bohnert (1), Immel (5), Quilitzsch (1), Weber (2), Wernig (7), Ochs (1), Neukirchen (3), Buschsieper (2), Zapototschny (3), Rejab (6), Pausch (8/3).
TV Bittenfeld: Schmidl, Gustavsson; Heib (11/8), Seitner (7), Schöbinger (2), Schweikardt, Prasolov (3), Baumgarten (2), Kienzle, Lenz, Kleefeld (1), Krammer (1), Wehner (3).

STIMMEN:
Sebastian Seitner (Rückraumspieler des TV Bittenfeld): „Es begann schon nicht gut. Weil wir im Stau standen, waren wir erst 45 Minuten vor dem Spiel in der Halle. Da war alles ein bisschen hektisch und wir konnten uns nicht richtig akklimatisieren. Die richtige Einstellung möchte ich uns zwar nicht absprechen, aber es hat immer irgendwie die letzte Konsequenz in unseren Aktionen gefehlt.“

Alexander Heib (Rückraumspieler des TV Bittenfeld): „39 Gegentore sind einfach zu viel. Die Abwehr war schlecht, unser Rückzug war schlecht, wir sind nie richtig ins Spiel gekommen. Uns hat irgendwie der Biss gefehlt, um zu siegen. Kurz: Wir waren heute einfach schlecht.“

Felix Schmidl (Torwart des TV Bittenfeld): „Trotz der Niederlage war es für mich natürlich ein tolles Erlebnis, auch, dass ich anfangen durfte. Es war mein zweiter Zweitliga-Einsatz, der erste bei einem Auswärtsspiel. Ich hätte mir zwar gewünscht, dass ich den ein oder anderen Ball mehr halte, aber das war schwierig, weil unsere Abwehr nicht so toll gestanden ist.“

Simon Baumgarten (Kreisläufer des TV Bittenfeld): „21 Gegentore in der ersten Halbzeit, das ist einfach schlecht. Wir haben viel zu viele Gegenstoßtore bekommen. Das hat sich leider auch in der zweiten Hälfte fortgesetzt – so kann man nicht gewinnen. Uns hat die richtige Einstellung gefehlt. Wir hätten einfach zehn Prozent mehr geben müssen.“