Das Siegen geht weiter

Ein Sieg beim Tabellenletzten? Das dürfte ja nicht allzu schwer sein, mag da der ein oder andere im Vorfeld gedacht haben. Gerade einmal neun Punkte hat die HG Oftersheim/Schwetzingen bisher gesammelt, die Planungen des Vereins für die Regionalliga laufen auf bereits auf Hochtouren. Indes: Auch das Schlusslicht zeigte sich zuletzt für Überraschungen gut. So musste das Top-Team aus Hüttenberg beim 27:29 mit leeren Händen die Heimreise antreten.
Eine ähnliche Blamage freilich wollten und durfte sich die Mannschaft der Stunde aus Bittenfeld am nicht leisten – und hat es auch nicht. Der Sieg, sagt der Bittenfelder Trainer Günter Schweikardt, sei zu keiner Zeit in Gefahr gewesen. Lediglich in der Anfangsphase habe sein Entourage ein wenig gebraucht, um den Angriff der Gastgeber in den Griff zu bekommen. Erst nach zehn Minuten hatten sich Abwehrchef Ludek Drobek und seine Nebenleute auf die Gegner eingestellt. Und weil die in der Folge keine Lücke mehr fanden – wenn doch, konnte sich der TVB einmal mehr auf den stark agierenden Benjamin Krotz im Tor verlassen –  unterliefen ihnen auch zahlreiche leichte Fehler. Und die wussten die schnellen Bittenfelder zu ihrem Vorteil zu nutzten. Dass die Partie dennoch bis zur 19. Minute (8:7-Führung) relativ ausgeglichen verlief, lag vor allem an der offensiven Abwehrreihe der Gastgeber. Denn die Akteure des Tabellenletzten zeigten sich äußerst motiviert. „Wir haben den Fehler gemacht, dass wir uns zu oft auf Zweikämpfe eingelassen haben“, sagt der Bittenfelder Co-Trainer Klaus Hüppchen. Dass es derweil besser gewesen wäre, den Ball laufen zu lassen, hätten die Akteure erst später für sich entdeckt. Nach dem 9:7 durch Marco Hauk in Unterzahl war dann allerdings der Knoten geplatzt, der TVB zog bis zur Halbzeit auf 18:11 davon.
Im zweiten Durchgang hatten die Gastgeber vor lediglich 400 Zuschauern schließlich dem Angriffswirbel der Bittenfelder nichts mehr entgegenzusetzen. Die kräftezehrende Abwehrarbeit der HG hatte bei den Akteuren deutliche Spuren hinterlassen. Und so konnte sich selbst Ludek Drobek mit zwei Kontertoren in die Torschützenliste eintragen. Beim 23:13 in der 36. Minute hatten sich die nun neuntplatzierten Gäste zum ersten Mal einen Zehn-Tore-Vorsprung erspielt, der auch beim Schlusspfiff noch seine Gültigkeit haben sollte. „Das war eine kompakte Mannschaftsleistung“, freute sich Klaus Hüppchen über die zwei wichtigen Punkte. „Jeder Spieler hat heute seinen Job super erledigt.“ Auch Björgvin Gustavsson, der in der 40. Minute für Benjamin Krotz aufs Spielfeld gekommen war, glänzte in der Schlussviertelstunde mit starken Aktionen. Und da wog es dann auch nicht so schwer, dass seine Vorderleute, ob des sicheren Vorsprungs freilich, nicht mehr ganz so konzentriert zu Werke gingen, und zahlreiche hochprozentige Chancen ungenutzt ließen. „Natürlich haben wir da auch das ein oder andere ausprobiert“, sagt Günter Schweikard und lacht. So, wie man zuvor auch die Spieler auf dem Platz hat lachen sehen. „Wir haben einen Lauf, die Spiele werden genossen“, sagt Hüppchen. Ein positives Erlebnis jage das andere. Und die Jagd geht weiter – am kommenden Samstag zu Hause gegen den TUSPO Obernburg.

HG Oftersheim/Schwetzingen: Röll, Baur; Dumitru (5/4), Schmidt (1), Mascia, Hubert (6), Scheffzek (2), Zellmer (1), Bogusch (4), Zorn (2), Ewald, Scholl (4), Heider, Hess, Krätz, Mauer.

TV Bittenfeld: Krotz, Gustavsson; Seitner (3), Schöbinger (1), Prasolov (3), Lenz (2), Schweikardt, Heib (8/3), Baumgarten (4), Krammer (3/1), Wehner (4), Hauk (5), Drobek (2).