Ein „guter“ Spieltag für den TVB

Es war nach langer Zeit mal wieder ein Spieltag ganz nach dem Geschmack der Bittenfelder: Die Abstiegskonkurrenten Tuspo Obernburg (23:24 in Hüttenberg) und HC Erlangen (28:35 beim Bergischen HC) blieben ohne Punkte. Mit dem – zumindest nicht in diese Höhe erwarteten – 33:27-Erfolg beim Aufstiegskandidaten HR Ortenau verschaffte sich der TVB sechs Punkte Luft – mindestens. Sollte der Drittletzte Obernburg sein Nachholspiel verlieren, wären’s sogar sieben Zähler.

Erstaunlich gefestigt präsentieren sich die Bittenfelder derzeit. Personalsorgen stecken sie locker weg. So fehlte in Schutterwald der gegen Wallau starke Kai Häfner. Sebastian Seitner, nach seiner Sehnenverletzung erstmals wieder im Kader, spielte nur ein paar Minuten.

Mit einem Sieg gegen den TV Bittenfeld hätte sich die HR Ortenau nach Verlustpunkten auf den zweiten Platz geschoben. Nach den 60 Minuten in der Schutterwalder Mörburghalle musste sie den verdienten Sieg des TVB anerkennen. „Bittenfeld hat eine gute Mannschaft, der TVB spielt kompakt und konsequent“, sagte Vladimir Temelkov von der HR. Der verletzungsbedingte Ausfall des mazedonischen Nationalspielers und das Fehlen von Björn Gerber war für HR-Trainer Goran Suton eher ein Grund für die Niederlage als die Leistung der Schiedsrichter Harald Schembs und Markus Weyell, mit der die Ortenenauer nicht einverstanden waren. „Zusätzliche Verletzte zum sowieso schon dünnen Kader machen mir Angst, dass wir bald keine taugliche Mannschaft mehr aufs Feld schicken können“, sagte Suton und lobte den Gegner. „Wir haben gekämpft, aber Bittenfeld war besser.“

Der TVB brauchte etwas Anlaufzeit, ehe er den Gegner im Griff hatte. Beim 9:8 nach 19 Minuten durch Sandro Catak führte die HR Ortenau zum letzten Mal. Dann stand die Abwehr um Ludek Drobek und den hervorragenden Benjamin Krotz sicher. Nach 32 Minuten führte Bittenfeld mit 15:14 und zog, wie schon gegen Wallau, mit schnellen Toren vorentscheidend auf 19:14 davon. Die 5:1-Deckung der HR stellte die Gäste selten vor Probleme. „Die Konzeptionen sind uns über weite Strecken des Spiels sehr gut gelungen“, sagte TVB-Co-Trainer Klaus Hüppchen, der die Mannschaft lobte. „Man sieht den Jungs an, dass sie wieder einen riesigen Spaß haben zu spielen – und zu gewinnen.“ Ein Sonderlob bekamen Rechtsaußen Marco Hauk („Er hat einen sensationellen Job gemacht“) und Benny Krotz, der fast durchspielte („Wir hatten absolut keine Veranlassung, ihn auszuwechseln“). Der 23-Jährige sorgte drei Minuten vor dem Ende selbst für eine Pause: Die Schiedsrichter schickten ihn wegen Meckerns für zwei Minuten auf die Bank. Zu diesem Zeitpunkt war die Partie freilich längst gelaufen.

Konserviert der TVB seine Form in den kommenden Spielen, könnte er den Ligaverbleib früher klarmachen, als zu erwarten war, und müsste sich nicht mit Rechenspielen befassen. Der vorzeitige Rückzug der HR Ortenau und die möglicherweise verlorenen vier Punkte müssten den TVB ebenso wenig kümmern wie die Folgen des Zusammenschlusses zwischen der TSG Münster und der SG Wallau.

Bittenfeld hat es selbst in der Hand, vorzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen. Am Samstag kommt mit dem TV Hüttenberg zwar erneut ein Spitzenteam in die Gemeindehalle, doch auch vor ihm muss sich der TVB nicht fürchten. Am Donnerstag vor Ostern geht’s zum Schlusslicht HG Oftersheim/Schwetzingen. Dann gastieren mit Tuspo Obernburg und dem HSC Coburg zwei Mannschaften in Bittenfeld, die in der Tabelle hinter dem TVB stehen.