Eine „verrückte“ Abwehr

HG Oftersheim/Schwetzingen (18. Platz, 9:45 Punkte) – TV Bittenfeld (10. Platz, 27:27 Punkte/heute, 20 Uhr, Nordstadthalle Schwetzingen). Die Mannschaft der Stunde muss zum designierten Absteiger, der bereits seine Mannschaft für die Regionalligasaison einspielt: Was soll für die Bittenfelder in Schwetzingen heute anbrennen?

Einiges, denn allzu leicht sollten sie die Aufgabe nicht angehen. Es wäre nicht das erste Mal, dass sich Selbstbewusstsein in Überheblichkeit umwandelte. Der Bittenfelder Co-Trainer Jens Baumbach warnt jedoch. Mit der Mannschaft, die in der Hinrunde beim 22:33 in Bittenfeld völlig chancenlos gewesen war, habe die aktuelle Mannschaft nicht mehr viel gemeinsam. Zudem hat’s einen Trainerwechsel gegeben: Eyub Erden ersetzte Michael Franz.

Die Hoffnungen der HG auf den Ligaverbleib bei elf Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz sind nahezu null. Die Lust, den Gegner zu ärgern, scheint aber immer noch – oder wieder – vorhanden. So musste sich der TV Hüttenberg, der sich zuletzt in Bittenfeld stark präsentierte, in Schwetzingen mit 25:27 geschlagen geben. Dabei hatte die HG bereits mit 12:17 im Hintertreffen gelegen.

„Die HG hat viele junge Spieler, die beweisen wollen, dass sie das Zeug für die 2. Liga haben“, sagt Baumbach. „Und sie können ohne Druck aufspielen.“ Einstellen müsse sich der TVB auf eine in der 2. Liga eher ungewöhnliche, äußerst offensive Deckung. „Die reicht von einer 3:2:1- bis hin zur 3:3-Formation.“

Große Stärke der Oftersheimer sei der Gegenzug. Mit Ausnahme des Ex-Waiblingers Sergiu Dumitru und Andreas Mauer ist der Rückraum nicht gerade mit Schützen ausgestattet. Also versucht es die HG meist über rasche Positionswechsel und Spielzüge. Gut sei auch das Spiel über die Außen, sagt Jens Baumbach. „Wichtig wird ein guter Start sein.“ Wenn der TV Bittenfeld ordentlich abschließe und Konter der HG weitgehend vermeide, stünden die Chancen gut.

Trotz allen Respekts vor dem Gegner: Das Bittenfelder Team müsste stabil genug sein, sich nicht vom Tabellenletzten überraschen zu lassen. Zumal der 18. Spieltag ein ganz wichtiger ist: Mit Obernburg und Coburg treffen zwei Abstiegskonkurrenten direkt aufeinander, und für den auswärtsschwachen HC Erlangen dürfte unter normalen Umständen in Delitzsch nichts zu holen sein. Die Chancen des TV Bittenfeld stehen also gut, sich vom Relegationsplatz weiter abzusetzen.

Kai Häfner wird erneut fehlen. Evgeni Prasolov holte sich im Training eine Zerrung. Ob er spielen kann, ist noch nicht sicher. Angeschlagen ist auch Adrian Wehner, den ein Bluterguss im Schienbein plagt. Dafür ist Björgvin Gustavsson nach überstandener Bronchitis wieder dabei. Nach langer Zeit wieder im Kader steht Marcel Lenz.