5 911 Fans feiern zehnten Bittenfelder Sieg

Die Bittenfelder knüpften in der Porsche-Arena dort an, wo sie in Delitzsch aufgehört hatten. Die SG Wallau, mit nur drei Verlustpunkten hinter dem Tabellenzweiten zurück und noch mit Chancen auf die Relegationsspiele, lag nie in Führung. Nach 35 Minuten, beim 17:16 für den TVB, war das Team von Ex-Nationalspieler Mike Fuhrig am nächsten dran. Bittenfeld blieb aber kühl und – bis auf wenige Ausnahmen – konzentriert.

Die Wallauer traten in Bestbesetzung an. Also auch mit Steffen Fäth, der direkt von einem Turnier der Junioren-Nationalmannschaft angereist war. Der TVB musste auf Torhüter Björgvin Gustavsson und Linkshänder Sebastian Seitner verzichten. Just jener 18-Jährige Fäth bereitete den Bittenfeldern die größten Sorgen, den Rest hatten sie ziemlich gut im Griff.

Gutes Spiel von Krotz

Gespannt durften die Fans sein, wie der TVB mit der ungewöhnlichen Deckungsformation der Wallauer zurecht kommen würde. Die Bittenfelder Spieler waren jedoch gut vorbereitet auf die Störenfriede auf den Halbpositionen. In der Anfangsphase nützten vor allem Adrian Wehner und Kai Häfner die Lücken. 8:4 führte der TVB nach zwölf Minuten – auch dank Torhüter Benjamin Krotz, der seine Gegenüber Mathias Beer und Dennis Tillmann klar ausstach. Nur von den Außenpositionen ließ sich Krotz ein paarmal zuviel verladen.

Nach einer Zeitstrafe gegen den Wallauer Stefan Bonnkirch setzte sich der TVB auf 12:7 ab (18.). In der Auszeit sagte SG-Coach Mike Fuhrig seinen Spielern lautstark Bescheid. Zu einfallslos agierten sie gegen die aufmerksame Bittenfelder Deckung um Ludek Drobek. Viel mehr fiel der SG vor der Pause nicht ein, mit dem 13:16-Rückstand waren die Gäste noch gut bedient.

Ein bisschen schludrig starteten die Bittenfelder nach der Pause. Die Chancenauswertung ließ plötzlich zu wünschen übrig, auch schlichen sich Abspielfehler ein. Von 17:13 kamen die Wallauer auf 17:16 heran (35.). In doppelter Unterzahl, beim 18:16, hielt Krotz einen Siebenmeter des überragenden Fäth (37.).

Das war so etwas wie ein Weckruf für seine Kollegen. Die drehten jetzt mächtig auf und legten sich beim 22:17 wieder ein schönes Polster zu. Auch die dritten Zeitstrafe und die damit verbundene Rote Karte gegen Abwehrchef Drobek steckten die Bittenfelder weg. Nach Fäths 26:23 (50.) sorgte der TVB, angeführt vom starken Alexander Heib, binnen vier Minuten für die Vorentscheidung. Mit fünf Toren in Folge zum 31:23 (54.) schockten die Bittenfelder die Wallauer, die nun völlig den Faden verloren. Die knapp 6 000 Fans feierten schon sechs Minuten vor dem Ende ihre Mannschaft. Gegen Bietigheim hatte der TVB zwar vor ein paar Wochen einen größeren Vorsprung verspielt, aber nicht so kurz vor Schluss.

So feierte der 19-jährige Felix Schmidl sein Debüt im Tor des TVB, und natürlich hatten die Bittenfelder auch noch das eine oder andere Schmankerl für die Fans. Das Rückhandanspiel von Jürgen Schweikardt auf den starken Simon Baumgarten zum 32:25 und höchsten Vorsprung (57.) im Spiel war vom Feinsten.

In den letzten Minuten nahm’s der TVB dann nicht mehr so ernst, die Wallauer gestalteten beim 34:30 das Ergebnis etwas erträglicher. Der zehnte Saisonsieg indes des TVB war zu keiner Zeit in Gefahr.

TV Bittenfeld: Krotz, Schmidl; Schöbinger (4/3), Prasolov (2), Schweikardt (2), Heib (5/1), Baumgarten (5), Häfner (6), Wehner (4), Hauk (5), Drobek, Baumbach (1).

SG Wallau: Beer, Schermuly, Tillmann; Ehrmann, Schulz, Plattner (1), Lorenz, Garbo (1), Fäth (12/5), Bonnkirch (3), Mayr, Roßmaier (1), Schimmelbauer (8), Hahn (4).

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